Mülheim: Pionke ist pleite. Was wird nun mit Troostscher Weberei und Otto-Pankok-Str.?

Die Rheinberger Baufirma Pionke hat zwei größere Bauprojekte in Mülheim: Zum einen in Alt-Saarn an der Otto-Pankok-Straße und dann den Umbau und die Umnutzung des vorherigen Denkmals der Troostschen Weberei im Luisental. Beides sind wohnungsbauliche Sahnestücke in Spitzenlagen.

Nun aber hat die Firma Insolvenz angemeldet. Was nun mit den äußerst ehrgeizigen Plänen wird, ist z.Zt. ungewiss.

Heftig umstritten war das Projekt in Alt-Saarn, auch deshalb, weil die Genehmigung per § 34 erteilt wurde, womit die empörten bisherigen Anwohner völlig außen vor blieben, genau wie ökologische Bedenken wegen dem angrenzenden Schutzgebiet.

Eine ziemlich lange, wenig angenehme Vorgeschichte hat auch das Bauprojekt Troostsche Weberei:
Die Thyssen-Stiftung ließ das für die Industriegeschichte bedeutende Denkmal systematisch verfallen und beantragte den völligen Abriss. Das verweigerte die Denkmalbehörde, so dass schließlich alles bei Gericht landete. Auch das wollte nicht wirklich entscheiden, sondern zwang Stadt und die (eigentlich gemeinnützige!) Stiftung zum Vergleich per Kompromiss. So konnte nur das Kutscherhaus gerettet werden und z.T. historizierende Fassaden an den Neubauten. Ein gemeinsamer Antrag von MBI und SPD konnte zum Glück gerade noch rechtzeitig durchsetzen, dass ein vorhabenbezogener Bebauungsplan für das gesamte Baugebiet aufgestellt werden musste. Dieser ist noch nicht fertig und rechtsgültig, denn es gab viele Eingaben und Kritik von Bürgern und Naturschutzverbänden, insbesondere zur Fällung von Bäumen und der geplanten Erweiterung des Baugeländes in das Landschaftsschutzgebiet am Thyssen-Teich hinein. Was nun bei der Pleite von Pionke mit B-Plan usw. wird, ist noch völlig unklar.

Für das mehr als bedenkliche Bauprojekt in Saarn sollte die Stadt die Gelegenheit nutzen und alles daran setzen, die vormalige, leider nicht umgesetzte MBI-Forderung für einen vorhabenbezogenen B-Plan zu dem höchst sensiblen Gelände doch noch einzuleiten, sofern sich ein neuer Investor findet.

Lothar Reinhard, MBI-Fraktionssprecher

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