Vermächtnis

Vermächtnis

Vorbei sechs Jahre der Zerstörung.

Unheimlich das Leben in der Stadt.

Sperrstunde

Menschen verschwinden zwischen Trümmern,

wie Maulwürfe in ihre Erdlöcher.

Rauchende Rohre, hier und da ein schwaches Licht

Leben unter der Erde.

Morgens verlassen sie ihre Behausungen,

Frauen und Kinder auf Schutthalden,

klopfen Steine für den Wiederaufbau.

Hände rot von Blut.

Grauer Staub bedeckt das Chaos,

als solle auch der Rest ersticken.

Männer, bärtig, ausgezehrt,

in langen abgetragenen Wehrmachtsmänteln,

irren zwischen Trümmern.

Suchen nach Nachrichten von Angehörigen

Geschrieben auf Mauerresten.

Die einzige Möglichkeit, sich mitzuteilen.

Menschenschlangen, geduldig wartend auf Brot.

Fragende Gesichter:

Leben sie noch, unsere Männer – unsere Söhne?

Hoffnung macht stark.

©Etti Ruhöfer

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