Verantwortungsvolle Drogenpolitik bedeutet Jugend- und Verbraucherschutz

Menschen aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten in Deutschland kiffen regelmäßig und pflegen einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Genussmittel Cannabis. Auf dem Weg zum Genuss machen sich, ansonsten unbescholtene Bürger, mehrfach strafbar und setzen sich völlig unkalkulierbaren Risiken aus. Während Alkohol und Tabak gesellschaftlich toleriert sind und frei verkauft und beworben werden dürfen, ist Cannabis illegal und stigmatisiert. Kontrolle über Qualität und Inhaltsstoffe ist völlig unmöglich, solange es illegal ist. Marihuana wird, auf dem Weg

Foto: Cannabis Training University

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vom Erzeuger zum Verbraucher, unter Umständen mehrfach weiter verkauft und/oder gestreckt. Im Besten Fall wird das Gras großzügig mit Wasser benebelt um das Gewicht und somit den Verkaufspreis zu erhöhen. So wird der Verbraucher nur betrogen, es sind aber viele, wesentlich gesundheitsschädlichere Praktiken bekannt geworden, wie zum Beispiel der Versatz mit Vogelsand, Zucker oder Haarspray. Verbrennen diese Inhaltsstoffe, entstehen hochgiftige Dämpfe, die sonst beim Genuss von Tabak und Cannabis nicht aufgenommen würden.
Wie können wir zulassen, dass sich unsere Bürger sich dieser unnötigen Gesundheitsgefährdung aussetzen?
Wie rechtfertigen wir vor uns und dem Gesetz, dass wir den Schwarzmarkt für Drogen durch diese Prohibition stärken und unsere Jugend in die Arme der Drogendealer treiben? Nur so kommen die meisten Menschen über Gras und Hash an zwielichtige Dealer, die jedes Gift verkaufen, um Geld zu verdienen. So wird Cannabis zur Einstiegsdroge, durch die gleichzeitige Verfügbarkeit von harten und weichen Drogen beim Verkäufer. Eine undenkbare Kombination in einem „Coffeeshop“ in den Niederlanden, wo ein für Deutschland denkbares Abgabesystem bestens funktioniert.

„Es geht um Gerechtigkeit und Chancengleichheit, sowie das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung, in der Frage ob wir Cannabis legalisieren, oder nicht!“

Jugendschutz ist ein wesentlicher Bestandteil einer verantwortungsbewussten Drogenpolitik. Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass Cannabis illegal ist, während Alkohol legal ist und sogar beworben wird und die Alkoholindustrie mit überzuckerten Alkoholmixgetränken versucht, die Jugend „anzufixen“ um sie an ihre Marke zu binden. Mit einer Cannabislegalisierung geht zwingend eine Reform des Jugendschutzes einher. Wie Alkohol und Tabak darf Cannabis selbstverständlich nicht an Jugendliche abgegeben werden, es darf ihnen aber auch nicht angeboten werden! Daher bedarf es eines Verbotes jeglicher Werbung für Alkohol, Tabak und natürlich ggf Cannabis. Diese Milliardenindustrie wird toben und ihre Armee von Lobbyisten auf Berlin entsenden, aber sie wird es verkraften.
Auch Suchtprävention und Aufklärung sind essenzielle Bestandteile des Jugendschutz, die schon jetzt zu kurz kommen. Eine Legalisierung von Cannabis erhöht den Bedarf nicht, könnte ihn durch Besteuerung aber finanziell abdecken. Wir können es uns in Deutschland gar nicht leisten, Cannabis nicht zu legalisieren. Wir handeln fahrlässig, wenn wir unsere Bürger, Verbraucher und Wähler weiter dieser verfehlten Drogenpolitik aussetzen. Nehmen wir endlich unsere Verantwortung wahr und schützen unsere Jugend und Verbraucher vor der Drogenmafia.

Jan Ingensiep, Mitglied der Jusos/SPD Duisburg

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