Sonne, Meer und Heavy Metal: Kreuzfahrtbranche boomt und erfindet neue Formate

Kreuzfahrten waren lange Zeit einer relativ klar definierten Zielgruppe von zumeist älteren und gutbetuchten Reisenden vorbehalten, denn sie waren teuer und zeitintensiv. Doch in den letzten Jahren explodierten die Passagierzahlen. Werften und Reedereien freuen sich über prall gefüllte Orderbücher und die Tourismusbranche denkt sich immer neue Formate aus, um demnächst die Zwei-Millionen-Marke an deutschen Passagieren zu knacken. Eventkreuzfahrten sprechen vor allem jüngere Reisende und spezielle Interessengruppen an: Bei der „Full Metal Cruise“ steht beispielsweise „Metal-Wellness“ auf dem Programm.

Mehr Passagiere, größere Schiffe und ein breiteres Angebot

Insgesamt 1,4 Millionen Urlauber unternahmen im Jahr 1980 eine Kreuzfahrt. Damals galt diese Art zu reisen vielen Urlaubern noch als bieder und kostete ein kleines Vermögen. Seitdem hat sich einiges getan: 2016 sollen laut dem internationalen Kreuzfahrtverband „Clia“ weltweit etwa 24 Millionen Passagiere an Bord gehen. Mittlerweile reicht das Angebot von den klassischen Luxusurlauben auf hoher See bis zu Expeditions- und Abenteuerreisen. Wegen der steigenden Nachfrage können sich auch die Werften über massig Aufträge freuen: 55 neue Schiffe haben internationale Werften derzeit in ihren Auftragsbüchern. Trotz des großen Interesses, aber aufgrund der im Vergleich dazu recht geringen Kapazitäten der Schiffe konnte die Branche im vergangenen Jahr nur um 2,3 Prozent wachsen. Dabei werden die Schiffe immer größer: Mit der „Harmony of the Seas“ sticht im Mai das mit 361 Metern Länge und 66,5 Metern Breite bis dato größte Kreuzfahrtschiff in See. 5.500 Passagiere finden an Bord Platz und können im Amphitheater oder einem Park mit 12.000 echten Pflanzen Unterhaltung finden oder sich entspannen.

Die Gründe für die Entwicklung hin zum Massenmarkt sind vielfältig. Im Urlaub wird zunehmend Entschleunigung gesucht, die man kaum besser als auf einem Kreuzfahrtschiff finden kann. Schon dessen geringe Geschwindigkeit versinnbildlicht dies: Meist sind die Schiffe zwischen 21 und 30 Knoten „schnell“, also etwa mit der gemütlichen Innerortsgeschwindigkeit eines Autos. Auch das Internet und die guten Vergleichsmöglichkeiten über Portale wie cruneo machen Kreuzfahrten einem breiteren Publikum schmackhaft. Dadurch sind die Reedereien mittlerweile sogar in der Lage, das Angebot an unterschiedliche Zielgruppen anzupassen.

Heavy-Metal-Kreuzfahrt startet schon zum fünften Mal

Eine dieser neuen Zielgruppen sind Heavy-Metal-Fans, die aktuell zum inzwischen fünften Mal unterwegs sind und die beliebte Eventkreuzfahrt „Full Metal Cruise“ unternehmen: Am 20. April stachen die Metalheads in Palma de Mallorca in See und bereisen auf der „Mein Schiff 2“ bis zum 25. April das Mittelmeer. Namhafte Bands treten live auf, Workshops und „Metal-Wellness“ runden das Spezialprogramm ab. Der Erfolg solcher Formate gibt der Strategie der Kreuzfahrtgesellschaften Recht: Nach gerade einmal einer halben Stunde war die Eventkreuzfahrt ausgebucht. Andere Themenreisen richten sich beispielsweise speziell an Familien, Singles oder abenteuerlustige Antarktisreisende.

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