Moms Mind: Jedes Kind kann schlafen lernen!?

Wenn Sie gerade auf der Suche nach einem Eintrag zum Thema sind, da Sie auch Nachts nicht mehr schlafen können und Ihnen ihre Augenringe immer einen Schritt vorraus sind, dann sind Sie hier vielleicht richtig! Ich muss sagen: Ich habe es praktiziert! Jawoll! Ich habe! Und wissen Sie auch warum? Nun, lassen Sie es mich anders formulieren. Stellen Sie sich einmal vor, dass Sie jede Nacht so 7 Mal wach werden, Sie aber berufstätig sind. Sie schlafen nicht mehr. Ich rede nicht von Fight Club, ich rede von einem Kind, dass Sie, und vor allem (!) sich selbst um den Schlaf bringt. Dementsprechend haben Sie auch keinen Sex mehr. Also: Schlaf- und Sexentzug! Tagsüber entwickeln sich heimlich, heimtückisch still und leise kleine Wolken über ihrem Kopf, die depressive Regentropfen über Sie ergießen. Dazu ein unausgeglichenes Kind, welches Sie manchmal schon nicht mehr zu beschäftigen wissen, da Sie dem Alltag hinterher hinken und der Laden einfach nicht mehr läuft. Ergo: Der Tag besteht aus Streß! Ein schier unglaublicher Spagat

photo credit: sad isaac via photopin (license)

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zwischen Beruf, Kind und der große Wunsch nach Entspannung, dem aber nicht nachgegangen werden kann, da die Nacht eben nicht allein zum schlafen da ist. In diversen Internetforen trompeten andere Mütter, wie schön und wie toll es doch ist, das Kind mit im Bett zu haben. Oder wie Mütter es nicht wagen können, sich zu ihrem Kind ins Gitterbettchen zu legen (böse, böse, böse!) um es zum schlafen zu bringen. WIE KANN MAN DAS BITTE NICHT (!) TUN!? Sind Sie etwa eine von den schlechten Müttern? Wie können Sie Wert auf Ihren(!) Schlaf legen? Wer ein Kind haben will, hat sich bitteschön komplett aufzuopfern! Legen Sie sich gefälligst eine Matratze auf den Boden ihres Kindes, besser noch: Holen Sie das Kind in ihr Bett, schlafen Sie doch auf der Couch! Püh!
Als meine Tochter ein Säugling war, hat mich dieser Wahnsinn um das „richtig machen“ noch verrückt gemacht. „Tun Sie dies, aber vergessen Sie das nicht!“, „Stillen Sie, auch wenn ihr Kind schon die dritten hat!“, „Schlafen Sie wenn das Baby schläft, aber halten Sie es dabei fest im Arm, stillen Sie es und lesen Sie den 3. Band unseres Supermutter Ratgebers!“ …. Uaaaaaah! Was für ein Wahnsinn!

Ich wurde irgendwann depressiv! Heute ärgere ich mich dafür, dass ich nicht immer auf mein Bauchgefühl gehört habe, dass ich ständig geschaut habe, wie es die anderen machen, dass ich all‘ diese verschissenen Ratgeber gelesen habe und dass ich ständig versucht habe, von allem ein wenig zu sein- dabei aber immer zu wenig „Ich selbst“ gewesen bin. War ich das, dann fragte ich mich ständig ob ich das denn alles auch so richtig machen würde. Und ja: Genau das war richtig! Ich bin froh, dass ich die Lösung schnell erkannt habe und auf mein Gefühl gehört habe!

Genau so habe ich es dann hinterher bei unserer (!) Schlafproblematik gemacht.
Wie das halt immer so ist, habe ich mich, bevor die Umsetzung unseres Schlaf-Masterplans durchgeführt wurde, schon endlos verrückt gemacht: Was, wenn die Suppermutti Fraktion, die seltsamerweise am häufigsten von allen online ist, Recht behielt? Knackste meiner Tochter ein Teil ihrer Seele heraus, wenn ich Herzlose, egoistische Mutter Sie meckern (SCHREIEN, wie nicht praktizierende es nennen um dem Wort mehr Ausdruck zu verleihen.) ließ? Immerhin 2 Minuten für den Anfang. So ganz blöd dachte ich mir dann, was denn eine Supermutti machen würde, wenn Sie ihr Kind hinlegte, es anfangs schlief, Sie dann aber mal pinkeln müsse, oder, schlimmer noch, ein großes Geschäft verrichtete. War Sie dann auch grausam, wenn Sie ihr Kind einige Minuten meckern ließ?  

Kind erleidet großen, seelischen Schaden während Mutter kackte!

Wäre das die neueste Schlagzeile in der Bild!? Wo liegt der schmale Grat zwischen nachgeben, verwöhnen und (unserem letztendlichen) Erziehungsauftrag! Ein Kind von fast 2 Jahren kann man noch nicht erziehen, höre ich die schrillen Supermütter engelsgleich in meinen Ohren trompeten.
Doch, man kann! Denn, das finde ich und mein gesunder Menschenverstand sagt es mir ganz einfach, auch Kinder haben einen Charakter, jedes für sich! Die einen sind bockiger, die anderen klüger, die anderen frech und die anderen ganz lieb. Jedes Kind ist eine gemischte Tüte von allem, hier ein bisschen weniger Lakritz, da ein bisschen weniger saures.
Der Abend X rückte näher. Wir tauschten unser Gedankengut aus. Wer geht zuerst, Wer zieht es durch. War es das richtige? Ich fühlte mich herzlos, irgendwie schämte ich mich. Schließlich hatte ich so viel negatives gelesen. Aber welche Wahl hatten wir? Wir waren verdammte Zombies. Wurde man in dem Zustand noch irgendwem gerecht? Verdienten es nicht alle Mitglieder unseres Familienclans entspannt, ruhig und ausgeglichen den Tag miteinander zu verbringen? Es war auch für uns die letzte Instanz, bevor wir eine Schreiambulanz in Erwägung zogen. Und wissen Sie was? Nachdem ich Sie hingelegt hatte, kraulte ich ihr liebevoll den Rücken, drückte ihr einen dicken Kuss auf die Stirn, wünschte ihr eine wunderschöne gute Nacht und ging zur Tür. Mit den Worten „Mama lässt die Türe auf“, ging ich ins Wohnzimmer.

Wir schlafen seit 2 Wochen alle ganz wunderbar!

In dem Sinne: Hören Sie einfach mal auf ihr Bauchgefühl!

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