AfD mit gezinkter Karte

Screenshots von David Schraven

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Landtagskandidat aus Kirchhellen hetzt mit falschem Bild
Die AfD versucht in NRW Fuß zu fassen. Leider mit schmutzigen Methoden. Der Landtagskandidat der AfD aus Bottrop-Kirchhellen, Matthias Gellner, etwa benutzt für seine Hetze gegen Zuwanderer ein Foto aus einem Elendsquartier des bulgarischen Plowdiw.  Von David Schraven (correctiv.ruhr)

Matthias Gellner fordert auf seiner Facebook-Seite ein hartes Durchgreifen der Politik gegen so genannte No-Go-Areas – deren Existenz derzeit nicht bewiesen ist.

Eine Besucherin seiner Facebook-Seite wettert daraufhin gegen „kriminelle Familienclans“. Sie schreibt: „Warum müssen sich unsere Polizisten mit diesem asozialen Gesocks herum schlagen?“ Der Adressat der Hetze ist klar: Sinti und Roma und Bulgarien und Rumänien, die sich nach der EU-Erweiterung in Deutschland niederlassen dürfen. Etliche Roma und Sinti wohnen in NRW in heruntergekommenen Häusern. Meist unter schlimmen Bedingungen. Von Mietwucherern ausgebeutet müssen sie teilweise für eine blanke Matratze auf dem Boden bis zu 300 Euro im Monat Miete zahlen. Großfamilien werden in Zwei-Zimmer-Wohnungen gepfercht.

AfD-Kandidat Matthias Gellner greift die Hetze gegen Sinti und Roma auf.  In einer Antwort auf einen Kommentar, der von einem Rechtsbruch der Regierung faselt, wendet sich Gellner inbesondere gegen Sinti und Roma, die aus Bulgarien und Rumänien zugewandert sind. Er schreibt „Aus diesen Ländern kommt die Armutseinwanderung.“ Der Zuzug habe sich verdoppelt. Dann schiebt er ein Hetzvideo gegen Sinti und Roma hinterher.

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Seine Worte illustriert Gellner mit dem Foto einer vermüllten Straße, über die offensichtlich Sinti und Roma mit ihren Kindern laufen. Er schreibt: „Das Foto stammt aus der Dortmunder Nordstadt.“

Screenshots von David Schraven

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Und das stimmt nicht. Gellner schreibt die Unwahrheit. Das Foto stammt aus dem Elendsquartier  Stolipinowo in Plowdiw. Es geistert seit mindestens 2013 durch das Internet.

Gellner baut sich seine Welt aus dem Internet zusammen und hetzt mit einem falschen Bild gegen Menschen, die sich nicht wehren können. Normalerweise wäre das nicht weiter bemerkenswert, wäre Gellner nicht AfD-Kandidat für den Landtag in NRW auf einem aussichtsreichen 22. Platz.

 

Von David Schraven (correctiv.ruhr)

Der Autor ist Redakteur des Recherchezentrums CORRECTIV.RUHR Die Redaktion finanziert sich ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Ihr Anspruch: Missstände aufdecken und unvoreingenommen darüber berichten. Wenn Sie CORRECTIV.RUHR unterstützen möchten, werden Sie Fördermitglied. Informationen finden Sie unter correctiv.ruhr

 

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