Duisburger Arbeitsmarkt im April

„Der April zeigt einen saisonüblichen, in beiden Rechtskreisen aber unterschiedlichen Verlauf“, so Ulrich Käser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Duisburger Arbeitsagentur.
Arbeitslosenzahl im April:                            +  212   auf  32.746
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:    –   928
Arbeitslosenquote im April:                          +  0,1 Prozentpunkte auf 13,3 Prozent
Mit 32.746 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren im April 2015 212 Menschen oder 0,7 Prozent mehr Menschen als noch im März von Arbeitslosigkeit betroffen. Im April des Vorjahres waren 33.674 Menschen arbeitslos gemeldet, 928 Personen oder 2,8 Prozent mehr als in diesem April.
Die Arbeitslosenquote stieg dadurch um 0,1 Prozentpunkte und liegt jetzt bei 13,3 Prozent. Im April des Vorjahres lag sie mit 13,7 Prozent um 0,4 Prozentpunkte über dem aktuellen Wert.
agenturfuerarbeitDie Zahl der Personen, die in Qualifizierungen, Aktivierungsseminaren und Arbeitsgelegenheiten  beschäftigt waren und deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden (Unterbeschäftigung im engeren Sinne), lag im April 2015 bei 7.113.
Mit 15,9 Prozent ist die Unterbeschäftigungsquote im April gegenüber dem März 2015 unverändert geblieben. Der aktuelle Wert liegt damit um 0,3 Prozentpunkte unter dem  April-Wert des Vorjahres mit 16,2 Prozent.
Betrachtet man die Entwicklung getrennt nach den beiden Rechtskreisen, so hat sich die Arbeitslosenquote im Versicherungsbereich (SGB III)  um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt  2,3 Prozent verringert. Im Vormonat lag die Quote bei 2,4 Prozent.  Der aktuelle April-Wert liegt um 0,4 Prozentpunkte niedriger als im April 2014 (2,7 Prozent).
Im Berichtsmonat waren 5.666 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Das sind 200 oder 3,4 Prozent weniger arbeitslose Personen als im  März (5.866). Vor einem Jahr, im April 2014, waren im Bereich des Arbeitslosengeld-I-Bezugs noch 846 oder 13,0 Prozent mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (6.512).
In der Grundsicherung (SGB II) stieg die Arbeitslosenquote im April gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte von 10,8 Prozent auf jetzt  11,0 Prozent. Im April des Vorjahres lag sie bei 11,1 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte über dem aktuellen Wert.
27.080 Personen (+ 412 und + 1,5 Prozent) waren im April in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet (März 26.668). Im Vergleich zum April 2014 (27.162) sind in der Grundsicherung  aktuell 82 oder 0,3 Prozent weniger Menschen arbeitslos gemeldet.
Für Käser hat die unterschiedliche Entwicklung in den beiden Rechtskreisen ganz plausible Erklärungen: „Während im Versicherungsbereich die Frühjahrsbelebung mit ihrer starken Kräftenachfrage für weiter zurückgehende Arbeitslosenzahlen sorgt, führen auslaufende Maßnahmen und Arbeitsgelegenheiten zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung. Zur Erinnerung: Wegen der Vorsorge für  einen möglichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen durch die EU-Erweiterung im vergangenen Jahr konnten zahlreiche Arbeitsmarktinstrumente erst im Laufe des Jahres greifen. Diese Entwicklung lässt aktuell die Zahlen hier steigen.“
Die Zugänge in Arbeitslosigkeit insgesamt sind im April um 839 oder 15,5 Prozent  gegenüber dem Vormonat höher ausgefallen. Die Zahl der Zugänge hat sich dadurch von 5.404 im März  auf jetzt 6.243 gesteigert. Im April des Vorjahres lag die Zahl der Zugänge  in Arbeitslosigkeit  bei   5.359  und damit um 884 oder 16,5 Prozent unter den Zugängen in Arbeitslosigkeit in diesem April.
Von den 6.243 neu gemeldeten Arbeitslosen kamen im  April 2.026 aus einer vorhergehenden Erwerbstätigkeit. Gegenüber den 1.646 Zugängen aus Erwerbstätigkeit im März 2015  mussten sich im Berichtsmonat 380 oder 23,1 Prozent mehr Menschen nach einer vorhergehenden  Erwerbstätigkeit arbeitslos melden.
Im April 2014 gab es 1.630 Zugänge aus Erwerbstätigkeit. Dies waren 396 oder  24,3 Prozent weniger  Meldungen  aus einer Erwerbstätigkeit als in diesem April.
Im Berichtsmonat nahmen 1.609 Personen wieder eine Arbeit auf. Das sind 92 oder 6,1 Prozent mehr Personen als im Vormonat (März 1.517 Personen). Gegenüber dem Vorjahresmonat (1.437 im April 2014) verzeichnen wir mit 172 oder 12,0 Prozent mehr Abgänge in eine Erwerbstätigkeit.
Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit insgesamt betrugen im April 6.097. Das waren 244  oder 4,2 Prozent mehr als im März (5.853) und 638 oder 11,7 Prozent mehr als  vor einem Jahr im April 2014 (5.459).
„Nach einem leichten Rückgang der Kräftenachfrage wegen der Osterfeiertage im vergangenen Monat kommt der Stellenmarkt jetzt so richtig wieder in Fahrt. Zugang und Bestand sprechen hier eine deutliche Sprache. Es ist nur zu wünschen, dass auch die Langzeitarbeitslosen von diesem Angebot weit stärker profitieren. Hier kann ich nur an die Betriebe vor Ort appellieren, auch diesen Personenkreis in ihre Stellenbesetzungsüberlegungen mit einzubeziehen“, eine für Käser wünschenswerte Entwicklung bei den Unternehmen.
Mit 1.089 (Vormonat 993) neuen ungeförderten Arbeitsstellen ist der Stellenzugang gegenüber dem Vormonat wieder kräftiger ausgefallen (+ 96 oder + 9,7 Prozent).  Er liegt damit auch oberhalb der Werte des Vorjahresmonats mit 1.003 neu gemeldeten Stellen  (+ 86 oder + 8,6 Prozent).
Der  Stellenbestand erhöhte sich weiter um 38 oder 1,0 Prozent  gegenüber dem Vormonat auf  jetzt  3.825 Stellenangebote. Damit bewegt er sich weiterhin deutlich (um 711 Stellen oder 22,8 Prozent) über dem Bestand im Vorjahresmonat  (3.114 Stellenangebote im April 2014).
„Wir befinden uns der der Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit auf dem richtigen Weg. Mit der Einrichtung der Jugendberufsagentur gehen wir jetzt noch einen Schritt weiter und verzahnen die Angebote vom Jugendamt der Stadt Duisburg, dem jobcenter Duisburg und der Agentur für Arbeit zu einem Angebot unter einem Dach. Die kommende Zeit wird uns sicherlich darin bestätigen, dass dies ein gutes und wichtiges Angebot für den Duisburger Arbeitsmarkt ist“,  beschreibt Käser die aktuellen Entwicklungen der Jugendarbeitslosigkeit im April 2015.
Mit 2.632 Personen waren im April  79 oder 2,9 Prozent weniger junge Leute von Jugendarbeitslosigkeit betroffen als noch im März (2.711). Im Vergleich zum Vorjahresmonat  liegen die Zahlen dabei um 564 oder 17,6 Prozent deutlich niedriger als noch 2014 (3.196).
Die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahre alten Personen ist im April wieder angestiegen (+ 198 oder + 2,2 Prozent). Sie liegt aktuell bei 9.285 (Vormonat 9.087) und damit um 136 Personen oder 1,5 Prozent über dem Vorjahresmonat (9.149).
Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über  55 Jahre stieg im April  im Vergleich zum Vormonat ebenfalls von 5.041 auf  nunmehr  5.162 (+ 121 oder + 2,4 Prozent). Hier waren im Vorjahresmonat 5.073  Personen arbeitslos gemeldet. In dieser Altersgruppe sind damit 89 Personen oder  1,8 Prozent mehr als im April 2014 arbeitslos gemeldet.
Im Berichtsmonat waren 10.154  Ausländerinnen und Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen. Dies sind 104 oder 1,0 Prozent mehr als im Vormonat (10.050) und 505 oder 5,2 Prozent mehr als im April des Vorjahres (9.649).
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg im April leicht an und liegt  jetzt bei 14.665 betroffenen Personen  (+ 91 und + 0,6 Prozent, Vormonat 14.574).
Der aktuelle Wert liegt damit aber immer noch um 129 Personen  oder 0,9 Prozent unter dem des Vorjahresmonats (14.794).
Die Zahl der von Kurzarbeit betroffenen Personen für den Monat September 2014  lag bei 95 in 15 Betrieben. Für den Monat November 2014 zeigt sich im Moment in der Hochrechnung folgende Situation: 13 Betriebe mit 84 betroffenen Personen.                                                  .
Der Anstieg der Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat beschreibt für Ulrich Käser nur unzureichend die aktuelle Entwicklung des Duisburger Arbeitsmarkts.  „Der aktuelle Anstieg ist dadurch eine Folge von Umständen, die im letzten Jahr eingetreten waren, die sich aber jetzt in einem Anstieg der Arbeitslosigkeit ausdrücken. Tatsächlich entwickelt sich der Arbeitsmarkt aber weiterhin günstig und bietet vielen Menschen eine Chance. Ich würde mir wünschen, dass noch viel mehr Menschen in dieser Stadt die Gelegenheit bekommen und sie dann auch nutzen. Dennoch möchte ich weiter unsere Unternehmen bitten, uns alle Stellenangebote zu melden. Wir brauchen für die immerhin noch fast 33.000 arbeitslosen Menschen in dieser Stadt noch weit mehr Chancen.“

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