SV Sandhausen – SpVgg Greuther Fürth – Franken drehen das Spiel

svsSonntagnachmittag empfing Zweitligist SV Sandhausen den Tabellenzweite der 2. Bundesliga Greuther Fürth am Hardtwald. Bereits vor der Partie war klar, dass die Partie zwischen der besten Offensive der Liga und dem zweitstärksten Heimteam eine spannende sein würde.

Für die Franken geht es um den Aufstieg in Liga 1, auch wenn der direkte Wiederaufstieg öffentlich nicht als Ziel formuliert wurde. Einen „Hut“ muss man allerdings von den Franken ziehen, denn über Jahre spielen die Fürther um die ersten fünf Plätze der zweiten Liga mit. 2011/2012 gelang dann endlich mit den Trainern Büskens/Reichel der langersehnte Aufstieg ins Oberhaus. Doch für die 1. Liga fehlte nicht unbedingt die Qualität, sondern eher die Erfahrung, so musste das Team mit Ende der Spielzeit wieder den Gang in Liga 2 antreten.

Die Gastgeber wollten ihre Heimserie unbedingt ausbauen, denn in der laufenden Spielzeit 2013/2014 hat das Schwartz/Kleppinger-Team in der „Festung“ Hardtwald noch keine Niederlage hinnehmen müssen. So sollte es auch an diesem Sonntagmittag sein. Die Temperaturen und das Wetter spielten mit. Die aktiven Kicker auf dem Feld fanden an diesem 2. Adventswochenende optimale Spielbedingungen vor.

Die Partie, welche von pünktlich um 13:30 Uhr von Schiedsrichter Dr. Jochen Drees angepfiffenen wurde, begann rasch. Beide Teams wollten unbedingt den frühen Treffer erzielen. Zunächst war es das Team von Fürth-Coach Frank Kremer, welche das Tempo am Hardtwald bestimmte. Das Blatt wendete sich allerdings ab der 10. Spielminute. Plötzlich war es der SVS, welcher offensiv Druck ausübte und den Gegner über die Flügel unter Druck setzte.

Tüting knallt den SVS zur 1:0 Führung

2013tueting16. Spielminute: Der SV Sandhausen wurde für sein Engagement belohnt. Nach einer Flanke seiner Mitspieler konnte konnte Simon Tüting das frühe 1:0 für die Gastgeber erzielen. Tüting.

Für den 27-jährigen war es das dritte Zweitliga Tor in seiner Laufbahn.

Im weiterem Verlauf der ersten Hälfte übten beide Teams weiterhin ordentlich Druck aus. Schiedsrichter Drees bekam nun richtig viel zu tun, denn beide Teams gingen robust in die Zweikämpfe. Die anwesenden Zuschauer sahen, wie angekündigt eine sehr attraktive Zweitligapartie, denn beide Teams gingen leidenschaftlich in die laufenden Aktionen und legten eine hohe Laufbereitschaft an den Tag.

Füllkrug gleicht zum 1:1 aus

In der 33. Spielminute, als die Partie an Tempo abnahm, wurde der SV Sandhausen für eine kleine Unkonzentriertheit bestraft, so gewährte die Defensivabteilung des SV Sandhausen den Gästen aus dem Franken-Land Freiräume, welche von Offensivkraft Niklas Füllkurg eiskalt zum 1:1 Ausgleichstreffer ausgenutzt wurden. Keeper Riemann hatte bei diesem Gegentreffer nicht den Hauch einer Chance diesen Ball abzuwehren. Somit stand es nun 1:1 und die Partie nahm wieder an Fahrt auf, da beide Teams vor dem Halbzeitpfiff unbedingt noch den Führungstreffer erzielen wollten. Der SVS setzte allerdings seinen Schwerpunkt vor dem Halbzeitpfiff eher in Richtung Defensivarbeit.

Beide Teams mussten sich zur Halbzeitpause mit einem 1:1 zufrieden geben.

Halbzeit zwei begann ebenfalls, wie Hälfte eins rasch. Die Gäste aus Fürth allerdings mit Beginn der zweiten Hälfte deutlich organisierter und in den einzelnen Aktionen, wie z.B. Kombinationsspiel deutlich effektiver, als es in Hälfte eins der Fall war. Nach einem Foulspiel des SVS in der 55. Spielminute entschied Schiedsrichter Drees auf Strafstoß zu Gunsten der Gäste. Dieser wurde von Zoltan Stieber ins rechte Eck (Riemann-Sicht linke Ecke) verwandelt.

Keeper Riemann hatte keine Chance. Somit gingen die Gäste aus Fürth mit 1:2 in Führung.

Die „kleine“ Riemann-Geschichte

2013riemannKeeper Riemann lebte in vielen Aktionen eine „Kahn-Mentalität“, gab sehr deutliche Anweisungen an seine Mitspieler und ging in vielen Aktionen konsequent in die 1:1 Duelle. „Kahn ist mein Vorbild.“, so Riemann nach der Partie.

Riemann, welcher bereits gegen Kahn zu Burghausen-Zeiten im Pokal spielte und auch beim SV Sandhausen bereits seine eigenen Geschichten schrieb ist für Daniel Ischdonat (Torwarttrainer) der perfekte Nachfolger von Ischdonat. „Manuel hat immer Biss und zeigt diesen auch auf dem Feld, er überträgt viel auf die Mannschaft.“ so sein Vorgänger und jetziger Torwarttrainer Daniel Ischdonat nach der Partie über seinen Schützling.

Trinks macht den „Sack“ zu

Die 77. Spielminute war es, als Florian Trinks die erneute Konzentrationsschwäche des SV Sandhausen eiskalt ausnutzte und aus rund 15 Metern mit einem Kopfball (Vorlage: Daniel Brosinski) den 1:3 Führungstreffer erzielen konnte. Mit diesem Treffer war auch die Partie entschieden. Die Gastgeber nahmen einfach das Tempo heraus und übten in Hälfte zwei einfach zu wenig Druck aus auf den Aufstiegskandidaten, welcher mit seiner individuellen Qualität die Fehler des SV Sandhausen ausnutzte.

Der SV Sandhausen musste sich mit dem 1:3 gegen Fürth das erste mal in der laufenden Saison in der Heimstätte geschlagen geben. Nun wartet noch genau ein Heimspiel im Kalenderjahr 2013 auf den SVS, nämlich gegen Erzgebirge Aue (20.12.2013, 18:30 Uhr).

Aber vorher wartet für den SV Sandhausen eine schwierige Aufgabe beim VfR Aalen. Ein Gegner mit dem man sich eher messen kann. Wer allerdings Halbzeit eins sah, konnte feststellen. Der SV Sandhausen steht in der laufenden Spielzeit verdient auf einem einstelligen Tabellenplatz.

Das Team von Frank Kramer kann nach diesem Auswärts „Dreier“ optimistisch in Richtung 1. Liga schauen.

Simon Tüting zum Spiel: „Wir sind gut in die Partie gekommen, haben uns aber dannach das Leben selbst schwer gemacht. Die Mannschaft hat in der Hinrunde viel erreicht. Wir dürfen jetzt nach der ersten Heimniederlage nicht alles schlecht reden. Hallo, wir sind daheim bis auf dieses Spiel ungeschlagen, haben uns im DFB-Pokal gut präsentiert und wir haben hier heute gegen eine Top-Mannschaft gespielt. Nun gilt es konzentrieren, in den letzten zwei Spielen, welche im Jahr 2013 anstehen alles geben und möglichst viele Punkte einfahren. Unser Ziel lautet Klassenerhalt.“

Zuschauer: 4000

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