Mittelstand fordert Wachstumspakt für NRW

Die Auftragseingänge der nordrhein-westfälischen Industrie lagen im März des laufenden Jahres um zehn Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Preisbereinigt sank der entsprechende Index des statistischen Landesamts (IT.NRW) um zehn Punkte auf einen Wert von 99,6 Punkten (2010=100). Bemerkenswert war der Rückgang der Inlandsbestellungen, die um 18 Prozent dramatisch einbrachen, während das Geschäft mit dem Ausland lediglich um einen Prozentpunkt zurückging.

PortraitHerbertSchulte.pngVor allem der Auftragsrückgang von 37 Prozent im Investitionsgüterbereich auf dem heimischen Markt biete mit Blick auf das angespannte gesamtwirtschaftliche Umfeld Nordrhein-Westfalens Anlass zu extremer Sorge, warnt NRW-Landesgeschäftsführer Herbert Schulte vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW NRW). „Selbst unter Berücksichtigung statistischer Sondereffekte im Inlandsgeschäft läuten bei uns im Mittelstand sämtliche Alarmglocken, da der Konjunkturmotor in NRW schon seit geraumer Zeit stottert und die wirtschaftliche Großwetterlage in der Industrie und den industrienahen Gewerben auf Sturm umgeschlagen ist. Das wird den industrienahen Mittelstand und damit auch regionale Arbeitsmärkte empfindlich treffen. Nordrhein-Westfalen benötigt einen Wachstumspakt mit Investitionsschwerpunkten in konjunkturell besonders gefährdeten Regionen wie dem Ruhrgebiet. Das Land muss Unternehmensgründer von seiner Investitionsbereitschaft in Wissen und Infrastruktur überzeugen, um die notwendigen Wohlstandeffekte einer dynamischen Gründerkultur ernten zu können. Zudem ist die Entkoppelung des Landes vom Sog stetig steigender Kommunalabgaben und sinkender öffentlicher Investitionsbereitschaft fundamental für die Standortreputation der Zukunft. Passivität rächt sich hier besonders bitter, da NRW im Standortvergleich Abgabenspitzenreiter ist, dafür aber am wenigsten investiert.“ Das habe Folgen für die wirtschaftliche Dynamik im Land. Gerade dem Ruhrgebiet fehlten nach wie vor im Vergleich mit dem Süden der Republik Zehntausende Unternehmen und Selbständige. Die Politik verschenke die Zukunft, wenn sie nicht jetzt mit Begeisterung zur Pflege der Gründerkultur und zur Standortpflege selbst in die Offensive gehe, fordert Schulte.

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