Duisburg: Atomkraftgegner kündigen Widerstand gegen Atommülltransporte an

anti-gorleben-duisburg-4778Ein breites bundesweit und international aufgestelltes Bündnis aus Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbänden weist mit einer symbolischen Aktion auf drohende Atommülltransporte durch Nordrhein-Westfalen hin. Am 21. Mai werden Anti-Atomkraft-Initiativen mit einer Streckeninspektion die Taten- und Konzeptionslosigkeit der politisch Verantwortlichen im Umgang mit den insgesamt 152 Castoren aus dem ehemaligen Versuchsreaktor in Jülich verdeutlichen. Dort findet um 14.00 Uhr eine Kundgebung auf dem Schlossplatz statt. Das Antiatom-Bündnis Niederrhein ruft zu dieser Kundgebung auf und organisiert um 10.00 Uhr auf dem Harry-Epstein-Platz am Duisburger Hauptbahnhof Fahrgemeinschaften für Interessierte.

Mit dieser Aktion wird auf die weltweit ungelöste Frage der Entsorgung radioaktiver Abfälle hingewiesen, insbesondere auf den verantwortungslosen Umgang mit dem Jülicher Atommüll. Dieser befindet sich noch in einem Zwischenlager, welches weder gegen Erdbeben noch gegen Terrorangriffe gesichert ist. Seit 2013 ist die Genehmigung des Lagers ausgelaufen und der Betrieb nur mit ministerieller Duldung möglich. Ein Export des Atommülls in die USA wird weiterhin geplant, ist aber mit dem Atomgesetz, das einen Export untersagt, nicht in Einklang zu bringen. Ein Transport ins Zwischenlager Ahaus wird deshalb immer wahrscheinlicher. Das dortige Lager ist jedoch ebenfalls nicht gegen Terrorangriffe gesichert. Jetzt nötig gewordene Baumaßnahmen zur angeblichen Verbesserung der Sicherheit des Zwischenlagers werden voraussichtlich zwei bis drei Jahre dauern. Zudem können im Zwischenlager Ahaus schadhafte Castorbehälter weder repariert , noch können dort die für eine Endlagerung erforderlichen Vorbereitungen erfolgen. Die zeitliche Genehmigung des Zwischenlagers ist zudem ebenfalls begrenzt. Atomtransporte nach Ahaus suggerieren damit eine Lösung, die es nicht gibt. Der Preis, den die Bevölkerung für diese Scheinlösung zahlen müsste, sind zahlreiche riskante Transporte des Atommülls durch dicht besiedelte Regionen, unter anderem durch dem Raum Duisburg.

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Die Anti-Atomkraft-Initiativen bekräftigen deshalb ihre Forderung des Neubaus eines Zwischenlagers in Jülich, welches einerseits ausreichend gegen Erdbeben und Terrorangriffe gesichert ist und andererseits die zeitlichen Hintergründe bis zur möglichen Endlagerung berücksichtigt.

Felix Ruwe vom Vorstand der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ erklärt: „Man weiß seit Jahrzehnten nicht, wohin mit dem ganzen Atommüll. Ein Verschieben von A nach B bringt nichts, ist reine Augenwischerei. Und realistisch betrachtet ist das Endlagerkonzept fragwürdiger denn je. Selbst die sogenannte Endlagersuchkommission hat erwartungsgemäß nicht einmal den Ansatz einer Lösung geliefert.“

Das Antiatom-Bündnis Niederrhein fordert neben anderen Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbänden, die Produktion weiteren Atommülls kategorisch zu vermeiden und sofort aus der Atomtechnik auszusteigen. Für die strahlenden Altlasten gelte es, keine kurzsichtigen Pseudolösungen zu entwickeln oder wie bisher nur auf Zeit zu spielen. Im Sinne einer Schadensbegrenzung solle jeglicher Atommüll dort bleiben, wo er sich befindet. Damit einher gehe auch das Verbot jeglicher Transporte von Atommüll. Dies gelte für den Jülicher Atommüll genauso, auch wenn dann ein neues Zwischenlager errichtet werden muss. Felix Ruwe weiter: „Wer diesen hochgefährlichen Atommüll in die Welt setzt, ist verpflichtet sich auch darum zu kümmern und ihn nicht anderen vor die Füße zu kippen – weder der Bevölkerung in den USA, noch den Ahauserinnen und Ahausern, noch irgendjemand anderem.“

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