Diakonie RWL fordert mehr Mittel für palliative Pflege in stationären Pflegeeinrichtungen

Mit einem Mitte November vorgelegten Konzept für gesetzliche Änderungen will Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe die Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland verbessern. Es sieht ein ganzes Maßnahmenpaket mit vielen begrüßenswerten Ansätzen für Verbesserungen im ambulanten und im Hospizbereich vor. Der „gegebenenfalls zusätzliche, bisher nicht finanzierte palliativ-pflegerische Mehraufwand in den vollstationären Einrichtungen“, wie es in dem Konzept heißt, soll allerdings nicht refinanziert, sondern erst in Modellprojekten untersucht werden.

logo_rwlDer Vorstand der Diakonie RWL, Pfarrer Christian Heine-Göttelmann, kritisiert das: „Jeder, der die Praxis kennt, weiß, dass es diesen Aufwand gibt. Aber statt dieses drängende Problem pragmatisch anzugehen und zu lösen, wird es auf die lange Bank geschoben. Hier besteht dringender Nachbesserungsbedarf an dem ansonsten begrüßenswerten Konzept.“ Der Geschäftsbereichsleiter der Diakonie RWL, Ulrich Christofczik, erläutert: „Kooperationen mit Ärzten und ambulanten Hospizdiensten sind unverzichtbar und wir erleben das Miteinander in der Praxis auch als segensreich für die betroffenen Menschen. Palliative Pflege findet aber zunächst einmal im normalen Pflegealltag statt und es sind die Mitarbeitenden in den Pflegeeinrichtungen und auch in den ambulanten Diensten, die mehr Zeit benötigen, um einem Menschen in der Phase des Sterbens zuzuhören, ihn zu trösten oder einfach da zu sein.“

Zur Bekräftigung dieser Kritik hat der Diakonie-Vorstand Forderungen für eine angemessene Hospiz- und Palliativversorgung seiner Fachverbände für Altenarbeit, ambulante Pflege und Hospizarbeit an Minister Gröhe gesandt. In der ebenfalls Mitte November auf einem Fachtag verabschiedeten Erklärung fordern die Fachverbände die Finanzierung von ausreichendem und besonders qualifiziertem Personal in den Einrichtungen sowie mehr Supervisionsangebote. Die Kosten dafür, so die Forderung, sollen sich nicht auf die Pflegesätze niederschlagen. Heine-Göttelmann: „Eine gute Begleitung sterbender Menschen darf nicht eine Frage des Geldbeutels sein.“ Die Diakonie RWL repräsentiert rund 400 stationäre Einrichtungen, 250 Pflegedienste, 17 stationäre Hospize und mehr als 50 ambulante Hospizdienste mit 65 000 Mitarbeitenden.
Weitere Informationen:
www.diakonie-rwl.de/altenhilfe

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