Die Wissensgesellschaft – die nächste Stufe der Entwicklung

Der gesellschaftliche Wandel stellt ein permanentes Kontinuum dar. Sprach man am Ende des 19. Jahrhunderts noch von der industrialisierten Gesellschaft, kam in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts der Begriff der Dienstleistungsgesellschaft auf. Aber bereits parallel dazu prägten die US-amerikanischen Soziologen Lane und Bell den Begriff von der Wissensgesellschaft.

Bildquelle: Julien Christ / pixelio.de

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Kollektives Wissen vs individuelles Wissen

Von Wissensgesellschaften ist in den hoch entwickelten Nationen die Rede, deren Zusammenleben und ökonomische Entwicklung durch den kontinuierlichen Austausch von Wissen geprägt sind. Mit der gesellschaftlichen Veränderung von der Industriegesellschaft hin zur Dienstleistungsgesellschaft ging auch ein kontinuierlicher Bedarf an mehr Wissen einher, Bildung und Ausbildung rückten stärker in den Fokus und erhielten mehr und mehr Gewicht. Neben der Verbreiterung der wissenschaftlich ausgerichteten Ausbildung nahm auch die Tendenz zu, dass breite Teile der Bevölkerung eigeninitiativ über die beruflich bedingte Notwendigkeit hinaus Fortbildungsmöglichkeiten aufgriffen. Die Volkshochschulen boomten in den 70er und 80er Jahren, Firmen entwickelten eigen, berufsunabhängige Bildungsangebote für ihre Mitarbeiter. Unternehmen beklagen heute, dass mit dem früheren Rentenbeginn zahlreicher Arbeitnehmer in den Firmen ein Wissensverlust stattfindet, der anfänglich nur schwer kompensiert werden kann. Ein hervorragendes Beispiel dafür war die Umstellung der Rechenzentren zum Jahrtausendwechsel, als Maschinen in Programmiersprachen umprogrammiert werden mussten, die bei der jüngeren Generation der Programmierer bereits unbekannt waren. Auch die Duisburger Agentur für Arbeit vertritt die Position, dass „Wissen und Erfahrung unbezahlbare Vorteile bei der Jobsuche bieten“. Die Summe des individuellen Wissens im Kollektiv bildet für Wissensgesellschaften die Grundlage der Weiterentwicklung.

 

Das Internet als Bildungsangebot

Bildnachweis: Angela Parszyk / pixelio.de

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Ausbildungsangebote, gleich in welcher Richtung, gehören heute bei vielen Onlineanbietern faktisch zur Gruppe der Marketinginstrumente. Ein hervorragendes Beispiel bieten die Onlinebroker für CFDs und den Forexhandel. Wer als Broker punkten möchte, muss potenziellen Neueinsteigern mehr bieten als nur ein eBook oder einen FAQ-Katalog. Umfangreiche Webinare und Videotutorials gehören für gute und sehr gute Broker inzwischen zum Standardrepertoire. IG , einer der Marktführer in diesem Geschäft, beispielsweise setzt nicht nur bei der Neukundengewinnung, sondern auch bei der Kundenbindung professioneller Trader voll auf das Thema Weiterbildung. Da Forex und CFD-Handel nur über Onlinebroker ausgeübt werden kann, bedarf es wiederum des Willens interessierter Laien, sich selbst fortzubilden. Natürlich erstreckt sich das Bildungsangebot im Internet nicht nur auf den kommerziellen Bereich. Die unterschiedlichsten Organisationen, Arbeitsämter, private Anbieter oder die öffentliche Hand, bieten ein umfassendes Angebot. Während in früheren Zeiten das Abitur an einer Abendschule nachgeholt werden konnte, bietet sich heute das Onlineabitur an, um zeitlich individueller das Lehrangebot in Anspruch zu nehmen. Das Internet als Bildungsportal ermöglicht es im Grunde jedem, Fort- oder Weiterbildung zu betreiben, losgelöst von jeder zeitlichen Einschränkung. Dennoch sind finanzielle Hintergründe nach wie vor ein Indiz für die freiwillige Weiterbildung. Die Kluft zwischen Wissensgesellschaften und anderen Gesellschaftsformen wird in Abhängigkeit von der Verbreitung des www zunehmend größer werden. Nie war es so einfach, Unmengen an Informationen in kürzester Zeit zu erhalten und zu filtern. Wer in den 80ern studierte, schaut mit leichtem Neid auf die Studenten und Auszubildenden heutzutage, die mit wenigen Mausklicks die Informationen filtern können, für die vor 30 Jahren stundenlanges Suchen in den Universitätsbibliotheken notwendig war.

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