Vier Jahre nach der Love Parade 2010: Die Opfer!

Love Parade 2010, stairway from ramp-downlevel...

Love Parade 2010, stairway from ramp-downlevel up to the level of the event-area (Photo credit: Wikipedia)

Im Unterschied zu Naturkatastrophen wie Hochwasser, in denen der Bund den Betroffenen stets unbürokratische Hilfe versprach, hielt er sich bei der ‘Love Parade 2010’ in Duisburg zurück. Vom Land wurde damals ein kleiner Opferfond eingerichtet, der zwar hilfreich, aber viel zu gering bemessen war. Auf Katastrophen dieser Art, in denen es nicht primär um Sachschäden, sondern um Personenschäden geht, ist man kaum vorbereitet.

Wird ein Katastrophenfall ausgespochen, in einer kreisfreien Stadt wie Duisburg vom Oberbürgermeister, bleibt dieser auch zuständig. Zwar tritt dann das Landeskatastrophenschutzgesetz in Kraft, doch zu bewältigen hat die Aufgabe er, im Verbund mit den Rettungskräften. Diese an Naturkatastrophen ausgerichtete Rechtslage und Praxis wird der ‘Love Parade 2010’ jedoch nicht gerecht, besonders dann nicht, wenn weitere Hilfen ausbleiben.

Das Verhältnis zur Stadt Duisburg, so Jörn Teich, Sprecher der LoPa2010-Initiative, sei gut, auch wenn es bislang nicht zu einer Erinnerungstätte gekommen ist. Die Stadt unterstütze nach ihren Möglichkeiten. Doch die psychologischen Folgen nach der ausgebrochenen Massenpanik sind weitaus umfänglicher, als nach einem Hochwasser. Alle Lebensbereiche sind davon betroffen, Therapieplätze erst nach langen Wartezeiten zu erhalten, teilweise gar nicht belegbar, weil Betriebsinhabern z.B. eine finanzierbare Vertretung fehlt.

Die Betroffenen-Initiative hat sich entschieden, unabhängig von den eingeleiten Strafverfahren, nun Zivilverfahren eröffnen zu lassen. Nach Auskunft von Bärbel Schönhof, Rechtsbeistand der Initiative, wird in diesen Fällen nicht zuvor gerichtlich geprüft, ob eine Klage zulässig ist. Die Verfahren werden umgehend eröffnet. Angeklagt werden (1) Firma Lopavent GmbH, (2) die Stadt Duisburg, (3) Herr Rainer Schaller, (4) das Land NRW.

Bei den individuelle Klagen geht es um Entschädigungsleistungen von jeweils 100.000 bis 300.000 Euro.

 

9 thoughts on “Vier Jahre nach der Love Parade 2010: Die Opfer!

  1. HasisundBärchen Sa, 19 Jul 2014 at 15:18:03 -

    „Es wird keine Sammelklagen geben, sondern individuelle, weil die jeweiligen Voraussetzungen der Kläger unterschiedlich sind.“

    Nach geltendem Zivilprozessrecht gibt es grundsätzlich keine Sammelklage.

  2. Zu dem „Kommentar“ auf Vier Jahre nach der LoveParade 2010: Die Opfer!

    Sehr geehrter Herr Malem,
    der Hinweis von „HasiundBärchen“, dass in Deutschland keine rechtliche Grundlage für Sammelklagen gebe, ist grundfalsch.

    Hier ein Link zur geltenden Rechtslage:

    http://www.grprainer.com/Sammelklagen-in-Deutschland.html

    Dieser Kommentator, der meint, die Juristerei neu erfinden zu können, ist mir durchaus bekannt und bemüht sich offensichtlich, falsche Rechtsansichten zu verbreiten, um die Opfer der Katastrophe zu zermürben und mich in ein schlechtes Licht zu stellen.

    Mit freundlichen Grüßen
    B. Schönhof

  3. HasisundBärchen So, 20 Jul 2014 at 16:38:59 -

    Zitat: „Dieser Kommentator, der meint, die Juristerei neu erfinden zu können, ist mir durchaus bekannt und bemüht sich offensichtlich, falsche Rechtsansichten zu verbreiten, um die Opfer der Katastrophe zu zermürben und mich in ein schlechtes Licht zu stellen.“

    Ich bitte Sie höflich, Frau Schönhof, keine falschen Tatsachen zu behaupten, die geeignet sein könnten, gegen Sie auf Unterlassung zu klagen. Des Weiteren belegt Ihr eigens eingebrachter Link die von mir vertretene Rechtsauffassung. Ich erlaube daraus zu zitieren: „Eine Sammelklage im Sinne des amerikanischen Rechts existiert in der deutschen Rechtsordnung allerdings in dieser Form nicht.“

    Sie haben sich damit selbst widerlegt und sollten daher nicht noch alles schlimmer machen, indem Sie große Töne spucken. Sie wären nicht der erste Anwalt, der gegen mich bei gerichtlicher Überprüfung verliert. Ihr Wortgeklingele nutzen Sie bitte daher künftig bei Ihren möglichen Selbstinszenierungen der Presse gegenüber. Die lassen sich allenfalls davon beeindrucken.

    Jürgen Rohn