Das war die Woche, die gewesen sein wird: Alternativen und Brunnen

Wir schaffen das schon noch mit dem regelmäßigerem Erscheinen dieses wunderbaren, einzigartigen Wochenrückblicks. Wenn Duisburg Kontor es schafft, eine Google-Maps-Karte als das Nonplusultra für Studenten hinzustellen, dann klappt das auch hier. Womit wir schnurstracks hier sind:

Das Thema der Woche

„Die StudiMap Duisburg gibt Erstsemestern und Neu-Duisburgern praktische und hilfreiche Orientierung. Das auf Google-Maps basierende digitale Kartenwerk wurde von Duisburg Kontor in Kooperation mit der Uni Duisburg-Essen und dem Bildungs- und Kulturdezernat der Stadt Duisburg entwickelt.“ Ui, denkt man nach dem Lesen des Beitrags auf der Homepage von Duisburg-Kontor – da muss jetzt aber was dahinterstecken! Was richtig Gutes! So mit perfekter Navigation! Na schön, es basiert auf Google-Maps, aber da basieren ja einige nette – Projekte – hmm, jetzt wo ich das schreibe fällt mir auf, die basieren alle eher auf OpenMaps. So wie die Wheelmap etwa. Oder einige Ideen, die bei Hackathons vorgestellt worden sind. Hackathon ist übrigens keine Sportart, da treffen sich Programmierer und Menschen zum Ideenaustausch und programmieren – manchmal gibts nach einem Tag schon sogar eine fertige App.
bildschirmfoto-2016-10-08-um-00-37-32Jetzt ist es unfair die Wheelmap mit der Studimap zu vergleichen… Ach kommt, natürlich ist es das nicht, das ist in etwa der gleiche Ansatz: Der Mitmachbürger kann auf einer Karte Punkte und Orte markieren. Bei der Wheelmap geht das einfach so, man muss sich nur registrieren und zack – kann man in Duisburg schon markieren, wo rollstuhlgerechte Lokalitäten zu finden sind. Dass OpenStreet-Map-Daten bei Programmierern beliebter sind als Google-Maps-Daten hängt damit zusammen, dass die Daten bei OpenStreet-Map jeder nutzen kann. Ohne gleich von Google eventuell angeschissen zu werden. Mitmachen kann man bei der Studimap, in dem man eine Mail an die Macher schreibt mit einem Ort, der für Studenten attraktiv ist. Der wird dann wohl eingepflegt.
Jetzt fragt man sich: Warum setzt eine Stadt nicht – wie das eigentlich sein sollte zur Förderung des Gedankens offener und freier Ressourcen – nicht auch auf OpenStreet-Map auf? Weil bei Google die Daten für die Geschäfte schon vorhanden sind? Mag ein Grund sein, aber die Daten bei Google sind von den Händlern eingepflegt. Was dann dazu führt, dass bei der Suche nach REWE zwar REWEs angezeigt werden, genauer Angaben fehlen meistens – zweimal REWE als Ergebnis hilft mir jetzt nicht unbedingt, REWE-Supermarkt Meyer ebenfalls nicht, ich will ja wissen an welchem ORT die Läden zu finden sind. Wenn ich in Neudorf wohne hilft mir ein Rewe in Wanheim nicht unbedingt…
Ein Grund war vielleicht auch: Anders als bei der Wheelmap scheint man von Seiten des Duisburger Kontors nicht unbedingt viel an geldlichen Ressourcen in das Projekt stecken zu wollen – so nett das auch ist, wenn man Studenten da mit einbindet und für die Zielgruppe ist das Teil ja gemacht. Aber ich weiß nicht, ob die unhandliche Bedienfunktion nicht direkt diese Zielgruppe wieder verschreckt. Ich fürchte: Ja, das wird sie tun. Nun gut. Das ist ja alles noch in der Beta-Phase und verbesserungsfähig und bla, bla, bla… Dennoch: Einen guten ersten Eindruck macht das nicht. Aber schön, warten wir es mal ab – vielleicht wird’s ja doch genutzt. Falls aber demnächst wieder auf das böse Google geschimpft wird von Seiten der Stadt, der sollte sich dann mal etwas kleinlauter geben…

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Alle Jahre wieder: „WhatsApp ist böse! Ich höre sofort auf das zu nutzen!“ – was dann aber doch kaum einer macht, weil die Alternativen von den Bekannten nicht benutzt werden. Da mag der Datenschützer aus Hamburg noch so hinweisend sein…

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Jugendliche Videogucker bei YouTube könnten jetzt unbeabsichtigt doch Inhalte des Öffentlich-Rechtlichen-Sendeapparates gucken, weil FUNK jetzt gestartet ist. Der hat bekannte Youtuber mit bekannten Formaten eingekauft, klar, nicht bekannte Youtuber guckt ja auch keiner, etliche Formate neu entwickelt und auch einige BBC-Serien für die Jugend. Und eine App.

Video der Woche

Themen, die es diesmal nicht in die Kolumne geschafft haben:

  • Irgendwas mit Alkohol, Leben, bitter. Da falle ich nicht drauf rein und verhelfe denen auch noch zu tollen Zahlen im Marketing. Außerdem: Chemnitz ist total großartig.
  • Funkende Kanaldeckel, die Vodaphone zu den Cannstatter Wasn installieren will. Wortspiele mit Mist, Empfang, Eingeständnis und Endlich sind natürlich absolut verboten. Wenn sie Dixie-Klos damit ausstatten würden, dann ja. Aber so…
  • Und das mit den bosnischen Handgranaten, die sich ein Duisburger per Post schicken ließ – auch hier keine Wortspiele mit Bombe, Post, Dienst und Zustelldiensten. Außerdem: Auch Dinge, die man sich beim Friseur erzählt könnten tatsächlich wahr sein.
  • Dezent hülle ich auch den Mantel des Schweigens über das Eingeständnis, dass der Brunnen am HBF – wenn er denn mal fertig ist – dezent auch mal in blau-weiß erstrahlen könnte. Oder weiß-blau. Je nachdem, von welcher Seite des HBFs man denn jetzt kommt…

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