Girokonto, Tagesgeldkonto oder Festgeld?

Natürlich unterscheiden sich alle drei Kontoarten voneinander, aber dennoch sorgen die Terminologien bei manch einem immer noch für Verwirrung. Gerade junge Menschen, die gerade die Schule verlassen haben und im Rahmen einer Ausbildung eine Kontoverbindung benötigen, wundern sich, weshalb ein Tagesgeldkonto, welches Zinsen zahlt, nicht für die Zahlung der Ausbildungsvergütung geeignet sei. Und, so mögen sich viele fragen, was ist eigentlich aus dem Sparbuch geworden?

Das Girokonto – notwendig für den bargeldlosen Zahlungsverkehr

Girokonten sind für die Teilnahme am bargeldlosen Zahlungsverkehr unabdingbar. Sie ermöglichen die Einrichtung von Daueraufträgen und Lastschriften, sowohl als Schuldner als auch als Gläubiger. In Verbindung mit einer EC-Karte räumen sie dem Kontoinhaber die Möglichkeit ein, im Einzelhandel bargeldlos, entweder durch Eingabe der PIN oder mittels Unterschrift zu bezahlen. Die Höhe der zulässigen Verfügung mit der EC-Karte hängt von der Vereinbarung mit der Bank ab. Die EC-Karte ermöglicht es auch, sich am Geldautomaten mit Bargeld zu versorgen. Normalerweise, Guthaben auf dem Konto vorausgesetzt, beträgt die Höchstsumme täglich 1.000 Euro respektive 2.500 Euro pro Woche.

Girokonten sind in der Regel mit einem Dispositionskredit ausgestattet. Dieser erlaubt Kontoverfügungen bis zu einem bestimmten Betrag, auch wenn das Konto kein Guthaben aufweist. Die Zinsen für eine solche Kontoüberziehung sind jedoch beachtlich und stehen immer wieder in der Kritik der Verbraucherschützer. Minderjährige Kontoinhaber dürfen das Girokonto nur auf Guthabenbasis führen, da Kredite für Minderjährige gesetzlich verboten sind.

Der Komfort eines Girokontos wird durch die Nutzung einer Kreditkarte abgerundet. Sie ermöglicht ebenfalls das bargeldlose Bezahlen, dies aber weltweit. Dazu kommt noch die Möglichkeit, ebenfalls weltweit an Geldautomaten Bargeld zu ziehen.

Bildquellenangabe:        FotoHiero  / pixelio.de

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Guthaben auf einem Girokonto zählen zu den täglich fälligen Einlagen und können jederzeit in voller Höhe verfügt werden. Eine Verzinsung des Guthabens bietet kaum noch eine Bank.

 

Das Tagesgeldkonto

Das Tagesgeldkonto zählt ebenfalls zu den täglich fälligen Geldern, ist aber für den Zahlungsverkehr nicht zugelassen. Einzahlungen und Auszahlungen können nur über ein Referenzkonto erfolgen. Das Tagesgeldkonto hat das Sparbuch zu großen Teilen abgelöst. Zum einen zahlen Tagesgeldkonten die besseren Zinsen, zum anderen weist das Sparbuch eine Limitierung aus:

Der Sparer darf innerhalb von 30 Zinstagen nur 2.000 Euro abheben. Übersteigt der abgehobene Betrag diese Summe und wurde nicht vorzeitig gekündigt, fallen Vorschusszinsen in Höhe von 0,25 Prozent des gültigen Habenzinses an.

Tagesgeldkonten werden kostenfrei eröffnet, geführt und auch geschlossen. Aufgrund ihrer Flexibilität bieten sie sich hervorragend zur Haltung einer Geldreserve an. Tagesgelder sind bankenseitig ein heiß umkämpfter Markt zur Neukundengewinnung. Hohe Sonderzinsen für Neukunden locken Sparer immer wieder dazu, die Bank zu wechseln und sich immer den höchsten Zinssatz zu sichern. Die Einlage auf ein Tagesgeldkonto kann entweder im Rahmen von Daueraufträgen oder spontan durch einzelne Zahlungen erfolgen.

Das Festgeldkonto

Festgeldkonten zählen, ebenso wie Sparbücher und Tagesgeldern, zu den Einlagen. Damit greift auf Guthaben bei diesen Konten im Fall der Insolvenz der Bank die Einlagensicherung. Bei

Bildnachweis: GG-Berlin  / pixelio.de

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ausländischen europäischen Banken ist sie auf die gesetzlich vorgeschriebenen 100.000 Euro pro Anleger limitiert, deutsche Banken haften teilweise in unbeschränkter Höhe. Bei einem Festgeld- oder Termingeldkonto vereinbart der Anleger mit der Bank, einen bestimmten Betrag für eine feste Laufzeit anzulegen. Die Laufzeiten reichen von 30 Tagen bis zu zehn Jahren. Der Zinssatz steigt in Abhängigkeit von der Laufzeit. Ähnlich wie bei Tagesgeldern ist der Markt für Festgelder inzwischen schier unübersichtlich. Der Weg zur Hausbank vor Ort dürfte jedoch nur die zweitbeste Lösung sein, da Direktbanken deutlich bessere Konditionen anbieten. Wer sein Geld in einem Festgeld investieren möchte, findet einen übersichtlichen Vergleich auf Toptarif.de. Sparer müssen sich aber darüber im Klaren sein, dass das Geld festliegt. Besteht Finanzierungsbedarf, kann es sein, dass die Bank die vorzeitige Auflösung des Vertrages verweigert oder sehr hohe Zinsabschläge vornimmt. Idealerweise wird die Anlage in Festgelder mit einer Anlage in ein Tagesgeld kombiniert, um immer ausreichende Liquidität zu besitzen.

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