Datenschutz im Internet – Neue Strafe für Websites ohne SSL-Zertifikat

Wer Blogger ist, ein Unternehmen gründen will oder einen Onlineshop betreibt, muss bei seiner Internetpräsenz viele Faktoren miteinbeziehen, etwa: Wie finden potenzielle Leser oder Kunden die Website, wie viel Budget steht für den Aufbau der Seite zur Verfügung und welche Regeln gelten in puncto Datenschutz? Letztere stellt der Gesetzgeber auf, bei Verstößen drohen Bußgelder. Seit Anfang des Jahres muss jeder Websitebetreiber zudem mit Ranking-Abstrafungen seitens Google rechnen, wenn er keine oder eine unvollständige Datenschutzerklärung auf seiner Website eingebunden hat.

Personenbezogene Daten von Nutzern sind für Unternehmen wertvoll. Die Skandale um Facebook, WhatsApp oder Web of Trust haben das Vertrauen der Internetgemeinde jedoch erschüttert. Vor diesem Hintergrund wird das Thema Datenschutz für Websitebetreiber immer wichtiger. Sorgen sie nicht für eine entsprechende Verschlüsselung persönlicher Daten, drohen ihnen seit Anfang des Jahres nicht nur Bußgelder, sondern Abmahnungen durch Google.

Datenschutzregeln

Wenn auf der Webseite Kunden personenbezogene Daten angeben, muss der Websitebetreiber sich für ein Hosting-Paket mit mindestens einem SSL-Zertifikat entschieden haben. Dies sollte für die meisten keine Hürde sein, denn für umfangreiche Webprojekte gibt es bereits günstige Möglichkeiten ab 99 Cent pro Monat, in denen neben unbegrenztem Webspace auch ein SSL-Zertifikat inklusive ist. Nutzer, die den Browser Google Chrome nutzen und auf Seiten ohne diese Verschlüsselung Passwörter oder Kreditkartendaten eingeben, werden seit Januar gewarnt. Erkennen lässt sich der Warnhinweis an einem roten Kreuz auf dem Schlosssymbol vor der Domain, das bei einer sicheren Seite grün ist. Bislang wurden Websites ohne SSL-Verschlüsselung nur mit einem weißen Blatt in der Adressleiste angezeigt.

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Kein SSL-Zertifikat – Neue Abstrafungen durch Google

Websites sicher zu verschlüsseln ist seither noch wichtiger geworden: Sollten Kunden auf einer unsicheren Seite nach personenbezogenen Daten wie ihrer Bankverbindung oder Adresse gefragt werden, verändert sich nicht nur das Schlosssymbol vor der Internetadresse. Seiten ohne SSL-Zertifikat drohen seit Anfang des Jahres Abstrafungen durch Google. Eine sogenannte Penalty der Suchmaschine kann unterschiedliche Auswirkungen haben. So unterscheidet man zwischen Abstrafungen auf Keyword-Ebene, URL- oder Verzeichnis-Ebene sowie einer domainweiten Penalty. Im schlimmsten Fall können (potenzielle) Kunden die Website nicht mehr über Google finden, weil der US-amerikanische Konzern sie vollständig aus dem Index entfernt hat.

Folgen: Vertrauensverlust, Kunden wechseln Anbieter

Dass der Onlineshop oder das Unternehmen nicht mehr schnell über Google gefunden werden kann, ist jedoch nicht die weitreichendste Konsequenz. Kann der Kunde nicht nachvollziehen, welche Daten für welche Zwecke gespeichert oder übermittelt werden, nimmt er im Zweifel die Dienstleistungen nicht in Anspruch oder wechselt den Anbieter. Websitebetreiber sollten die datenschutzrechtlichen Vorgaben, die u. a. im Telemediengesetz festgehalten sind, daher nicht als notwendiges Übel betrachten. Wer seine Website verschlüsselt, sollte dies auch als vertrauensbildende und kostengünstige Maßnahme zur Kundenbindung betrachten, die einem größeren Umsatz beschert.

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