Karl-Heinz Gajewsky mit Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet

Karl-Heinz Gajewsky

Karl-Heinz Gajewsky

Der Gelsenkirchener Archivar jüngerer Literaturgeschichte des Ruhrgebiets und Dokumentarist aktuellen literarischen Lebens an der Ruhr Karl-Heinz Gajewsky wird mit dem Literaturpreis Ruhr 2013 ausgezeichnet. Er erhält den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis für die Arbeit an seiner Internetplattform REVIERCAST, einem stetig wachsenden Text-, Ton- und Videoarchiv des literarischen Ruhrgebiets. Um die beiden mit je 2.555 Euro dotierten Förderpreise hatten sich 259 Nachwuchs-Literaten beworben. Die Einsendungen kamen größtenteils aus dem Ruhrgebiet, aber auch aus ganz Deutschland, aus Österreich, der Schweiz, aus Frankreich, Spanien und Luxemburg.

Karl-Heinz Gajewsky hatte als Erster und bislang Einziger die Idee, ein Schall-archiv der Revier-Literatur zu erstellen und setzt dieses Projekt seit 2007 aus eigenem Antrieb und mit eigenen Mitteln in die Tat um. Gajewsky hat sich schon jetzt mit seiner Internet-Seite www.reviercast.de als Bild- und Ton-Archivar um die Ruhrgebiets-Literatur verdient gemacht. Die Aufnahmen, die Karl-Heinz Gajewski innerhalb der letzten sechs Jahre erstellt hat, bewahren eine Seite der Revier-Literatur, die ansonsten unwiederbringlich zu vergehen droht. Von den 500 hochwertigen Hör- und Videobeiträgen, die er bislang produziert hat, sind bereits 400 im Internet veröffentlicht. Dabei geht es sowohl um die Ruhr-Literaturszene der Gegenwart als auch um die der Vergangenheit. So hat Gajewsky für den Landschaftsverband Westfalen-Lippe und das Fritz-Hüser-Institut historische Aufnahmen digitalisiert und den umfangreichen audio-visuellen Vorlass von Hugo Ernst Käufer und Kurt Küther restauriert. Der Literaturpreis Ruhr soll das außerordentliche Engagement von Karl-Heinz Gajewski und die Ergebnisse seiner schier unermüdlichen Arbeit würdigen.

Förderpreis für Marion Gay / „Das Nachspiel“
Marion Gay aus Hamm (geb. 1968) arbeitet schon seit einigen Jahren als Schriftstellerin und veröffentlichte sowohl Erzählungen, Gedichte, einen Roman („Drei Sonnen über Münster“) als auch einen Leitfaden zum Kreativen Schreiben. Ihre Arbeiten wurden bereits mit einigen Preisen ausgezeichnet. In der Kurzgeschichte „Das Nachspiel“ erzählt eine junge Frau, die mit ihrem Begleiter in einem Hotel in den Bergen Urlaub macht, von einem irritierenden Zwischenfall. Eine merkwürdige Frau, von den beiden Urlaubern als „die Blutleere“ bezeichnet, klopft eines Abends an der Zimmertür und bittet zunächst um Shampoo, verbringt schließlich aber sogar, trotz heftiger Proteste ihrer Angehörigen, die ganze Nacht im Zimmer der beiden Urlauber, was nicht ohne Folgen für beide Seiten bleibt.

Förderpreis für Ingo Knosowski / „Bande“
Ingo Knosowski stammt aus Wattenscheid (geb. 1967) und lebt heute wieder in Bochum. Er war als Redakteur für verschiedene Radiosender (u.a. WDR, Radio Bochum etc.) tätig, schreibt seit vielen Jahren Erzählungen (seit 2012 drei Veröffentlichungen) und Romane. Die Erzählung „Bande“ handelt von der nicht mehr ganz jungen Rose van Daag, die sich hilflos gefesselt in einem billigen Hotelzimmer befindet und sich daran erinnert, wie sie von einem jungen VW-Busfahrer namens Daniel in diese Situation gebracht worden ist. Rose van Daag hat sich zunächst von Daniel verführen lassen, doch dann kommt Gewalt ins Spiel und Daniel lässt sie gefesselt im Hotelzimmer zurück. In dieser surrealen Situation wird sie von einem hässlichen Angestellten und seinen abgerissenen Freunden begafft und befreit.

Zur öffentlichen Preisverleihung laden Regionalverband Ruhr, Literaturbüro Ruhr und die Stadt Mülheim an der Ruhr am Freitag, 15. November, um 19.30 Uhr in das Schloss Broich ein. Adresse: Am Schloss Broich 28-32, 45479 Mülheim an der Ruhr. Der Eintritt ist frei.

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