DGB: Viele Fachkräfte in Krefeld arbeiten in Minijobs

DGB.jpgIn Krefeld gibt es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit insgesamt 20.452 Minijobber (Stand: März 2015). Davon haben 8.461 einen Berufsabschluss und 1.145 Personen einen akademischen Abschluss. Insgesamt sind das 9.606 Fachkräfte. „Fast jeder zweite Minijobber in Krefeld hat eine Ausbildung oder einen akademischen Abschluss. Es ist doch absurd, dass in einigen Bereichen häufig über Fachkräftemangel geklagt wird, aber die vorhandenen Arbeitskräfte dann nur geringfügig beschäftigt werden‘‘, so der DGB-Vorsitzende Ralf Köpke.

Der DGB fordert, Minijobs in sozialversicherte und existenzsichernde Beschäftigung umzuwandeln. Die Mehrheit der 14.143 Krefelderinnen und Krefelder, die ausschließlich in Minijobs beschäftigt sind, wünschen sich eine Ausweitung der Arbeitszeit und damit einhergehend eine Erhöhung des Einkommens. ,,Es wird Zeit, dass dieses Thema in den Fokus aller arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitischen Akteure rückt und diese sich dieser Aufgaben annehmen. Gefordert sind hier natürlich vor allem die Arbeitgeber im Bereich der Pflege und dem Hotel- und Gaststättengewerbe, die häufig über einen Fachkräftemangel klagen. Gleichzeitig sollte das Jobcenter mit einer Qualifizierungsoffensive den 3.829 Minijobbern ohne Berufsabschluss den Weg in eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung öffnen‘‘, so Köpke abschließend.

Zum Hintergrund: Minijobber dürfen monatlich maximal 450 Euro verdienen und sind von den Sozialversicherungen weitgehend ausgenommen. Beschäftigte stehen mit einem sozialversicherten Job weitaus besser da. So erhalten Frauen mit nur einem Minijob kein regelmäßiges Mutterschaftsgeld. Auch andere Leistungen, die für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte selbstverständlich sind, erhalten Minijobber/innen nicht oder nur eingeschränkt: Krankengeld zur Kinderpflege gibt es z. B. für Minijobber/innen genauso wenig wie Krankengeld für den Fall, dass sie selbst längerfristig erkranken. Geringfügig Beschäftigte haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Ihnen entgehen also zahlreiche Ansprüche und Vorteile der Sozialversicherung – vor allem die Folgen für die Rentenansprüche sind verheerend.

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