Denken – oder Zahnschmerzen?!

Kein Jahresrückblick, kein ‚Best of‘, nur ein kurzes Innehalten

WikimmediaDenken – also ein psychisches Ereignis -, gehört in Deutschland zu den wichtigsten persönlichen Erfahrungen, die gemacht werden können. Ich möchte nicht darüber spekulieren, ob diese soziale Wichtigkeit mit einer erstaunlichen Seltenheit korreliert. Ob sich jemand Gedanken macht, lässt sich anhand des Verhaltens kaum erkennen. Eventuell ringt eine Person mit Zahnschmerzen, oder wollte man sprachliche Äußerungen als Maßstab nehmen, vielleicht sagt sie lediglich was auf, etwas, das z.B. umgangsprachlich durchaus üblich, verbürgt ist, konventionell genug, um vor einem Denken zu schützen.

Dieser Schutz ist in Deutschland besonders wichtig. Denn wer wollte es sich leisten, außerhalb der Gemeinschaft zu stehen. Leicht könnte etwas bedenklich werden, also zu Denken geben, jedoch nicht in lustfördernder, sondern in asozialer Weise. Etwas, das zu denken gibt, also bedenklich ist, dies wäre in Deutschland nach Möglichkeit zu meiden.

Doch wie ließe sich dieser eventuell typisch deutsche Konflikt auflösen? Denken, dies ist die wichtige Erfahrung, bedroht die Gemeinschaft! Sozial wäre es angenehmer, Zahnschmerzen zu haben!?

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Der Beitrag entstand zunächst für den Freitag.

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