Kommentar: Spielabsage Rot Weiß Oberhausen – Borussia Dortmund – RWO und BVB Talente sind die Opfer der Fehlplanung

Am kommenden Samstag rollt in diversen Stadien der Republik der Ball, egal ob Regionalliga, 3. Liga. 2 Bundesliga oder eben im Oberhaus des deutschen Fußballs, nämlich in der 1. Bundesliga. Ein Spieltag ist mit vielen organisatorischen Aspekten verbunden. Die Vereine haben Caterer, Sicherheitspersonal, Abstimmung mit den Ordnungsbehörden etc. All diese Orga-Punkte nehmen eine gewisse Vorlaufzeit in Anspruch.

Der DFB hat Borussia Dortmund sanktioniert, da die eigenen Fans Banner gegen Vereine, wie RB Leipzig platziert hatten. Die Konsequenz aus dem Verhalten einzelner „Idioten“ ist enorm. 25.000 Fans werden im kollektiv bestraft, da die Südtribüne im Signal-Iduna Park bei der Partie gegen den VfL Wolfsburg gesperrt wird.

Was hat das mit RWO zu tun? – Die Antwort lautet: Viel!

Der Traditionsverein Rot Weiß Oberhausen kämpft gerade in der Regionalliga praktisch ums überleben. Am Samstag um 14:00 Uhr sollte die Partie Rot Weiß Oberhausen – Borussia Dortmund U23 stattfinden. Ein großer Teil der BVB-Anhänger plante eine Reise nach Oberhausen, um die Zweitvertretung zu unterstützen. Die Zweitvertretung der Borussia verfügt über eine große Fanszene. Unterstützt sollte der „Stammkern“ von den gesperrten Fans werden. Somit wären voraussichtlich ca. 5000 Fans aus Dortmund zu dem Regionalliga-Duell angereist. In Verbindung mit den eignen Fans wäre  eine Zuschauerzahl von rund 6500 realistisch gewesen. Für RWO bedeutet dieser Andrang Um Disposition, da eine erhöhte Anzahl von Sicherheitskräften, Catering, Personal etc. benötigt wird.

Diese Maßnahmen ergriff RWO, um den Zuschauern ein tolles Regionalligaspiel im traditionsreichen Niederrheinstadion zu ermöglichen. In diesem traditionsreichen Stadion wird übrigens aktuell die legendäre Emscher kurve umgebaut, da sich auch RWO dem „Neuen“ Fußball nähern muss und der Rückhalt der Mannschaft, nämlich die Fans näher ans Spielfeld gezogen werden sollen.

Für die jungen Spieler von Borussia Dortmund sind solche Spiele meist die mentale Einarbeitung auf spätere Großereignisse ihrer Karriere. Nun ist es aber so, dass der BVB doppelt bestraft wird, nämlich zu einem mit der Sperrung der Südtribüne und die jungen Spieler. Ihnen wird ein Großereignis ihrer noch jungen Laufbahn genommen. BVB-Torwart Hendrik Bonmann hat über die sozialen Netzwerke folgende Botschaft verkündet:

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„Lieber Verband/Polizei und wer da noch zugehört. Bitte gebt uns jungen U23-Spielern, die immer als 2. Mannschaft das 2. Glied in einem Verein sind, die Möglichkeit auf der großen Bühne zu stehen. Zu spüren wie es ist, wenn ein paar Tausend Zuschauer für Dich brüllen, singen und ausrasten. Welche Bedeutung und Erfahrung für viele junge Spieler das hat, malt sich wohl keiner aus. Es macht sich auch keiner Gedanken, dass wir in einer spannenden Saison dadurch eine Wettbewerbsverzerrung haben.“ Wortlaut von Hendrik Bonmann  (Teilauszug der Botschaft)

Neben dem BVB wird insbesondere auch RWO bestraft. Die Herren Thorsten Binder, Hajo Sommers und Co. Engagieren sich seit Jahren für ihren Traditionsverein, sind den Weg aus dem Amateurbereich zurück auf die große Bühne 2. Liga gegangen, aber auch wieder den Gang in die Regionalliga haben sich die Verantwortlichen gestellt, statt das sinkende Schiff zu verlassen. Über die Gründe warum RWO es schwer hat gibt es vieles zu sagen, aber sicherlich ist ein Hauptgrund auch die fehlende Unterstützung der Stadt Oberhausen. Der Verein RWO trug sein letztes Heimspiel im Dezember 2016 aus, so dass nun mittlerweile rund 2,5 Monate vergangen sind ohne Einnahmen. Ein Club wie RWO benötigt die Zuschauergelder, um laufende Kosten zu decken. Die Vorbereitung des Trainer-Teams ist auf den Termin abgestimmt, so dass exakt alles auf den Termin 18.02.2017 gerichtet ist. Nun aber kommt die Spielabsage der Behörden ins Spiel, da ein türkischer Ministerpräsident in der König-Pilsner Arena eine Rede hält. Fakt ist, dass offiziell eine mangelnde Polizeipräsenz verkündet wird. Traurig, denn die Termine stehen seit Monaten fest. RWO hat in der Vergangenheit Derbys gegen den MSV Duisburg, RWE oder Fortuna Düsseldorf vor über 10.000 Zuschauern ausgetragen. Warum ist ein Regionalligaspiel gegen RWO, wo mit Gewalt nicht zu rechnen ist nicht tragbar?

Diese und viele mehr Fragen bleiben leider bei den „Oberen Herren“ der Stadt, Polizei und Verbänden bestehen.

 

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