Ein Brief an Sören Link: „Große Pläne für das Ruhrgebiet“

Herr Link,

in nachfolgendem Link zu einem grottenschlechten, völlig unkritischen und dilettantischem Artikel auf „derwesten.de“ wird über sog. „große Pläne“ für das Ruhrgebiet berichtet, bei denen zu fragen ist, von wem diese „Pläne“ genannten Pläne eigentlich sind und wem sie nützen. –

http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/grosse-plaene-so-soll-das-ruhrgebiet-von-morgen-aussehen-id8540322.html

Insbesondere der lokale WAZ-Mann Oliver Schmeer hat für Duisburg wieder in seine lyrische Kiste der untertänigsten Hofberichterstattung gegriffen – völlig losgelöst von jeglicher Fachkenntnis. Hier sein Beitrag, ein Highlight zeitgenössischen Journaillismusses:

„So viel Zeit muss sein: Bevor in Duisburg im Schatten der Salvatorkirche das „Mercatorquartier“ mit Wohnungen, Geschäften, Büros und Restaurants entsteht, greifen Archäologen zu Spitzkelle und Besen: Sie sind hier auf die Fundamente des Wohnhauses von Gerhard Mercator (1512-1594) gestoßen, dem Kartographen und berühmtesten Sohn Duisburgs.

Als großes bürgerschaftliches Projekt soll Mercators Wohnhaus, dessen Reste nach dem 2. Weltkrieg abgerissen wurden, nun originalgetreu wieder aufgebaut werden. Ein Gebäude der Vergangenheit als Symbol der Zukunft? Aber freilich. Wer will denn in einer Zukunft leben, die das Alte einfach verdrängt? Duisburg denkt das Mercatorhaus als Herzstück des modernen, drei Hektar großen Quartiers, das ebenso urban wie geschichtsträchtig die Innenstadt beleben soll.“

AUS: Große Pläne – so soll das Ruhrgebiet von morgen aussehen | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/das-mercatorhaus-page4-id8540322.html#plx997701916

Dümmer geht’s nümmer – bis auf die pharisäerhafte Aussage, man solle und dürfe das Alte nicht verdrängen, die an sich ja nicht verkehrt ist, aber aus dem Mund von Herrn Schmier pharisäerhaft, weil er nicht die bodenlose menschliche, kulturelle und wirtschaftliche Schande in Bruckhausen und am Zinkhüttenplatz erwähnt oder etwa sogar darüber schreibt oder schreiben läßt. –

Das nicht mehr vorhandene Mercatorhaus wieder aufzubauen und gleichzeitig wertvollstes Duisburg abreißen zu lassen, ist wahrlich kein „Guter Plan“, den Sie ja in Ihrer Wahlwerbung und auf Ihrer Heimseite vorgeben zu haben. –

Wenn Sie nicht augenblicklich umkehren und nicht endlich die fachlich fundierten und preiswerten Pläne der eigenen Bürger berücksichtigen, werde ich Sie in meiner Liste der „Totengräber Unserer Stadt“ vormerken. –

Darüberhinaus können Sie auch gerne zurücktreten. Für solche Dilettanten und Ignoranten wie Sie haben wir Duisburger Bürger und Bürgerinnen nämlich den OB DU ade Sauerland nicht abgewählt. – Und die SPD (zumindest in DU und NRW) kann im gleichem Atemzug ihre Parteibücher schließen und den Abflug machen. Am besten nehmen Sie die Gewerkschaften gleich mit. –

Tickets bekommen Sie von uns Bürgern kostenlos. Als Fluchgesellschaft haben wir exclusiv für Sie die landeseigene „Karthago-Airlines“ mit Kapitänin Hannelore Ikarus und Co-Pilot Rallef ausgewählt. –

Von Harald Jochums

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