Seitenwechsel: Wie ich Informationen zum RUHR:HUB recherchiert hab

Das Ruhrgebiet ist das Digital Valley Deutschlands. Sagte Frank Tentler wenigstens irgendwann mal und von daher könnte das sogar stimmen. Und weil dem so ist gibt es seit Dezember letzten Jahres halt den RUHR:HUB – eine Kooperation der Städte in NRW um die Digitale Szene voranzubringen. Und ich muss jetzt erstmal feststellen: Ich finde, das ist eine gute Idee. Manchmal braucht man ein übergeordnetes Dach, um gewisse Aktivitäten zu bündeln. Und wenn das wieder dazu führt, dass die Städte im Pott gemeinsam was machen und sich koordinieren – so wie bei der Creative Stage – dann ist das super.
Ich bin allerdings über die Reaktion verwundert, die meine Kolumne in den Steadynews hervorrief – besonders der Abschnitt, in dem leise durchklingt, ich hätte nicht umfassend recherchiert – und möchte mal kurz erläutern, wie ich vorgehe, wenn ich recherchiere. Im Zeitalter der Fake News ist das sicherlich auch mal so von Interesse.

Startpunkt ist – ich glaube, das ist bei Keinem wesentlich anders – halt die bekannte Suchmaschine der Wahl. Wobei ich nicht allein Google nutze, sondern den Suchbegriff auch durch BING und DuckDuckGo jage. Das Ergebnis ist der Screenshot rechts. Also für RUHR:HUB, das ist die offizielle Schreibweise des Ganzen. Ich hätte ich jetzt noch RUHRHUB gesucht, aber momentan scheinen das die Hauptinfos zu sein. Das ist jetzt mal Google, so unterschiedlich sind die Ergebnisse bei einem überschaubaren Begriff wie diesem nicht. (Und so abweichend ist die Schreibvarianten Ruhrhub auch nicht. Probiert mal aus, was passiert wenn ihr nach dem Begriff ohne Doppelpunkte sucht…)

Nächster Schritt: Ich schaue mir die Suchergebnisse an und klicke auch auf Seite 2 und 3 der Google-Ergebnisse. Ab und an findet man da noch mal interessante Infos, aber meine Erfahrung zeigt, dass so ab Seite 4 dann die Qualität meistens schon wieder nicht vorhanden ist.

Vorab muss ich sortieren. In dem Fall: Es gibt hub-essen.de und hub.ruhr – die erste Anlaufstelle für Informationen sollte ja die eigentliche Homepage sein.

Sollte. Denn die letzte Nachricht auf der Webseite stammt vom Mai des Jahres 2016! Immerhin aber: Jede Menge Links zu Infomaterialen über das Projekt selbst, die Download-Lawine setzt sich also in Bewegung und ich lese mir die schon mal durch. Daneben – weil die Homepage so umaktuell ist – schau ich mich auf der WAZ-Seite um. Das Suchfeld der Webseite liefert mir folgende Ergebnisse:

Gut – zum Zeitpunkt des Artikels bei den Steadynews gab es die ersten beiden Artikel schlicht und einfach noch nicht. Die Situation war also erstmal die, dass die Homepage des Projekts furchtbar unaktuell war – und IST wohlgemerkt – und dass die Artikel der WAZ Vorberichterstattungen sind. Offiziell gibts das Ganze auch erst seit 06.12. erfahre ich immerhin. Komme aber dennoch ins Grübeln: Normalerweise ist das so, dass bei einem Projekt, das auf Vernetzung angelegt ist, ich eigentlich auch durch andere Quellen das erfahren…

Moment mal, mein Gedächtnis regt sich leise: Richtig, ich hatte per Twitter doch einen nichtöffentliche Austausch mit Johannes Mirus! Was ja eigentlich genau der Anlass für mich war, dem Ganzen mal nachzugehen war die Tatsache, dass Johannes vom Hub in Bonn berichtete und ich neugierig war. Was ich im November also auch tat war, bei Twitter mal nachzusehen ob es schon einen Account gibt – ich ging davon aus, dass ein so großes und überstädtisches Projekt wie das in Essen, was auch schon länger geplant war eigentlich schon Wellen bei Twitter geschlagen hätte. Das war im November noch nicht so. Ich fand im November kaum Tweets über den Ruhrhub bei Twitter und das kann man auch nachvollziehen, wenn man die Suche bei Twitter nutzt – und die Profifunktionen einsetzt. (Der Ruhrhub ist seit Anfang Dezember auf, bei, über, mit Twitter und ich folge denen seitdem natürlich.)

Ich kann jetzt nicht die ganze Webseite hier einstellen, aber es ist offensichtlich, dass bei den Ergebnisse eine große Lücke klafft: Am 15. September wird er RUHR:HUB erwähnt und der nächste relevante Tweet laut Twittersuche stammt vom 11. November. Zudem: Mein Artikel in den Steadynews erscheint am 26.11., rechnet mal so ein, zwei Tage vorher mal dazu wegen der Recherche und ich glaube, man darf mir zustimmen – die Faktenlage bei Twitter ist dürftig. Kein offizieller Account – den gibts erst seit Dezember – und auch sonst wir der RUHR:HUB nicht unbedingt en masse erwähnt. „Man muss aber natürlich trotzdem sagen – und das habe ich ja auch in der Antwort auf diesen Bericht getan – das man mit ein wenig Recherche mindestens eine oder zwei Hände voll mit Informationsveranstaltungen hätte finden können,“ so Oliver Weimann. Bisher allerdings habe ich folgendes:

  • Ich habe eine nicht gepflegte und unaktuelle Homepage. Für mich als Rechercheur die Hauptquelle. Natürlich. Ich habe da zwar viel Hintergrundmaterial, aber auf welchen Events sich der HUB finden lässt… Keine Ahnung.
  • Ich habe beim Monopolisten der WAZ einige Artikel über den HUB, die aber auch nicht so spannend sind.
  • Ich habe bei Twitter kaum Infos.
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An dieser Stelle stecke ich ein wenig fest: Wo könnte ich noch Informationen über das Projekt bekommen? Wie gesagt, alles was nach dem November 2016 erschien konnte ich natürlich nicht wissen. Bliebe höchstens noch Facebook für eine Digitale Vernetzungsanstalt wie den HUB. Was aber ein Problem aufwirft: Facebook und Hahstags – nicht gut! Macht aber nichts, wozu hab ich für andere Zwecke noch FanpageKarma als Monitoring-Tool. (Was jetzt für eine kleine, pusselige Kolumne eigentlich schon Overkill ist, aber das bin ich mir gegenüber nun auch schuldig penibel zu sein.) Allerdings: Mein Artikel erschien am 26.11., der erste Post mit der Ankündigung, dass es bald bei Facebook losgehen würde – der erschien zwei Tage später. Ich kann ja nun vieles, aber in die Zukunft sehen kann ich auch nicht…

Das heißt im Großen und Ganzen bot sich mir als ich ein, zwei Tage vor dem 26.11. Informationen sucht ein sehr lückenhaftes Bild dar. Natürlich gab es die offiziellen Pressemitteilungen, es gab die Vorabberichterstattungen bei der WAZ und auch bei GoogleNew ließ sich wenig bis gar nichts finden. Ich weiß nicht, welche Events sich „mit ein wenig“ Recherche nun zu dem Zeitpunkt hätten finden lassen sollen. Beim Schreiben des Artikels war nichts festzustellen. Hätte ich die Macher jetzt nochmal anrufen sollen? Eigentlich nicht: Die Hintergrundinformationen der Homepage reichten mir, die sind ausführlich. Dass ich nicht jeden Newsletter zu jedem Digitalen Trendthema abonniert habe muss ich wohl mir dann annehmen… Und gerade weil ich nichts fand, schrieb ich ja den Artikel. Wobei ich aber auch feststellte, dass ich – und Andere – sehr wohl gerne generell dem Projekt gegenüber positiv eingestellt sei. Beschissene Informationspolitik ist aber beschissene Informationspolitik. Im November war das so. Auch, wenn ihr das anders seht beim RUHR:HUB:

„Man muss aber natürlich trotzdem sagen – und das habe ich ja auch in der Antwort auf diesen Bericht getan – das man mit ein wenig Recherche mindestens eine oder zwei Hände voll mit Informationsveranstaltungen hätte finden können. Und das diese Informationsveranstaltungen nicht nur im stillen Kämmerchen mit kleinen Teilnehmerzahlen stattgefunden haben, sondern bei allen Gelegenheiten zu denen die digitale und die Startup Community zusammenkommt. Sei es bei Start2Grow, beim DWNRW Summit mit 1.000 Teilnehmern oder bei den Startup Nights die seit September regelmäßig als Event des ruhr:HUB stattfinden. Überall haben wir informiert, überall haben wir kommuniziert.“ Was genau habt ihr kommuniziert? Bezieht ihr das auf die Events an sich? Das mag stimmen. Nur: Ich bin kein Gründer und habe mit Dortmund zwar arbeitstechnisch in anderer Hinsicht zu tun, bin aber nicht Teilnehmer bei Start2Grow – eigentlich hätte ich aber über die von euch erfahren müssen, ich hab den Newsletter abonniert. Richtig ist: Ja, beim erwähnten DWNRW Summit wurden die HUBs erwähnt. Was aber kein Wunder ist, denn das war der offizielle Startpunkt der Hub. Wohlgemerkt am 06.12.! (Das weiß ich, weil ich zufälligerweise redaktionelle Hintergrundarbeit für einen Twitteraccount geliefert habe, also externe Zentrale war an dem Tag.) Das fällt dann also schon mal raus, der Artikel ist – ich kann das nicht oft genug wiederholen – vom Stand des 26.11.! Und die StartUpNights waren mir jetzt tatsächlich mal kein Begriff… Okay. Dennoch, dass ihr „überall informiert hättet“ stimmt so einfach nicht! Ihr habt nichts auf der Webseite, die Social-Media-Accounts kamen zu einem späteren Zeitpunkt und die lokale Presse ist – die lokale Presse. Nochmal: Ich bin nicht per se gegen das Ganze. Ich finde die Idee gut. Es ist auch nicht schlimm, wenn ihr sozusagen noch Beta seid – alles gut. Aber ich tut mir leid, dass ich nicht nur ein wenig angefressen bin, wenn man mir vorwirft, ich hätte „zu wenig“ recherchiert, dass könnt ihr sicherlich auch verstehen. Weiterhin also: Gutes Gelingen.

 

 

 

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