Offener Brief zum Thema marodes Sperrtor am Marientor und der Duisburger Hochwasserschutz

ralf-9702Sehr geehrte Damen und Herren,

als Mitglied in der kommunalen Politik bin ich doch sehr erschrocken, dass die Verwaltung und die Politik, hier in Duisburg, nach der verheerenden Loveparade-Katastrophe, nichts dazugelernt hat.

Erst jetzt kommt Bewegung in der Einrichtung eines städtischen ständigen Krisenstabes, der bei der Bewältigung von Katastrophenszenarien als geeignetes Gegenmittel funktionieren soll, weil die Vergangenheit wohl Nachbesserungsbedarfe in dieser Thematik gezeigt hat.

Der Hochwasserschutz in Duisburg wird, meiner Ansicht nach, immer noch fahrlässig und stiefmütterlich behandelt. Dieses zeigt sich anschaulich beim Hochwasser-Sperrtor am Marientor.

Es soll, laut Umweltdezernent der Stadt Duisburg, keine akute Gefahr für den Hochwasserschutz bestehen. Nun sind aber Probleme bei der jährlichen Überprüfung des Hochwasser-Sperrtores aufgetreten. Das unter Denkmalschutz stehende, über 80 Jahre alte Tor, sollte eigentlich schon saniert werden. Nur ist dies bisher noch nicht geschehen. Ausschreibungen laufen. Die Bezirksregierung hatte jedoch schon in den letzten Jahren, vorwiegend beim letzten turnusmäßigen Probelauf des Sperrtores, die Stadt Duisburg angewiesen, einen so genannten Notfallplan zu entwickeln, wenn dieses marode Tor nicht schließen sollte, da gewaltige Schäden innerstädtisch im Falle eines Hochwassers zu erwarten wären.

Ich stelle mir gerade die Frage, gibt es überhaupt einen Plan B oder Plan C, d.h. einen Notfallplan ? Bei einer Hochwassermarke von mehr als 8 Meter muss das Tor geschlossen werden, ansonsten laufen die U-Bahn-Schächte und der Innenhafen voll. Es wäre eine Katastrophe für Duisburg. Leib und Leben der Bürgerinnen und Bürger wären gefährdet. Sachschäden in Millionenhöhe wären die Folge.
Die Verantwortlichen Personen und Stellen verkennen hoffentlich nicht die Gefahrensituation bei einem möglichen Jahrhunderthochwasser. Der Klimawandel tut bereits sein Übriges und solche Szenarien sind leider nicht mehr unwahrscheinlich. Das nächste Hochwasser im Winter kommt bestimmt. Ich würde mir wünschen, wenn jetzt endlich einmal auch hier Bewegung in die Sache kommt, denn ansonsten kommt es bei einer Katastrophe, wie es kommen muss und keiner will es gewesen sein. Das kennen wir ja bereits. Die Haftbarkeitsfrage liegt jedoch auch bei den politisch Verantwortlichen im Rat der Stadt.

Mich würde in diesem Zusammenhang einmal interessieren, wie es die städtische Tochter, die Duisburger Verkehrsgesellschaft, sieht, wenn die U-Bahn-Schächte mit Wasser vollaufen ? Denn aus dieser Richtung hört man ziemlich wenig.

Ich denke, es werden politisch, in Sachen Notfallplan und Notfallmanagement, noch kritische Fragen gestellt werden müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Welters
Fraktionsmitglied Bündnis 90 / Die Grünen
Mitglied Vorstand Ortsverband DU-Walsum

One thought on “Offener Brief zum Thema marodes Sperrtor am Marientor und der Duisburger Hochwasserschutz

  1. Volle Zustimmung. Wette, dass es keinen Notfallplan gibt. Schön, dass sich die Grünen damit befassen. Aber im Katastrophenfall will keine der Ratsfraktionen – geschweige denn die Stadtspitze – die Verantwortung dafür übernehmen. Auch die Grüne Ratsfraktion nicht. Als „Feigenblatt“ hat ja #Ralf Welters immerhin vorsorglich gewarnt.
    Saufen wir in der Innenstadt im Hochwasserfall ab, übernimmt erfahrungsgemäß ohnehin niemand die Verantwortung. So ist das in Duisburg erfahrungsgemäß nunmal. Gegen diese kollektive, traditionelle Verantwortungslosigkeit gibt es nur ein Mittel: Wählen wir bei der Kommunalwahl 2014 keine der im Rat vertretenen Parteien mehr. Sie haben kollektiv versagt.
    Solange die Grünen ihre bürgervergraulenden Altlasten Greulich, Kantel und Janicki nicht endlich entsorgen, werden sie bei der nächsten Kommunalwahl keine Chance haben, so Leid es mir für die aufrecht Aktiven in der Partei tut. DIE will ich im nächsten Rat nicht mehr ertragen müssen.