MSV Duisburg gegen RWO – Zwischen Vorfreude, Vorglühen und verpatzte Träume

msv-rwo2015_23Der Tag fing so schön an. Klarer blauer Himmel, die Sonne Dauergast. Einige Fans des MSV Duisburg kamen am Duisburger Hauptbahnhof ihre seit Wochen geplante Anreise zum Niederrhein-Pokalspiel zum „Stadion am Niederrhein“ nach Oberhausen anzutreten. Die Anreise erfolgte in einem Planwagen, der von einem Trecker gezogen wurde. Zwei solcher Fuhrwerke wurden geordert. Die Anfrage war groß, die Sitzplätze jedoch auf 50 limitiert. Wer schnell genug war, konnte sich einen der heiß begehrten Plätze sichern.

Niemand musste auf der dreistündigen Fahrt in Richtung Oberhausen dürsten oder hungern. Jeder brachte spontan Verpflegung für jeden mit. Es wurde gemeinschaftlich geteilt. Sechs gekühlte Fässchen heimatliches Bier, einige Flaschen eines namenhaften Kräuterliköres, Laugenbrezeln und hausgemachte Frikadellen msv-rwo2015_41wurden durch die Runde gereicht. Aus einer MP3-Musikbox trällerte MSV-Songs Partymusik und weitere Stimmungsmacher. Je näher man der Oberhausener Stadtgrenze kam, desto lauter wurden die Fangesänge angestimmt. Am Straßenrand stehende Passanten winkten vergnügt herüber; die sich in den PKWs befindlichen Führer im sich hinter dem Hänger bildenden Rückstau zeigten sich vergnügt. Der ein oder andere Führer eines Transporters, der sich mit den Reisenden auf einer Höhe wieder fanden, konnten die ein oder andere Laugenbrezel abgreifen und zeigten sich mit dem Aufheulen ihrer Signalhörner dankbar.

 

 

 

IMG_4879Nach fast dreißig geleerten Litern gekühlten Bier und zwei aufgebrauchten Flaschen Jägermeister und durch belustigten Passanten am Wegesrand lehnte sich der ein oder andere doch ein wenig zu weit heraus. Nicht aus dem Hänger, aber mit seinem Temperament. Ein sich hinter dem Tross befindlicher Anhang der Exekutive beobachtete das bunte Treiben der Menge. Meinten, Beleidigungen erkannt zu haben und zogen für einige Zeit die feiernde Menge aus dem Verkehr. Und das nur wenige Meter vom Ziel entfernt. Dies hatte zur Folge, das die Vorfreude auf das bevorstehende Spiel abebbte. Doch nachdem alle Formalitäten geklärt wurden, ging es weiter.

Auf dem Parkplatz hatte man eines der Ziele erreicht, welches man sich für den Tag gesetzt hatte. Ein weiters Ziel stand allen noch bevor. Seine Mannschaft ins Halbfinale des Niederrhein-Pokals zu peitschen. Nun ging es daran seinen Platz im Stadion zu erreichen. Doch ein schlecht organisierter Ablauf versalzte vielen Zugereisten die Suppe. Viele von ihnen wurden nicht mehr ins Stadion gelassen, da kein Platz mehr war. Ärgerlich, wenn man seine Karte im Vorverkauf erwarb. „Tut uns leid, wir lassen niemanden mehr herein. Es ist zu voll“, lautete die Antwort der Ordner. Wer dennoch glücklich den Gästeblock erreichte, hatte das Gefühl erdrückt zu werden. Zu wenig Platz, für zu viele Gäste-Fans. Ein Schlag ins Gesicht. Ein weiterer Schlag ins Gesicht, als man auf der Uhr feststellen musste, das erst die 11. Spielminute verging und die Zebras schon 0:1 zurück lagen. Der Übeltäter: Alex Scheelen.

Wer es dennoch in den Block schaffte, brauchte auf den Schrecken mal fix ein Bier. Aber was war das? Ausgeschildert war Bier zum Preis von 3,50 Euro. Ein tiefer Schluck verriet sofort, das es sich um alkoholfreies msv-rwo2015_65Bier handelte. Der Gedanke, dass der Tag nicht schlimmer enden könne wird schon in der 41. Spielminute übertroffen. Oberhausens Robert Feßler erhöht zum 2:0 für sein Team. Der Traum vom Finale in Kiel – ausgeträumt.

Gut, der MSV Duisburg hatte gepatzt. Damit hatte man schon gerechnet als die Aufstellung kam. Ins Spiel geschickt wurde die B-Elf. Die wichtigen Stammspieler wurden für das Ligaspiel am kommenden Samstag geschont. Der Baustelle „Aufstieg“ in die 2. Liga hat Priorität. Aber was wichtiger an diesem Tag war: Neue Freundschaften. Wer sich nicht vor der Fahrt kannte, lernte sich kennen. Denn die Freundschaft und die gemeinsame Liebe und Leidenschaft zum Verein, vereinte am heutigen Tage. Ferry Schmidt sagte schon einst: „Der Verein ist nicht die Mannschaft, sondern die Fans“. – Das er damit Recht hatte, zeigte der heutige Tag.

Eine Fotostrecke finden Sie unter http://foto.xtranews.de/index.php?/category/RWO

Comments are closed.