UCI Junior Serie Montichiari und Swiss Bike Cup Buchs

Torben Drach zelebriert Coup in Italien

 

Mit einem kaum für möglich gehaltenen Erfolg kehrt Torben Drach aus dem italienischen Montichiari zurück. Der Kirchzartener gewann das Rennen der UCI Junior Serie, Teamkollege David List wurde Zehnter. Beim Swiss Bike Cup fuhr Luca Schwarzbauer auf einen starken sechsten Platz.

 

©Marc Schäfer

©Marc Schäfer

Im Wheelie und mit einer in die Höhe gereckten Faust zelebrierte Torben Drach seinen Sieg. „Das ist schon ein cooles Gefühl vor dem italienischen Publikum an erster Position über die Ziellinie zu fahren, echt gigantisch“, bekannte Torben Drach, dass er den Coup für sich und sein Team aus dem Hochschwarzwald mächtig genossen hat.

44 Sekunden musste man warten, ehe der Sieger vom ersten UJS-Rennen in Rivera, der Franzose Thomas Bonnet aufkreuzte und drei Sekunden hinter ihm sein Landsmann Clement Champoussin.

Diesen entscheidenden Abstand hatte Torben Drach letztlich in der vierten von fünf Runden gemacht, doch schon in der zweiten Runde war er alleine vorne.

Nach einem guten Start, der ihn rasch von Position 20 an die Spitze brachte, setzte er sich mit den beiden Franzosen ab. „Ich habe mich erst mal zurückgehalten und wollte sehen, wie ich auf das Tempo und die Hitze reagiere“, berichtet Torben Drach.

Dann aber stürzte hinter ihm einer der Beiden und es entstand eine Lücke von sechs bis acht Sekunden. Vollgas wollte Drach nicht fahren, aber er wollte es den beiden Konkurrenten auch nicht leicht machen wieder heran zu kommen.

So hielt er sie immer auf derselben zeitlichen Distanz, bis er in Runde vier bemerkte, dass der Abstand größer wird. . „Das hat mich richtig angespornt und ich hatte super Beine. So bin ich vollends weggefahren“, erzählt Drach.

 

„Absolut souverän, wie er heute gefahren ist. Vielleicht haben ja die überstandenen Prüfungen die Fesseln abgelegt“, mutmaßte Junioren-Bundestrainer Marc Schäfer. Zumindest habe Torben Drach vor dem Rennen weitaus lockerer gewirkt als noch vor zwei Wochen in Rivera.

Zumindest „ganz entspannt“ sei er nach Italien gefahren, bestätigte Torben Drach nach dem bisher größten Erfolg seiner Karriere. Die Blaupause dazu hatte ihm ja sein Teamkollege Lars Koch vor einem Jahr geliefert, als der Furtwangener dort gewinnen konnte.

 

Auch David List konnte strahlen. Nicht nur über den Sieg seines Teamgenossen, sondern auch über seinen eigenen zehnten Platz, 4:07 Minuten hinter Drach.

Hinter dem Braunsbacher Niklas Schehl (7.) war er damit drittbester Deutscher und zweitbester Vertreter des jüngeren Jahrgangs. Von Startposition 42 aus fuhr er sich schön nach vorne und machte auch in der letzten Runde noch Plätze gut. „Für einen aus dem jüngeren Jahrgang ist das großartig“, meinte Bundestrainer Marc Schäfer über den Friedrichshafener.

Der dritte Lexware-Fahrer Jannick Zurnieden startete gut, musste aber mit Atemproblemen bereits in der zweiten Runde aufgeben.

 

Anna Saier beendete das Rennen der Juniorinnen auf einem soliden 14. Platz, 4:38 Minuten hinter der Siegerin Helene Clauzel (1:10:27) aus Frankreich. Damit war die Offenburgerin nicht wirklich zufrieden. „Anna hat gekämpft, kein Vorwurf. Aber wo sie letztes Jahr hier schon Sechste war, ist sie damit natürlich nicht glücklich“, meinte Bundestrainer Schäfer.

 

Swiss Bike Cup Buchs: Schwarzbauer

Acht Weltranglistenpunkte konnte sich Luca Schwarzbauer nach dem Swiss Bike Cup in Buchs auf seinem Konto gut schreiben lassen. Er hatte sich für einen Start im Elite-Rennen entschieden. Bei regnerischen Bedingungen bestätigte er die Form vom Bad-Säckingen-Wochenende und belegte Rang sechs, 5:14 Minuten hinter dem Schweizer Reto Indergand (1:35:28), einem Elite-Fahrer, der im Weltcup wiederholt die Top 20 knackt.

Aus einer hinteren Startreihe ins Rennen gegangen kam Schwarzbauer als Elfter aus der ersten Runde und fuhr sich dann an die siebte Position, wo er mit dem Schweizer Emilien Barben um die Position kämpfte. Der Freiburger Sascha Weber kam den beiden Kontrahenten wegen eines Defekts von vorne entgegen und Schwarzbauer konnte sich schließlich mit zwei Sekunden Vorsprung gegen Barben durchsetzen.

„War geil heute, es lief sehr gut. Ich hatte einen konstanten Speed, musste aber mit Emilien Barben kämpfen. Ich habe es nirgendwo geschafft einen Vorsprung rauszufahren, es war ein ewiges Hin und Her. Am Ende hat es gereicht. Ich bin sehr froh, dass ich ein so langes Rennen durchziehen konnte“, kommentierte ein sehr zufriedener Luca Schwarzbauer sein Resultat.

 

Teamkollege Georg Egger reiste kurzfristig mit etwas schweren Beinen aus Italien an (siehe unten) und wurde Zehnter (+7:01). Mehr war nicht drin für Egger. „Es war klar nach gestern. Ich wollte mir noch mal die Kante geben. In den nächsten zwei Wochen fahre ich keine Rennen mehr und lasse die Belastungen wirken“, so Egger.

 

Trofeo Delcar Montichiari: Egger an den Punkten vorbei

Was „gestern“ war? Das HC dotierte Rennen in Montichiari. Dort reichte es für den Deutchen U23-Meister nicht wie erhofft unter die besten 25 und damit in die Punkte-Ränge. Als 27. erreichte Egger mit 5:46 Minuten Rückstand auf den Franzosen Maxime Marotte (1:25:34) das Ziel.

„Es lief ganz solide. Die Spritzigkeit war schon besser als in Bad Säckingen und ich konnte konstant durchfahren“, bilanzierte Egger dort.

 

Marathon in Kempten

Andreas Kleiber war am Sonntag in seiner Allgäuer Heimat beim 78 Kilometer langen Marathon unterwegs. Dort traf er unter anderem auf den dreifachen Transalp-Sieger Markus Kaufmann als Konkurrenten. Der Meckenbeurener gewann das Rennen denn auch souverän.

Andreas Kleiber wurde bei Dauer-Regen Siebter, 8:10 zurück und war danach vor allem mit seiner Verfassung sehr zufrieden. „Ich habe mich viel besser gefühlt als vorige Woche in Bad Säckingen. Ich glaube, es wird langsam“, zeigte er sich nach der Enttäuschung vom Eggberg-Marathon zuversichtlich.

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