SV Waldhof Mannheim – Junioren Bundesliga: Umut Sentürk im Blickpunkt

Talent Umut Sentürk im Interview

Talent Umut Sentürk im Interview

Die A-Junioren des SV Waldhof Mannheim sind seit der neuen Spielzeit 2014/2015 wieder in der U19-Bundesliga aktiv. Für den Traditionsclub ist diese Klassenzugehörigkeit eine besondere Situation, denn gerne messen sich die Waldhöfer mit den „Großen“. Um allerdings mit den „Großen“ mithalten zu können, bedingt die U19-Bundesliga einen Kader mit Qualität. So agierte der SV Waldhof ziemlich erfolgreich auf dem Transfermarkt und konnte sich die Dienste von Talent Umut Sentürk sichern.

Der in Frankenthal wohnende Jugendspieler hat einen bisher nennenswerten Werdegang erreicht. Wie für Millionen Nachwuchskicker zählt auch für Umut Sentürk das Ziel „Profi“, nur dass er diesem ganz nahe ist, doch irgendwie auch wiederum weit entfernt. Unsere Sportredaktion traf sich mit Umut Sentürk. Bei diesem Interview ist die Konstellation zwischen Reporter und Spieler eine besondere, denn XN-Redakteur Dustin Paczulla arbeitete bereits mit Sentürk beim VfR Mannheim zusammen und förderte das Nachwuchstalent. Die ersten Schritte begannen auf dem Bolzplatz, wo der „Kleine“ Umut mit neun Jahren begann und für den FTV Frankenthal kickte, bereits in dieser Zeit erkannte der damals noch kleine Bube, dass er einen Traum lebt, nämlich den des Fußballers. So viele Einheiten wie möglich absolvierte er bei seinem Heimatverein, um den nächsten Schritt zu gehen. Der nächste Schritt hieß FSV Oggersheim, dort wurde der heutige Junioren-Bundesligaspieler zwei Jahre lang ausgebildet. Nebenher nahm der von seinem Vater stark geförderte Jugendspieler professionelles Fußballtraining in der Fußballschule von Jürgen Nachtmann wahr, dieser verstarb vor einiger Zeit, doch seine Fußballschule genießt noch heute einen beachtlichen Ruf. Höhepunkte, aber auch Tiefpunkte erlebte Umut Sentürk einige. Oft wurde er wegen seiner Größe belächelt, aber sein Ehrgeiz und der ruhige sowie geduldige Charakter machten sich bezahlt, denn über die Station beim VfR Mannheim begann der große Weg zu einem begehrten Nachwuchsspieler. In der Winterpause der Saison 2012/2013 wechselte Sentürk nach Sinsheim zur großen TSG Hoffenheim, spätestens mit diesem Wechsel begann für den Jugendspieler ein kleiner „Traum“, denn mit der U16 konnte er sich die Meisterschaft in der Oberliga sichern. „Das war ein riesen Erfolg in meiner Laufbahn, diesen Moment werde ich nie vergessen.“ Erinnert sich Sentürk an diesen Erfolg gerne zurück. Nur eine Spielzeit später erfolgte der nächste Höhepunkt, denn mit der U17-Bundesligamannschaft der Kraichgauer konnte er nur eine Saison später wieder einen großen Erfolg verbuchen, nämlich den vierten Platz in der Beletage des deutschen Jugendfußballes. Sentürk hätte mit Abschluss der Saison 2013/2014 zu einigen Bundesligisten wechseln, denn Anfragen gab es etliche, doch der Fan der Hertha aus Berlin entschied sich für einen Verbleib in der Rhein-Neckar Metropole und gehört nun dem Kader des traditionsreichen SV Waldhof Mannheim an.

umutsenturkssssUmut Sentürk im Interview mit Redakteur und Ex-Trainer Dustin Paczulla:

XN: Hallo Umut, vielen Dank, dass Du Dir Zeit nimmst für ein Interview. Zunächst die Frage, wie geht es Dir persönlich? Umut Sentürk: Vielen Dank, mir geht es aktuell ganz gut! XN: Du spielst seit der neuen Spielzeit 2014/2015 beim SV Waldhof Mannheim in der U19 Bundesligamannschaft, wie sind die ersten Wochen für Dich verlaufen?

Umut Sentürk:Die ersten Wochen sind aus meiner Sicht sehr gut verlaufen, ich konnte mich schnell zurecht finden und wurde von den Mitarbeitern, Teamkollegen etc. gut aufgenommen. Leider sind die Ergebnisse aktuell nicht so optimal, doch wir arbeiten sehr intensiv daran in naher Zukunft bessere Ergebnisse zu erzielen.“

XN: Wie kam der Wechsel zum SV Waldhof Mannheim zu Stande, denn viele Menschen haben sich über diesen Wechsel gewundert, Du hattest ja bekanntlich viele Anfragen aus der Bundesliga, sogar Vereine aus dem Ausland waren an Deine Dienste als Spieler interessiert, was war der ausschlaggebende Grund für den SVW?

Umut Sentürk: „Das Trainerteam und Nachwuchskoordinator Herr Landa haben sich sehr intensiv um mich bemüht, ich habe bereits in den ersten Gesprächen gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge liegen und der Verein große Stücke auf mich baut. Dieses Gefühl hat mir Sicherheit gegeben. Letztlich hat mein Herz mir auch auf dem Weg gegeben, nicht die Größe und Bekanntheit des Vereines sind für die Entwicklung entscheidend, sondern die gezielte Förderung meiner Person und das dazugehörige Umfeld. Mit der Entscheidung pro Waldhof war klar, dass ich bei meinen Eltern wohnen bleiben kann.“

XN: Du sprichst gerade Deine Eltern an, wie wichtig waren diese bisher bei Deinem Werdegang?

Umut Sentürk: „Sehr wichtig, denn sie haben mich zu jedem Zeitpunkt zu 100 Prozent unterstützt, mein Vater hat fast kein Spiel verpasst, sondern war immer ein Rückhalt für mich. Ohne die Unterstützung seiner eigenen Familie und guten Trainern ist so ein Weg gar nicht möglich.“

XN: Oft wurdest Du bezüglich Deiner Größe belächelt, wie bist Du damit klargekommen bzw. hast es verarbeitet?

Umut Sentürk: „Natürlich sind diese Stichelleien ein Schlag ins Gesicht gewesen und man nimmt sich sowas zu Herzen, doch letztlich habe ich gelernt der kleine Umut zu sein und mit diesen Dingen umzugehen, mich hat es in Endeffekt gestärkt.“

XN: Trainierst Du daheim viel, neben den normalen Trainingseinheiten im Verein?

Umut Sentürk: „Ja, denn nur mit den Zusatzeinheiten kann man etwas erreichen. Es bringt nichts nur das Vereinstraining wahrzunehmen, oder mal eben mit Freunden bisschen bolzen, nein man muss speziell Sprungkraft, Koordination etc. immer für sich selbst zusätzlich trainieren, um seine Ziele realisieren zu können.“

XN: Mit Deinem Wechsel nach Hoffenheim damals fing der steile Weg nach oben an, wie kam das zustande?

Umut Sentürk: „Ich habe beim VfR Mannheim eine gute Nachwuchsausbildung erhalten, gerade Du (Dustin Paczulla) als U17-Trainer in der Verbandsliga hast mir viele Dinge auf dem Weg gegeben und auch Vertrauen. Dann in Hoffenheim Jens Rasiejewski, als Trainer der Bundesligamannschaft. Ich konnte so viele Erfahrungen mitnehmen, insbesondere die Mentalität immer weiter zu machen, auch wenn mal Rückschläge auf einen prasseln.“

XN: Du hast in Hoffenheim quasi eine neue Welt kennengelernt, was war dort anders, als in den Vereinen zuvor?

Umut Sentürk: „Die Professionalität war ganz anders, Du hast als Spieler vieles abgenommen bekommen und konntest Dich rein auf den Fußball konzentrieren. Desweiterem war die Qualität der Mitspieler anders. Auch der Fußball war schneller und effektiver.“

XN: Bezeichnest Du Deinen Wechsel zum SV Waldhof Mannheim als kleinen Rückschritt?

Umut Sentürk: „Nein, denn ich spiele ja weiterhin in der höchsten deutschen Spielklasse im A-Jugendbereich. Mir ist es nicht so wichtig, was andere über mich denken, sondern ich habe in meinem Bekanntenkreis einige Personen, auf deren Meinung höre ich, die anderen sind mir eigentlich nicht so wichtig. Ich habe gelernt, meinen Weg mit mir selbst und meinen Förderern zu gehen.“

XN: Was war Dein bisher größtes Erlebnis in Deiner aktiven Laufbahn?

Umut Sentürk: Die Meisterschaft mit der U16 in der Junioren-Oberliga, meinen Treffer in der U17-Bundesliga gegen den Rekordmeister FC Bayern München.“

XN: Wie sehen Deine Ziele für die Zukunft aus?

Umut Sentürk: „Ich will mit dem SV Waldhof Mannheim eine gute Spielzeit hinlegen und dann werde ich sehen, welche Türen sich noch öffnen werden. Fakt ist Profi zu werden, kann man nicht planen, daher kann ich nicht sagen: Ich werde Profi, sondern ich gebe alles, um es zu werden, aber für den Fall der Fälle sichere ich mich im schulischen Bereich gut ab.“

XN: Du bist selber Fan von Hertha BSC Berlin, wie kommt das?

Umut Sentürk: „Ich habe den Verein mal ins Herz geschlossen, seit diesem Moment bin ich mit der Hertha aus Berlin identifiziert.“

XN: Findest Du, dass gerade in Deutschland Jugendspieler auf einem guten Niveau ausgebildet werden?

Umut Sentürk: „Ich wurde bisher sehr, sehr gut ausgebildet und konnte von jedem Trainer etwas mitnehmen. Meine Meinung ist, dass Deutschland echt viel für die Nachwuchsförderung tut. Einen Vergleich jedoch kann ich nicht erzielen, da ich bisher nicht viel im ausländischen Fußball unterwegs war.“

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