Duisburger Ex-Pirat Andreas Winkler verlässt nun auch ProNRW

Andreas Winkler

Andreas Winkler

Der noch im Dezember letzten Jahres unter dem Jubel des ProNRW-Vorsitzenden Markus Beisicht von den Piraten zur rechtspopulistischen Bürgerbewegung gewechselte Andreas Winkler, gab heute schriftlich seinen Austritt bekannt. Winkler begründet seinen Austritt vor allem mit dem zerrütteten Verhältnis zu Beisicht und schreibt:

„Auch, wenn ich zur keiner Begründung verpflichtet bin gebe ich an, dass RA Beisicht mich mehrfach menschlich enttäuscht hat, so dass eine Vertrauensvolle Zusammenarbeit für zukünftige Projekte ausgeschlossen ist.“

 

Hintergrund ist wohl, dass Rechtsanwalt Beisicht kurz vor Prozessbeginn sein Mandat niederlegte. So schreibt Winkler weiter:

„Der Schlusspunk und der Hintergrund der leidigen Geschichte ist, dass ich in einem Rechtsfall durch einen Anwalt namens Hemkens vertreten wurde, der nach meiner Aufforderung das Mandat nieder gelegt hatte, nachdem RA Beisicht fast flehend sich um den Fall beworben hat. Nachdem ich aus Großzügigkeit und Kulanz weniger gut situierten Anwälten wie Beisicht (nach vergeigtem vorhergehen Prozess)dennoch eine zweite Chance geben wollte, legte er ohne es vorher mit mir abzusprechen sein Mandat nieder, so dass ich bei Gericht keine Verteidigung hatte.“

 

Ob der angebliche Vertrauensverlust zwischen Mandant und Rechtsbeistand ausschlaggebend für den Austritt Winklers bei ProNRW ist, wollten wir in einem telefonischen Interview herausfinden.

 

Xn: Herr Winkler, was ist der genaue Grund ihres Austrittes?

 

Winkler: Mein Austritt aus der Bürgerbewegung hat mannigfaltige gründe. Zum einen möchte ich anführen, dass Beisicht häufig Versprechen macht und diese dann nicht einhält.

Vertrauen ist die Basis jeder guten Partnerschaft auch, die zwischen Freunden und Lebensgefährten. Wenn diese Vertrauensbasis Missbraucht oder gebrochen wurde, gibt es keine Grundlage mehr um gemeinsam einen Weg zu beschreiten. Der Bruch dieser Basis steht auch in der Kündigung meiner Mitgliedschaft.

Schon gar, wenn eine vorher anwaltliche und versprochene Vertretung nicht eingehalten wird und man dann bei Gericht das Nachsehen hat. Wasser predigen und Wein saufen ist in meinen Augen unglaubwürdig.

Des weiteren gibt es eine Gruppierung innerhalb der Bürgerbewegung, die schon seit lngerem mit dem rechtspopulistischen Vorgehen Beisichts nicht mehr konform geht. Über kurz oder lang scheint sich dort eine Art Palastrevolution anzubahnen.

 

 

xn: Herr Winkler haben sie keine Angst, dass man jetzt von Seiten ProNRWs eine Schmutzkampagne gegen sie starten wird?

 

Winkler: Möglich ist das. Aber Pro kann nicht jetzt Hot sagen und vorher Hüh gesagt haben. Außerdem mache ich mich nicht Erpressbar. Habe ich nicht getan und werde ich auch nie tun. Den Funktionären, der Bewegung ist meine Vita bekannt. An meinem letzten Geburtstag feierten wir diesen auch zusammen. Nicht die Vita aber meinen Geburtstag. Andere Menschen aufgrund Ihrer Konfessionen, Haut oder Augenfarbe oder in meinem Fall Einstellung Mundtot zu machen ist unter aller Sau.

Schließlich, ist mein Polizeiliches Führungszeugnis, wie Sie Wissen unbefleckt. Das Gegenteil daraus zu machen ist reine Niedermache, die ich zu tiefst verabscheue.

 

xn: Werden sie weiterhin die Nähe zu rechtspopulistischen Grupierungen suchen?

 

 

Winkler: In der Bananenrepublik laufen Millionen Lemminge von uns herum, die einfach nicht kapieren, dass ihr Problem nicht ihr Gegenüber oder irgendein soziales Unrecht ist, sondern hauptsächlich Prägung, Indoktrination, Konditionierung und ihr eigenes mangelndes Selbstwertgefühl. Klingt hart, ist aber auch eine wichtige Erkenntnis. Viele von uns glauben, ihre Chance auf ein gutes Leben, würde durch die vielen Ausländer eingeschränkt, andere machen ihren Arbeitgeber zum Beelzebub, oder die Intellekt leeren Visagen der Politik, das Verkehrsaufkommen vor ihrem haus, die Punks, Skins, Rapper, Metaller, Gewerkschaften, den Kommunismus, den Kapitalismus, den Atheismus, die Muslims, oder den Irak. Eigentlich sind alle Schuld, nur nicht unsere eigene Willensschwäche und Unfähigkeit, das eigene Leben in den Griff zu kriegen. Ich weiß wovon ich rede, mir ging es genauso. Wir beklagen grundsätzlich andere, und suchen nie die Ursache in unserer eigenen Bitterkeit und Wut. Außerdem und ganz wichtig, „Hass sells“, Hass als Ware verkauft sich gut. In einer Welt, in der wir gegenwärtig alles verlieren, gewinnen einige Wenige alles.

Das Austrittsschreiben von Andreas Winkler können Sie unter https://www.xtranews.de/wp-content/uploads/2013/09/austritt-pro-nrw.pdf  downloaden

 

4 thoughts on “Duisburger Ex-Pirat Andreas Winkler verlässt nun auch ProNRW