Update – Duisburg: Gesamtstädtischer Widerstand gegen NPD-Demo am 1. Mai

Gegen die von der NPD in Duisburg am 1. Mai ganztägig angemeldete Demo formiert sich gesamtstädtischer Widerstand.

Bürgerschaftliches Engagement: Nazis verpisst Euch, niemand vermisst Euch

Bürgerschaftliches Engagement: Nazis verpisst Euch, niemand vermisst Euch

Mittwoch Abend. Im Versammlungsraum des Kleinen Prinzen unweit des Rathauses haben sich rund zwei Dutzend Institutionenvertreter eingefunden.

Der Evangelenchef ist dabei, Duisburgs Superintendent Armin Schneider. Der Verdi-Chef ist dabei, deren lokaler Geschäftsführer Thomas Keuer. Der DGB ist dabei, auch in Person des ehemaligen Vorsitzenden, des Landtagsmitgliedes Rainer Bischoff.

Es geht den Honoratioren darum, Protest zu zeigen gegen eine Demo der NPD zu Beginn des nächsten Monats.

Die Lage stellt sich nämlich derart dar:

Es hat die NPD von elf bis 18 Uhr am Hauptbahnhof eine Demonstration angemeldet. Am ersten Mai.

Man müsse jedoch nicht davon ausgehen, dass diese vonstatten ginge, verständigte man sich auf Gegenveranstaltungen am selben Ort zur selben Zeit.

So wurde eine Demonstration von Duisburgs Zivilgesellschaft angemeldet. Startend am Hauptbahnhof, die Innenstadt entlang. Bis zum Lehmbruck-Museum.

Ein schon in vergleichbares Fällen bewährtes Bündnis, die ‚Aktionsgemeinschaft für Toleranz und Zivilcourage‘ wird diese Demonstration veranstalten. Getragen von den im ‚Kleinen Prinzen‘ zur Absprache versammelten Institutionenvertretern.

Dazu wird es ein Kulturprogramm geben: Zwischen Landgericht, Forum und Stadttheater werden die Duisburger Philharmoniker aufspielen. Und der weltberühmte Duisburger Gitarrist Peter Bursch mit seiner klassischen Band Bröselmaschine.

Reden werden gehalten werden. Der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link (SPD) wird es sich nicht nehmen lassen werden, die Eröffnungsrede zu halten. Wie sein Jugenddezernent, Thomas Krützberg (SPD) auf der Prinzenrunde ausführte.

Wie üblich wird das Credo sein, was Duisburgs ist: Hier kriegen Nazis kein Bein auf die Erde.

Aber – warum verlegt der hiesige Deutsche Gewerkschaftsbund nicht kurzerhand seine klassische Erste-Mai-Demo im Norden Duisburgs mit anschliessendem Ringelpiez im Landschaftspark in die Innenstadt?

Dazu, Bischoff, ausweislich Veranstaltungsteilnehmern des Prinzentreffens, drucksend:

Man habe Mühe gehabt, diese DBG-Demo hoch im Norden als Marke einzuführen. Zudem würden viele Familien, die dort daran teilnehmen würden, nicht zu Anti-NPD-Demos gehen wollen.

Dann gibt es, nach jetzigem Stand, wohl wieder die übliche Pro-NRW-Demo in Rheinhausen. Am ersten Mai in den Abendstunden.

Das Bündnis der Lichterketten-Träger hat sich gestern darauf geeinigt, dazu nicht zu mobilisieren.

Zum verheissenen Demogeschehen rund um den Kampftag der Arbeiter lese man ausserdem die üblichen Blogs.

Update, 10.04, 08.30 Uhr: Auf Nachfrage erklärte ein Sprecher der Duisburger Polizei zur Gesamtlage rund um den ersten Mai: Es wären der Behörde zur Stunde fünf Demos bekannt. Welche, das verriete man jetzt noch nicht.

Sofern sich das Lagebild verstetigte, würde die Behörde eine Presseerklärung dazu edieren.

Zählen wir doch mal durch:

Nachtdemo, 30. April, 18.00 Uhr. Hauptbahnhof.

NPD-Demo, 1. Mai. Elf bis 18 Uhr. Hauptbahnhof.

Prinzenbündnis-Demo, 1. Mai. Elf bis 14.30 Uhr. Hauptbahnhof.

DGB-Demo, 1. Mai, Vormittags, Duisburg-Nord, Landschaftspark-Nord.

Pro-NRW-Demo, Rheinhausen. Frühabends, Marktplatz, Peschenhaus.

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