Das Katalog-Comeback: Nostalgie und Kaufanreiz

Wer Kleidung, Spielzeug oder Bücher bequem von Zuhause aus kaufen möchte, macht den Laptop an und bestellt in einem Onlineshop. Kaum jemand würde auf die Idee kommen, im Zeitungsstapel nach dem Otto- oder Weltbildkatalog zu suchen und per Post oder am Telefon die Bestellung aufzugeben. Dennoch haben die alten Wälzer einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Kaufkraft der Konsumenten.

Mit dem Aufkommen des E-Business haben viele Versand- und Einzelhändler ihr Konzept komplett auf online umgestellt und den traditionellen Katalog eingestampft. So auch das amerikanische Einzelhandelsunternehmen JC Penney. Seit 1963 verschickte das Kaufhaus einen bis zu 1000 Seiten dicken Katalog in die Haushalte, der sowohl von Kindern auf der Suche nach neuem Spielzeug durchwälzt wurde, als auch von den Erwachsen, die dort Kleidung oder Möbel- und Haushaltswaren bestellten. Nachdem der Katalog 2010 eingestellt wurde, verzeichnete das Unternehmen in den darauffolgenden Jahren stark einbrechende Umsatzzahlen im E-Commerce. Damit bestätigte JC Penney mit einem Praxisbeispiel, was eine Studie des ECC Köln 2013 belegte. Demnach gehen 72 Prozent der stationären Einkäufe und 67 Prozent der Bestellungen im Onlineshop auf einen Kaufanreiz zurück, der durch Print ausgelöst wurde. Das können Plakate, Flyer, Zeitungsanzeigen, aber eben auch Kataloge sein. JC Penney zog daraus seine Konsequenzen und verschickte im März diesen Jahres wieder einen gedruckten Katalog an alle amerikanischen Haushalte.

Das die Anfertigung von Printwerbematerialien nicht immer ein hoher Kostenfaktor sein muss, beweisen Druckereien wie Xposeprint. Die Online-Druckerei ermöglicht ihren Kunden ein schnelles Er- und Bestellen von Printwerbemitteln bequem vom Schreibtisch aus. Das spart den Kunden Zeit und gleichzeitig Geld, das wiederum in Printprodukte investiert werden kann. Dass diese beim Konsumenten ankommen und vor allem wirken, zeigt die Initiative „Print wirkt“ anhand von neun Argumenten. Ins Leben gerufen wurde sie vom Verband der Deutschen Zeitschriftenverleger (VDZ) und macht anhand verschiedener Statistiken, Zahlen und Fakten deutlich, warum Print immer noch wirkt. Oder eher: warum es wieder wirkt. Denn im digitalen Zeitalter sind Printprodukte bereits eine Art Seltenheit geworden, die von den Konsumenten mit besonderer Aufmerksamkeit betrachtet werden. Hier kommen neben den visuellen Reizen auch wieder Geruch- und Tastsinn ins Spiel. Flyer, Kataloge und Magazine sind etwas, was man wieder anfassen und in die Hand nehmen kann. Wer da einen guten Eindruck hinterlässt, bleibt eben länger im Kopf der Konsumenten als flüchtige digitale Botschaften.

Quelle Katalog - Frühjahr / Sommer ...1966

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