Günstiges Geld: Leitzins bleibt auf Rekordtief

Geld bleibt weiterhin historisch günstig. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Zudem spült das Kaufprogramm für Staatsanleihen billiges Geld in die Märkte.

Das bedeutet, dass sich Geschäftsbanken weiterhin extrem günstig mit frischem Zentralbankgeld versorgen können. Um sicherzugehen, dass die Maßnahmen sich auch in der Anzahl an Kreditvergaben widerspiegeln, verlangen die Währungshüter von den Geldinstituten einen Strafzins von 0,2 Prozent, wenn diese Geld über Nacht bei der EZB parken.

Die Währungshüter um EZB-Präsident Draghi versuchen, die Konjunktur auch mit ihrem gewaltigen Kaufprogramm anzuschieben, das seit dem 9. März läuft: Monatlich sollen 60 Milliarden Euro vor allem in Staatsanleihen investiert werden, insgesamt 1,1 Billionen Euro bis September 2016. Bis zum zehnten April erwarb die EZB im Rahmen dieses Programms bereits Staatsanleihen im Gesamtvolumen von rund 61,7 Milliarden Euro.

Im Idealfall kommt das frische Zentralbankgeld über Geschäftsbanken, z. B. die Norisbank, in Form von Krediten bei Unternehmen und Verbrauchern an – und kurbelt die Konjunktur durch neue Investitionen und verstärkten Konsum an. Zudem will die EZB eine Deflation verhindern: Sinken die Verbraucherpreise über einen längeren Zeitraum auf breiter Front, könnte das die Konjunktur ausbremsen. Unternehmen und Konsumenten reagieren auf fallende Preise häufig mit Investitionsaufschüben, in der Hoffnung, dass es bald noch billiger wird.

Von der großen Geldschwemme nach dem Vorbild der US-Notenbank Fed (Federal Reserve) erhofft sich die EZB, dass Preise und Konjunktur im Währungsraum wieder anziehen. Noch sinken die Preise im Euroraum, aber der Rückgang hat sich zumindest abgeschwächt. Im März lag die Teuerung in der Eurozone noch bei – 0,1 Prozent. Ziel der EZB ist aber eine Inflationsrate von knapp 2 Prozent. Volkswirte jedoch warnen: Die Notenbank könnte in nicht allzu ferner Zukunft Probleme bekommen, in ausreichendem Umfang Wertpapiere für ihr Kaufprogramm zu erhalten.

Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB)

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