NRW: „Wegweiser“ schützt Jugendliche auch in Mönchengladbach vor Salafisten

Nicht aussteigen, sondern gar nicht erst in die Salafisten-Szene reinrutschen: Das ist das Ziel des erfolgreichen NRW-Präventionsprogramms „Wegweiser“. In Mönchengladbach hat jetzt eine neue Beratungsstelle ihre Arbeit aufgenommen. Träger ist die gemeinnützige Gesellschaft PariTeam. „Der gewaltbereite Salafismus ist eine Bedrohung für unsere Gesellschaft“, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger. „Gerade Kinder und Jugendliche werden zum Ziel pseudoreligiöser Missionare. Dagegen wappnen wir uns.“

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners betonte: „Ich begrüße es sehr, dass es „Wegweiser“ nun auch in Mönchengladbach gibt. Ziel ist es, frühzeitig auf Jugendliche zugehen, um einer drohenden Radikalisierung vorzubeugen. Religiöse Überzeugungen werden dabei respektiert. Wir wollen, jungen Menschen Perspektiven bieten, damit sie ihren Platz in der Gesellschaft finden. Das ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft.“

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) Foto: Thomas Rodenbücher

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD)
Foto: Thomas Rodenbücher

„Wegweiser“ wird es ab Anfang 2017 an dreizehn Standorten in NRW geben. Das Programm verfolgt einen umfassenden Ansatz und nimmt die gesamte individuelle Lebenssituation der Betroffenen in den Blick – von der Schule über das soziale Umfeld bis in die jeweilige Familie. Das Angebot wird von besorgten Angehörigen, Freunden und Lehrern angenommen. „Sie dürfen wir mit ihren Fragen und Ängsten nicht allein lassen“, erklärte Jäger. Pro Woche gibt es rund 50 Anfragen an die Sozialarbeiter der jeweiligen Träger. Die Wegweiser-Teams bieten auch Vorträge, beispielsweise an Schulen an. Das Netz der Anlaufstellen werde in NRW künftig – mit bis zu 25 Standorten und mobilen Teams – noch engmaschiger.

„Es gibt in der Präventionsarbeit keine Erfolgsgarantie“, betonte der Minister. „Wir können vielen jungen Menschen mit „Wegweiser“ die Augen öffnen. Und sie davor bewahren, sich in der extremistisch-salafistischen Szene in große Gefahr zu begeben“, verdeutlichte Jäger. Es gebe aber auch Fälle, in denen die Betroffenen nicht mehr erreicht werden können.

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