SV Sandhausen – 1.FC Köln – Der Express rollt in Richtung 1. Liga

Das Hardtwaldstadion war mit 9800 Besucher gut gefüllt Foto: Dustin Paczulla

Das Hardtwaldstadion war mit 9800 Besucher gut gefüllt Foto: Dustin Paczulla

Sandhausen und ein „Hexenkessel“?, nein eigentlich ist das Hardtwaldstadion im Gegensatz zu den anderen Zweitligastadien im deutschen Fußball kein „Hexenkessel“, da sind Stadien und Fankulturen, wie z.B. beim FC. St. Pauli, FC Kaiserslautern oder eben der heutige Gast des SV Sandhausen 1.FC Köln weiter. An diesem Sonntagnachmittag jedoch sollte nicht alles normal sein, denn der Hardtwald im sympathischen Sandhausen wurde zumindest für einen Tag zur „Festung“ umgewandelt.

Für SVS Verhältnisse waren es bereits Massen, welche ins Stadion pilgerten. Etwa 4000 Gäste aus Köln waren angereist, um das Team von FC- Coach Peter Stöger zu unterstützen. Bereits Stunden vor Anpfiff stiegen die ersten „Effzeh“-Fans am Bahnhof St. Ilgen-Sandhausen aus den Zügen. Sympathisch wurde es, als die Ordnungsbehörden über die Einsatzfahrzeuge die FC-Hymne abspielten. Die Stimmung rund um das Stadion war auf beiden Seiten sehr angenehm, auch der liebe „Wettergott“ spielte an diesem Sonntagnachmittag mit, denn mit rund 16 Grad waren angenehme Temperaturen gegeben, eben für ein attraktives Zweitligaspiel.

Der SV Sandhausen in der laufenden Saison sehr erfolgreich, aktuell steht das Schwartz/Kleppinger-Team auf Rang 8 der zweiten Liga.

Um Punkt 13:30 Uhr pfiff Schiedsrichter Tobias Christ die Zweitligabegegnung an.

Die Gäste aus Köln begannen rasch und gestalteten in der Anfangsphase die Partie, so dass der SVS das Spiel des FC aufgedrückt bekam. Der SVS musste sich auf die Defensivarbeit konzentrieren.

Im weiterem Verlauf der ersten Hälfte nahm die Partie nochmals an Tempo auf, die Anwesenden Zuschauer sahen eine sehr, sehr attraktive Zweitligapartie beider Teams. In der 24. Spielminute hatten die Gäste aus Köln die Chance zum 1:0, doch beim SVS konnte Keeper Manuel Riemann mit einer Glanztat einen Rückstand verhindern.

Zur Halbzeit mussten sich beide Teams mit einem 0:0 zufrieden geben. Die Zuschauer im Stadion sahen eine attraktive erste Hälfte mit teilweise sehr ansehnlichen Spielzügen. Gegen Ende der ersten Hälfte jedoch ließ das rasche Tempo der Partie ein wenig nach, denn beide Teams versuchten verhalten das 0:0 zur Pause zu sichern, um sich taktisch ein wenig zu verfeinern für Halbzeit zwei.

Der FC nahm sich scheinbar vor ziemlich früh das 0:1 zu erzielen. Dieses Vorhaben gelang sehr schnell, denn wie ein Blitz starteten die Gäste aus Köln in Hälfte zwei. Patrick Helmes konnte nach einer kleinen Unsicherheit der Gastgeber das 0:1 in der 47. Spielminute markieren.

Die Zuschauer sahen im Gegensatz zur ersten Hälfte eine langsame Partie. Köln versuchte das 0:1 zu halten, so kam der SVS nur auf wenige Offensivaktionen.

67. Spielminute, erneut waren es die Gäste, welche die Chance hatten auf 2:0 zu erhöhen, doch erneut war es Keeper Riemann, welcher einen weiteren FC-Treffer mit starker Leistung im Stellungsspiel 1/1-Situation verhinderte.

Gegen Ende der Partie wurde es nochmals spannend, denn die Gastgeber versuchten sich noch einen Punkt zu erkämpfen.

Um 15:18 Uhr Pfiff Schiedsrichter Christ die Zweitligapartie ab. Die Gäste aus der Domstadt konnten sich einen wichtigen „Dreier“ beim SV Sandhausen erarbeiten. Leicht war diese Aufgabe nicht in Sandhausen drei Punkte zu ergattern. Die Mannschaft von Schwartz und Kleppinger hielt sich gerade in Halbzeit eins auf Augenhöhe mit dem FC Köln. In Hälfte zwei ließen dann auch ein wenig die konditionellen Stärken nach, während der FC sich einfach mit einer individuellen Qualität durchsetzen konnte. Ein großes Lob gab es jedoch trotzdem nach der Partie von Gäste-Trainer Stöger an den „Underdog“ vom Hardtwald.

„Spitzenreiter, Spitzenreiter, Spitzenreiter“ schallte es noch Minuten nach Schlusspfiff von den FC-Fans. „Die Mannschaft aus Köln wird ihren Weg gehen und dieser endet in Liga 1.“ so Sandhausen Torwarttrainer Daniel Ischdonat unmittelbar nach der Partie gegenüber der XN-Redaktion.

Fans und Anhänger des SVS können Stolz auf die Entwicklung ihres Vereines sein, denn die Verantwortlichen holen aus den gegebenen Mitteln das Maximum heraus und können sich nun mittlerweile teilweise mit den „Dinos“ der Liga messen. Fakt ist, dass sich der SV Sandhausen nun auch um die Infrastruktur kümmert. Die Verantwortlichen wollen in naheliegender Zeit ein Nachwuchsleistungszentrum auf die Beine stellen.

Zuschauer: 9800

Die Stimmen zur Partie:

SVS-Schlussmann Riemann stelle sich den Fragen der Medienvertreter. Foto: Dustin Paczulla

SVS-Schlussmann Riemann (Foto) und Spielführer Schauerte stellten sich den Fragen der Medienvertreter. Foto: Dustin Paczulla

Manuel Riemann:Natürlich sind wir enttäuscht, auch wenn wir gegen eine Mannschaft gespielt haben, welche in meinen Augen zu 100 Prozent in der kommenden Saison 1.Liga spielen wird. Wir haben den FC Köln hier heute am Rande einer Niederlage gehabt, sie haben jedoch unseren Schlaf knallhart bestraft. Respekt an meine Mannschaft, aber was mich brutal ärgert ist die Nachlässigkeit in den ersten fünf und in den letzten fünf Spielminuten einer Halbzeit. Wir haben so 12 von 18 Gegentore bekommen, das ist ein Wahnsinn. Wir müssen hellwach sein und aufhören zu pennen.“

Julian Schauerte: „Wenn man verliert ist man nie zufrieden, wir haben jedoch in der ersten Halbzeit gut dagegen gehalten. Wir kommen aus der Halbzeit und erhalten in den ersten zwei Minuten ein blödes Gegentor, da waren wir nicht ganz wach. Wir haben im Anschluss versucht in der Offensive nochmals Akzente zu setzen, doch letztlich hat das leider nicht gereicht. Manuel Riemann hat es angesprochen, dass wir aufpassen sollen, gerade in der Anfangsphase, doch leider haben wir das nicht umsetzten können. Wir müssen in Zukunft hellwach sein.“

Übrigens: Nachwuchs-Talent Max Müller kann demnächst wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

 

 

 

 

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