Einbruchstatistik im Wechsel: Wie geht es 2014 weiter?

Die Kriminalstatistik für Einbrüche ist je nach Region stark unterschiedlich. 2012 wurde ein bundesweites Plus von 9 Prozent verzeichnet, 2013 ging es alleine in Berlin um 8 Prozent zurück. Die Hauptstadt hat damit ein Zeichen gesetzt, das der Rest der Republik als Beispiel nehmen sollte.

Maßnahmen auf anderen Wegen ergreifen

Einbruchstatistik im Wechsel

Bild: © Comstock/Stockbyte/Thinkstock

Wichtig ist zunächst die Unterscheidung zwischen Einbrüchen im privaten und im gewerblichen Bereich. So haben Industrieunternehmen die Möglichkeit, sich mit Sicherheitstoren des Anbieters Hörmann und anderen professionellen Maßnahmen zu schützen. In Privatwohnungen sieht es dagegen anders aus: Aufwändige Sicherheitsvorkehrungen sind teuer, für viele zu teuer, außerdem muss die Handhabung erst erlernt werden. Die Polizei in Berlin hat deswegen am anderen Ende angesetzt, und das mit Erfolg, wie sich gezeigt hat.

Einfache Grundregeln als Schlüssel zum Erfolg

Schwerpunktbildung und kostenlose Präventionsberatungen, so die grobe Zusammenfassung der Rezeptur, mit der die Berliner Polizei gute Ergebnisse verzeichnen konnte. 2013 erfolgten rund 11.000 Einbrüche in Berlin, und auch diese Zahl muss differenziert betrachtet werden. Einzelne Wohnungen wurden weniger heimgesucht als in den Vorjahren, bei Wohnhäusern gab es dagegen einen Zuwachs. Die Gesamtbilanz fiel dennoch positiv aus. Laut Innensenator Frank Henkel (CDU) spielte die polizeiliche Beratung eine wichtige Rolle, da das Sicherheitsbewusstsein schon auf einfachster Ebene geschärft werden konnte. Türen abzuschließen und keine gekippten Fenster zu hinterlassen – alleine das senkt die Einbruchswahrscheinlichkeit schon deutlich.

Polizeiarbeit mit präventiver Wirkung

Hinzu kommen optimierte Abläufe auf Seiten der Polizei. Beweisaufnahme und Analyse erfolgen schneller, die Büros kooperieren besser miteinander. Diese gesteigerte Effizienz wirkt langfristig abschreckend auf Einbrecher, wobei zwischen „reisenden“ und „ansässigen“ Tätern unterschieden werden muss. Beide Tätergruppen gewichten die Qualität der örtlichen Polizei nicht exakt gleich. Um dennoch einen abschreckenden Effekt zu erzielen und Einbruchserien wie in Duisburg 2012 zu verhindern, bedarf es deswegen weiterer Verbesserungen – und Geduld.

Und was geschieht in Nordrhein-Westfalen?

Darüber hinaus hat die Polizei organisierte Einbrecherbanden im Blick. Diese sind vor allem in NRW verbreitet und sorgten dort in den Jahren 2011 und 2012 für einen drastischen Anstieg der Einbrüche. Im Ruhrgebiet waren Regionen wie der Ennepe-Ruhr-Kreis mit einem Plus von über 50 Prozent besonders betroffen. Die Aufklärungsquote ist mit rund 14 Prozent sehr gering, die Durchschnittsbeute mit 4.500 Euro dagegen recht hoch. Die Jagd auf Einbrecherbanden hält also an. Jüngstes Beispiel dafür: Im Januar dieses Jahres rückten 2.400 Polizisten in einer großangelegten Aktion aus, um mobile Täter zu fassen, dabei wurden auch Autos gezielt kontrolliert, potenzielle Treffpunkte wie Raststätten ebenfalls.

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