Antiatom-Bündnis Niederrhein sieht einem arbeitsreichen Jahr entgegen

Die AtomkraftgegnerInnen aus Duisburg und vom Niederrhein zeigen auch in diesem Jahr wieder Flagge. Die beabsichtigte, aber noch nicht rechtssicher beschlossene Schließung der Anlage zur Verarbeitung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen im Duisburger Süden bleibt im kritischen Blick. Daneben ist der geplante Export von hochradioaktiven Atommüll aus dem Versuchsreaktor in Jülich Thema. Ferner wird die weiterhin ungeklärte Frage der Entsorgung des Atommülls und die Vielzahl von Urantransporten von und zur einzigen Urananreicherungsanlage Deutschlands im münsterländischen Gronau aufgegriffen. Aber auch über nahezu unbekannte Aspekte des atomaren Brennstoffkreislaufs wollen die AtomkraftgegnerInnen informieren. Auftakt der Aktivitäten wird die Präsentation des Films „Deadly Dust – Todesstaub“ am 25. Februar in Duisburg sein.

 

Die Antiatom-AktivistInnen sehen trotz des Atomausstiegs eine Vielzahl von Problemen, die nicht gelöst sind. Besonders die ungeklärte Frage der Entsorgung des Atommülls beschäftigt AtomkraftgegnerInnen. Hier sind vor allem Absichten, den Atommüll aus Jülich entgegen gesetzlicher Bestimmungen in die USA zu exportieren, derzeit hochaktuell. Geplant ist, eine gesetzliche Sonderregelung für den Umgang mit Atommüll aus Forschungsanlagen zu nutzen. Tatsächlich aber handelt es sich beim Jülicher Atommüll um die Hinterlassenschaft eines kommerziell betriebenen Atomkraftwerks.

„Wenn es dazu kommt, dass eine riesige Menge Atommüll kurzerhand zu Forschungsmüll umetikettiert wird, obwohl es sich um Abfälle aus einem zwar kleinen, aber kommerziell betriebenen Reaktor handelt, ist dies ein unakzeptabler juristischer Taschenspielertrick, der auf keinen Fall hingenommen werden kann. Wir werden zusammen mit zahlreichen nordrhein-westfälischen, bundesweit agierenden und auch international vernetzen Organisationen alles daran setzen, dies zu verhindern!“ so Michael Zerkübel vom Antiatom-Bündnis Niederrhein. Das Bündnis  ruft am 14. März zu einer Großdemonstration in Düsseldorf auf.

 

Ein weiterer Brennpunkt der Arbeit ist die Auseinandersetzung um die Urananreicherungsanlage in Gronau. Hiermit verbundene zahlreiche Transporte von radioaktiven und toxischen Abfallprodukten laufen durch das westliche Ruhrgebiet. Seit Jahren weisen die AtomkraftgegnerInnen auf die Risiken dieser Transporte hin. Die Urananreicherung wirft zudem die Frage der Entsorgung von mehreren zehntausend Tonnen radioaktiver Abfälle auf, die in den Überlegungen der Bundesregierung zur Suche eines Endlagers keine Rolle spielen. Aus Sicht der AtomkraftgegnerInnen ist in den letzten Wochen mehr als deutlich geworden, dass der Entsorgungsnotstand wesentlich größer ist, als bislang angenommen. Eine Stilllegung der Anlage ist aber auch deshalb geboten, weil sie ein Schlüssel zur Herstellung von Atomwaffen ist.

Das Antiatom-Bündnis nimmt die Uranverarbeitung in Gronau zum Anlass, auf einen wenig bekannten Aspekt hinzuweisen. Bei der Herstellung von Kernbrennstoffen fällt als Abfallprodukt abgereichertes Uran an. Dies wird in der Waffentechnologie mit verheerenden Folgen eingesetzt. Im Kosovo-Krieg, im Irak-Krieg und in Afghanistan wurde diese Uranmunition eingesetzt, heute noch sind ganze Landstriche radioaktiv verseucht. Diese Folgen werden seit nahezu 25 Jahren wissenschaftlich untersucht. Die Recherchen hierzu und die Ergebnisse dieser Untersuchungen hat der Regisseur und Grimme-Preisträger Frieder Wagner in dem Dokumentarfilm „Deadly Dust – Todesstaub“ dargestellt.

Das Antiatom-Bündnis lädt alle Interessierten zur Vorführung des Films am Mittwoch, den 25. Februar um 19.00 Uhr in den Stadtteil- und Projektladen „Syntopia“ auf der Gerok-Strasse 2 in Duisburg Hochfeld ein. Der Eintritt ist kostenlos. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, zur Information und Diskussion über die verschiedenen Aspekte der Atomproblematik.

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