Piraten: Duisburger Brief an Merkel schlägt hohe Welle

Der offene Brief, den Geflüchtete aus Duisburg und Mülheim als Reaktion auf die Vorkommnisse am Silvesterabend in Köln an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben haben, schlägt hohe Wellen. In dem Brief distanzieren sich die Unterzeichner von den Kölner Ereignissen und verurteilen diese auf das schärfste. Viele, auch überregionale Medien, haben bereits über den Brief berichtet. Eine Antwort aus dem Bundeskanzleramt steht noch aus.

Ratsfrau Britta Söntgerath (PIRATEN) wertet den offenen Brief als positives Signal:

Britta Söntgerath - Foto: Thomas Rodenbücher

Britta Söntgerath – Foto: Thomas Rodenbücher

 

„Geflüchtete bekommen nur selten die Möglichkeit, gehört zu werden. Aber alle werden sofort immer in einen Topf geworfen, sofern es nur kleinste Vorkommnisse gibt. Für mich ist es nachvollziehbar, dass die Geflüchteten das nicht länger auf sich sitzen lassen wollten. Deshalb bin ich stolz, dass der Brief in Duisburg seinen Ursprung hat und bereits über 1700 Geflüchtete diesen Brief unterzeichnet haben.“

Selbstverständlich hat niemand von den Flüchtlingen verlangt, diesen Brief zu verfassen. In der heutigen Zeit erscheint es allerdings als einer der wenigen Wege, um der zunehmend aggressiver werdenden Stimmung gegenüber Flüchtlingen in Deutschland entgegenzutreten. Geflüchtete haben keine große Lobby in der Gesellschaft und müssen mit unkonventionellen Mitteln versuchen, die Bevölkerung des Landes zu erreichen und zu sensibilisieren.

Viele Fremdenfeindliche verkennen, dass es sich um ein soziales Problem handelt. Herkunft und Religion werden nur instrumentalisiert, um Angst und Vorurteile zu schüren. Sexuelle Übergriffe ungeachtet Herkunft und Religion sind auch heute noch trauriger Alltag.

Entscheidend ist die Intention des Briefes. Er appelliert an die Menschlichkeit und Toleranz. Daran, dass wir alle Menschen sind und viel gemeinsam haben, selbst wenn sich Kulturkreise, Religionen oder Nationalitäten unterscheiden.

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