Bundesverband mittelständische Wirtschaft: „Investitionen gegen Langzeitarbeitslosigkeit“

Der Mittelstand in Nordrhein-Westfalen kritisiert den Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. „Das Bild eines verarmenden Landes, das der Armutsbericht Jahr für Jahr zeichnet, wirkt konstruiert und wenig differenziert. Deutschland hat sich in den zurückliegenden Jahren ökonomisch positiv entwickelt und dank des breiten mittelständischen Fundaments seiner Wirtschaft einen Wachstumspfad eingeschlagen, von dem weite Teile der Bevölkerung profitieren. Die gesellschaftliche Mitte in PortraitHerbertSchulte_thumb.pngDeutschland umfasst mehr als die Hälfte aller Bürgerinnen und Bürger. Auch die Entwicklung der Erwerbseinkommen ist stabil und impliziert keineswegs eine Drift bestimmter Berufsgruppen, die sich negativ auf unser Sozialgefüge auswirken. Deutschland als Land der Armut darzustellen, wirkt daher befremdlich“, so NRW-Landesgeschäftsführer Herbert Schulte vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW).

Das Problem an dem statistischen Trick der 60-Prozent-Regel bei der Armutsmessung  sei, so Schulte, dass ganz Wesentliches einer plakativen Zahl geopfert würde. Armut entstehe genau dort, wo der Zugang zu Erwerbseinkommen auf Dauer nicht möglich sei, die Armutsquote wirke wie eine Nebelkerze und erschwere die Ursachenforschung: „Neiddebatten, die mit Hilfe der Armutsquote auf Steuererhöhungen zielen, helfen nicht weiter und verdunkeln unnötigerweise das investive Umfeld. Weder die Wohlfahrtsverbände noch die Politik sehen in der Langzeitarbeitslosigkeit die ökonomische Folge mangelnder Investitionsbereitschaft. Derzeit leben in Deutschland etwa eine Millionen Menschen, die quasi keinen Zugang zum regulären Arbeitsmarkt haben. An den Symptomen mit immer neuen politischen Programmen herumzudoktern, immer neue Sozialleistungen zu schaffen, ist teuer und hilft den Menschen nicht. Es müssen ganz einfach Jobs her. Die entstehen aber nur, wenn Staat und Wirtschaft mehr Geld in die Hand nehmen und investieren. Bislang erleben wir nur das Gegenteil: Eine Politik, die mit Mütterrente, Betreuungsgeld oder Rente mit 63 konsequent auf die konsumtive Karte setzt“, so Schulte.

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