2016: Das kann ja noch (h)eiter werden, oder?

Gedanken zu den Ereignissen in der Sylvesternacht in Köln, Hamburg und anderswo. Ein Gastkommentar von Lothar Reinhard

Für unser aller Landesmutti Merkel,  laut Time-Magazin „Person des Jahres 2015“, konnte das Jahr 2016 kaum schlechter beginnen:
Ihre Neujahrsansprache mit den Durchhalteparolen zu „Wir schaffen das“ oder „Das Asylrecht kennt keine Obergrenzen“ war kaum ausgestrahlt und noch weniger kommentiert, da war es von der rauhen Wirklichkeit bereits in den Abfallkorb der Geschichte verbannt worden.
1. Ab 1. Jan. führten nun auch die Schweden wieder Grenzkontrollen ein (bisher noch keine Zäune wie die Staaten entlang der Balkanroute) und beschränkten den Bahnverkehr nach Dänemark. Just die rot-grün regierten Schweden, die vorher fast als einzige in der EU neben Deutschland großzügig Teile der Völkerwanderung aufnahmen. Die Dänen schimpften und reagierten umgehend, indem auch sie Grenzkontrollen zu Deutschland einführten. Welch ein Waterloo für die Hoffnung nach dem deutschen bzw. Merkels Alleingang in der Flüchtlingsfrage, wo man/frau doch gehofft hatte, die EU-Solidarität würde das überforderte Deutschland per Quotenregelung entlasten.

Doch das war wohl der größte Schlag ins Wasser, den man sich vorstellen kann, basierend auf einer ziemlich realitätsblinden Fehleinschätzung par excellence, welche nun zusätzlich die EU in ihren Grundfesten zu zerreißen droht.
2. Die Sylvesternacht an Dom und Hbf in Köln und das völlig verwirrte und aufgescheuchte Durcheinandergerede danach von Hinz&Kunz (aus Berliner und NRW-Politik, aber auch manche Leitmedien und sog. Experten) zeigt eigentlich nur zweierlei:

Zum Einen, dass man/frau überhaupt nichts mehr im Griff hat und
zum zweiten, dass man/frau auf Nichts vorbereitet ist, was die Folgeprobleme einer ungeregelten Massenzuwanderung aus vieler Herren Länder betrifft. Das Sammelsurium aus Hilf- und Ahnungslosigkeit sowie verbohrter ideologischer Realitätsverweigerung ist erschreckend, aber nicht verwunderlich. Wer nämlich nicht einmal weiß, ob in den letzten 4 Monaten eine halbe Million Menschen mehr oder auch weniger in sein Land gewandert ist, geschweige denn von wo und warum im einzelnen, der kann die Situation nicht unter Kontrolle haben. Oder noch schlimmer: Manche dieser ziemlich verantwortungslosen Verantwortlichen wollten es absichtlich nicht wissen, um das „heile“ Weltbild der „guten“ Deutschen nicht zu gefährden.

Die unfassbare Dimension der Kölner Vorgänge, der erste Versuch des Verschweigens und das dann einsetzende Achselzucken garniert mit drastischen Forderungen (von eigentlich Selbstverständlichkeiten, allerdings zumeist ohne wirkliche Realisierungschancen) wird auch nicht dadurch besser, dass nun die überforderte Polizei den Sündenbock spielen soll. Doch egal, denn das alles zeigt:
„Wir“ schaffen „das“ oder auch nicht!
Frage ist und bleibt allerdings, was wer schaffen kann, soll oder muss und natürlich wie.
Jedenfalls schaffen „wir“ es nicht, das Auseinanderbrechen der Gesellschaft in der Mitte Europas auch nur zu verlangsamen, wenn die Verantwortlichen nicht einmal nach dem Supergau ausgerechnet am Kölner Dom – rein zufällig (?) das weltweit bekannteste Gebäude deutscher Kultur – in der Lage sind innezuhalten, Fehler einzugestehen und Lösungen zu suchen, die sich auf dem Boden der Realität befinden und sich nicht mehr nur mit AfD und Pegida beschäftigen, sondern die Alteingessenen („Eingeborenen“) und die vor der großen Völkerwanderung bereits (meist legal) Zugewanderten wieder mehr in den Fokus nimmt.
3. Man könnte die ungeheuerlichen Geschichten aus der Sylvesternacht in Köln auch als mehr oder weniger gezielte Provokation betrachten, mit der die naive und blauäugige westliche Toleranz sowie der deutsche Rechtsstaat vorgeführt werden sollten und wurden. Doch solche Gedanken auch nur zu haben, ist islamophob und bereits rechtsradikal, oder? Dennoch: Dass es in Hamburg, Stuttgart, Frankfurt, Dortmund usw. ähnliche Vorfälle am gleichen Sylvestertag gab, wenn zum Glück auch nicht in der beängstigenden Kölner Dimension, das sollte zu denken geben.

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