Verkehrsbündnis „Via“ soll bestehen bleiben

Die Oberbürgermeister von Duisburg, Essen und Mülheim haben sich in einer gemeinsamen Stellungnahme zur umstrittenen Verkehrsallianz „Via“ geäußert. Das Statement der drei Oberbürgermeister zur aktuellen Lage war nötig, denn derzeit kriselt es bei den drei Verkehrsgesellschaften, die das gemeinsame Projekt vorantreiben sollen.

ÖPNV wird nur selten genutzt

In nur wenigen Zeilen machen Sören Link, OB von Duisburg, Dagmar Mühlenfeld, OB von Mülheim und Reinhard Paß, OB von Essen, die wesentlichen Punkte deutlich, die ihrer Meinung nach stärker in den Fokus rücken müssen. An erster Stelle betrifft das den ÖPNV an sich. Die Stadtspitzen betonen, dass es oberste Ziel sein muss, „dass die Bedürfnisse und die Nachfrage der Kunden nach einem pünktlichen, sauberen und sicheren ÖPNV zu Treibern von Entscheidungen werden.“ Dass die öffentlichen Verkehrsmittel in Duisburg aber durchaus ausbaufähig sind, zeigt sich nicht zuletzt an der Verkehrsdichte. Die meisten Arbeitnehmer fahren mit dem eigenen Wagen, anstatt auf Bus oder Bahn zugreifen. Daraus resultiert erhöhtes Stauaufkommen zur Feierabendzeit. Und auch der Gebrauchtwagenmarkt boomt. So finden sich auf der bekannten Plattform Autoscout24 unzählige Inserate für einen gebrauchten Opel Astra, wohl auch, weil das benachbarte Opelwerk in Bochum aktuell systematisch abgebaut wird. Aktuell trat sogar Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel zurück, das Handelsblatt berichtete. Unterm Strich nutzen weniger Menschen als angedacht den ÖPNV, was sich letztlich finanziell bemerkbar macht.

Einsparungsplan rückt in weite Ferne

Die „Via“ muss bis 2020 jährlich 13,5 Millionen Euro einsparen. 2014 gelang es dem Bündnis, knapp die Hälfte des vorgegebenen Betrags zu sparen. Synergie versprach man sich beim Zusammenlegen der drei großen Verkehrsunternehmen im Ruhrgebiet bei der Personalpolitik. Durch die Allianz „Via“ konnte allerdings wider Erwarten kein Geld eingespart werden. Einer Verbesserung der öffentlichen Nahverkehre steht außerdem die aktuelle Diskussion über Streichungen des Straßenbahn-Verkehrs in Mülheim im Weg. Alle drei Verkehrsgesellschaften können diese Probleme nur aus der Welt schaffen, wenn sie an einem Strang ziehen. So weisen die drei Oberbürgermeister auch auf die Bedeutung der „Via“ für den Arbeitsmarkt hin und betonen in ihrem Statement die „nachhaltige Sicherung der Beschäftigungsverhältnisse“.

Rheinpark (Duisburg)

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