„Kleines Rädchen im großen Demokratie-Getriebe“

IMG_2166Duisburger Heimspiele in Berlin sind besondere Momente. Wenn man als Mitarbeiter einer Duisburger Bundestagsabgeordneten im Reichstagsgebäude vor einer Schülergruppe aus Duisburg sagt: „Ich habe vor ein paar Jahren auch auf dem Mannesmann-Gymnasium mein Abitur gemacht“: Dann ist das so ein besonderer Moment – und der Satz entfaltet sofort seine Wirkung. Man kann den Schülerinnen und Schülern direkt ansehen, wie sich anfängliche Distanz zu Interesse und Zustimmung entwickelt. Fast alle schauen auf, viele lächeln, einige applaudieren sogar. Das passiert uns MdB-MitarbeiterInnen nicht so oft, wir leisten unseren kleinen Beitrag zur Demokratie eher im Hintergrund. Mein Name ist Manuel Reiß und ich bin Büroleiter der SPD-Bundestagsabgeordneten Bärbel Bas mit dem Wahlkreis Duisburg I (Innenstadt, Rheinhausen & Süd). Ich lebe seit 2004 in Berlin(-Neukölln), meine Heimat ist und bleibt aber genau dieser Wahlkreis Duisburg I. Ich bin 1979 im Hochfelder Bethesda-Krankenhaus geboren, habe meine ersten 4 Jahre in Rheinhausen-Asterlagen gelebt und später in Buchholz. In Huckingen bin ich zur Schule gegangen, war in Wedau und Großenbaum im Sportverein aktiv und habe an der Uni Duisburg in Neudorf studiert. Mehr Wahlkreis geht nicht. Eine Schlüsselqualifikation in meinem Job. Jetzt unterstütze ich Bärbel Bas bei der Vertretung der Interessen meiner Heimat in Berlin. Und zwar sehr gern. Wie ich da hingekommen bin und was ich da genau mache? Thomas Rodenbücher hatte mich vor ein paar Wochen gefragt, ob ich das nicht mal in einem Gastbeitrag aufschreiben wolle. Na klar. Zum Hintergrund: Allen Bundestagsabgeordneten stehen zur Unterstützung bei ihren Mandatsaufgaben monatlich 15.798,00 Euro für MitarbeiterInnen zur Verfügung. Beim Deutschen Bundestag bin ich als so genannter „Wissenschaftlicher Mitarbeiter“ eingestuft, da ich einen akademischen Abschluss als Diplom-Politikwissenschaftler habe. Das Arbeitsspektrum der MdB-MitarbeiterInnen reicht aber von der Terminkoordination, über die Vorbereitung der Korrespondenz sowie der Arbeit im Fachausschuss bis zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, z.B. die Pflege der Webseite www.baerbelbas. Wobei wir glücklicher Weise eine moderne Chefin haben, die den Umgang mit den Sozialen Netzwerken nicht nur beherrscht, sondern auch mit Neugier und Eifer betreibt. Wir MdB-MitarbeiterInnen sind keine Beamten und auch nicht im Öffentlichen Dienst beschäftigt, sondern direkt bei den Abgeordneten angestellt. Das heißt auch: Wenn diese ihr Mandat verliert oder es während der Wahlperiode z.B. aus gesundheitlichen Gründen, aufgeben muss, sind wir unseren Job los. In Einzelfällen geht das sehr schnell, weshalb einige meiner KollegInnen auch von „prekären Beschäftigungsverhältnissen“ sprechen. Ich will aber nicht klagen. Ich habe den wahrscheinlich vielfältigsten, spannendsten und erfüllendsten Job in Berlin, aber bis dahin war es ein weiter Weg vom Bethesda-Krankenhaus in den Bundestag. Meine Berufslaufbahn begann nach dem Abitur mit einer Ausbildung zum Bankkaufmann bei einer gewissen WestLB in Düsseldorf, aber ich wollte kein Bankkaufmann bleiben. Ich studierte in Duisburg, in unserer Partnerstadt Portsmouth und machte meinen Diplomabschluss an der Freien Universität in Berlin. Die vorlesungsfreie Zeit und die Semesterferien nutzte ich mit fast schon spießiger Regelmäßigkeit für Praktika und Studentenjobs: Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der WestLB, NRZ, RBB, WDR, BILD, Amnesty International und tagesschau.de zum Abschluss im Dezember 2005. Klingt nach buntem Programm? War es auch. Im Dezember 2005 hatte ich meinen weiteren Weg aber schon vorgezeichnet: Seit einem halben Jahr arbeitete ich als studentischer Mitarbeiter beim SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes … Weiter lesen im neuen Magazin 

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