Initiative gegen Duisburger Zustände: Einschätzung zu PEGIDA in Duisburg

Auch an diesem Montagabend hat die Initiative gegen Duisburger Zustände eine Kundgebung gegen den Aufmarsch von PEGIDA NRW organisiert. An dieser haben bis zu 80 Personen teilgenommen. Die Kundgebung wurde leider nicht in dem Umfang als strategisch sinnvolle Anlaufstelle für Informationen und Stadtkarten genutzt, wir wir es uns gewünscht hatten.

Am Hauptbahnhof stellten sich 700 Gegendemonstranten den 300 PEGIDA-Anhängern entgegen. Die Gegenproteste waren heute Abend also wesentlich kleiner als noch letzte Woche. Johanne pegida1Haldemann, Sprecher der Initiative erklärt hierzu: “Es ist erschreckend und symptomatisch zugleich, dass in Duisburg, offenbar der Hochburg von PEGIDA NRW, die Gegenproteste noch nicht mal über zwei Wochen anhalten können.” Dabei gibt es genug Anlass zur Sorge. Bereits letzte Woche nahmen einige Anhänger von HOGESA, rechtsradikaler Parteien und Gruppierungen an dem Aufmarsch teil. Diese dominierten heute eindeutig nicht nur das Bild, sondern auch die Parolen. Immer wieder war “Deutschland Hooligans”, “Antifa Hurensöhne” oder “Wir sind das Volk” zu hören. Zumindest letzteres beanspruchten auch die Gegendemonstranten am HBF für sich.

Dort – am offenen Mikrophon des Netzwerk gegen Rechts – durfte auch in einem Beitrag der Holocaust, 70 Jahre nach der Befreiung von Ausschwitz, relativiert werden (“ob es die Shoah gab oder nicht, ist total irrelevant”). Der Hinweis darauf wurde von den Veranstaltern ignoriert.
Auf der Gegenseite wurden mehrmals Journalisten bei ihrer Arbeit behindert und auch körperlich angegangen. Haldemann: “Es kann nicht sein, dass die Polizei nicht in der Lage ist, Pressevertreter ausreichend zu schützen.“

Zusammenfassend kann dieser Abend als ein Desaster bezeichnet werden.Duisburg entwickelt sich zur Hochburg für PEGIDA NRW, ein Sammelbegriff für Hooligans, rechten Parteien und neonazistischen Gruppierungen aus Dortmund bis Aachen; Und es gibt kaum Protest aus der Zivilgesellschaft.
Beides sei kein Zufall, so Haldemann: “Wie auch sollte sich eine Zivilgesellschaft, die sich Jahre lang nicht um den Rassismus und Antiziganismus aus ihrer Mitte gekümmert hat, nun glaubwürdig PEGIDA in den Weg stellen?“

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