Area 47xx

Ist man an Erkenntnisprozessen interessiert, stößt man seit der Aufklärung (David Hume) auf die Einsicht, dass Wahrnehmungen von Organen und psychischen Haltungen abhängig sind, mit denen solche Prozesse vollzogen und begleitet werden, also Vorstellungen sind. In der Tierwelt, zu der auch die Menschheit gehört, freilich nicht stets gehören will, weil sie Besseres sei, weil der heimische Hund z.B. nicht Kartenspielen könne und von Fußball nichts verstehe, gibt es eine große Variabilität in der Ausstattung. Menschen haben keine speziellen Organe, um z.B. elektrische oder magnetische Felder wahrzunehmen. Sie wären vermutlich aus Sicht anderer Tiere ziemlich beschränkt!

Die moderne Neurologie hat einen Blick ins Gehirn gewagt. Sie hat entdeckt, dass die Nervenverbindungen von den Wahrnehmungsorganen bis in verschiedene Hirnregionen reichen, konnte messen, dass dort elektrische Impulse und chemische Prozesse von statten gehen, doch wie diese physiologischen Vorgänge mit kognitiven, psychischen zusammenhängen, blieb bis heute ungeklärt. Ein Erleben ist abhängig von physiologischen Prozessen, dies lässt sich sogar experimentell nachweisen, z.B. durch die Zugabe von reichlich Alkohol, dies weiß man schon seit Jahrtausenden, viel mehr weiß man jedoch bis heute nicht.

Ein besonderer Fall ist die menschliche Sprache. Auch sie beeinflusst die Wahrnehmung, obgleich sie kein Organ ist. Eine mangelhafte Differenzierung kann z.B. zu einer opaken Wahrnehmung führen, wie kürzlich der Duisburger OB Sören Link durch seine Verlautbarungen demonstrierte, derart opak und offenkundig nachtgeschwängert, dass es auffällig und sogar gefährlich wird! Auch unter Einbezug der Sprache sollte man es gegenüber der sonstigen Tierwelt jedoch nicht übertreiben. Solange man keine Ahnung hat, wovon z.B. eine Amsel oder ein Wal singt, wäre es besser, nicht in Überheblichkeit zu verfallen.

Aufgrund der Grenzen unserer Wahrnehmung ist es logisch möglich, in einer Welt zu leben, die uns nur vorgegaukelt wird, auch wenn man speziell den Duisburger OB außen vorlässt. Das Problem ist grundsätzlicher! Die besondere Situation einer Kommune wie Duisburg, in der nach kleinen Fortschritten stets rasante Abstürze  folgen, ließe sich durch ein eingerichtetes Experimentierfeld, eine Laborsituation, eine Area 47xx erläutern, einen Zoo, an dem Aliens ihre besondere Freude haben! Ob dies auch empirisch möglich wäre, hinge freilich von einer Technikentwicklung der Aliens ab, die uns (noch) fremd ist. Sören Link wäre in diesem Spiel die derzeitige Alpha-Marionette, die, um ein einfaches Bild zu wählen, quer, an Fäden baumelnd, über die Bühne stolpert!

Nun, ob Kasper oder nicht, das Scenario hat einen Haken! Der Einbezug fremder Mächte mag die Unterhaltung fördern, doch das Problem beseitigt es nicht. Link ist ernst zu nehmen, auch und gerade in seiner Hybris!

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Der Beitrag entstand für die Ruhrbarone.

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