Konjunkturumfrage Nordrhein-Westfalen – NRW-Mittelstand mit moderatem Wachstum im 2. Halbjahr

Es mehren sich die Anzeichen einer konjunkturellen Stabilisierung im größten deutschen Bundesland. Einer Umfrage des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) zufolge, an der sich branchenübergreifend 645 Mitgliedsbetriebe des Unternehmerverbandes aus Nordrhein-Westfalen beteiligt haben, wird sich die Geschäftslage in den kommenden sechs Monate leicht aufhellen. Jeder vierte Betrieb rechnet demnach mit einer besseren Geschäftslage im zweiten Halbjahr 2013 (2012: 22 Prozent), während 12,7 Prozent schlechtere Geschäfte einkalkulieren (2012: 17 Prozent). Das stabile Investitionsverhalten der Betriebe, von denen wie im Vorjahr 25 Prozent mehr Geld zu Investitionszwecken in die Hand nehmen wollen und jedes siebte Unternehmen das Volumen zurückführen wird (2012: jedes vierte) werde sich mit Sicherheit positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken, so BVMW-Landesgeschäftsführer Herbert Schulte, der die Analyse seines Verbandes im Düsseldorfer Landtag präsentierte.

 

Die NRW-Unternehmer rechnen für die deutsche Wirtschaft mit moderatem Wachstum. Jeder Fünfte geht im kommenden Halbjahr von einem gesamtwirtschaftlichen Wachstum aus (2012: neun Prozent), während nur noch 3,3 Prozent der Befragten von einem rezessiven Umfeld ausgehen (2012: 10 Prozent). Dazu erklärt Herbert Schulte: „Die Ausgangslage der deutschen Wirtschaft hat sich, wie die Wachstumserwartungen der Unternehmer zeigen, im Vorjahresvergleich leicht aufgehellt. Damit untermauern die Aussichten auf die kommenden sechs Monate die vorsichtig optimistischen Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute. Dazu passen die stabile Entwicklung der Investitionsnachfrage und die spürbare Konsolidierung des Exportgeschäfts, das seinen Dämpfer bereits hinter sich gelassen hat. Wir erwarten für das 2. Halbjahr 2013 in NRW keine volkswirtschaftlichen Überraschungen, sondern moderates Wachstum.“

 

Wenige Tage vor der Bundestagswahl, von der sich die Wirtschaft neue Impulse für die kommenden Jahre erhofft, mahnt der Unternehmerverband angesichts der fehlenden wirtschaftlichen Dynamik ein höheres Reformtempo an: „Wir spüren, dass unsere Nachbarländer, die ihre Reformbemühungen deutlich verstärkt haben, im Wachstum abzuhängen drohen und Tempo aufnehmen. Da gilt es mitzuhalten. Gerade unsere exportorientierten Betriebe, deren Einschätzungen des Exportumfelds sich im Vorjahresvergleich exakt die Waage halten, spüren diese Wettbewerbsintensivierung. Wir erwarten von der neuen Legislaturperiode zum einen Schritte, die finanziell angeschlagenen Kommunen unseres Bundeslandes zu stärken, um die wichtigen Geschäftsbeziehungen mit den Städten und Gemeinden vertiefen zu können. Investitionen in Bildung und in die zum Teil marode Infrastruktur auf kommunaler Ebene haben für den Mittelstand absolute Priorität. Das Problem wird politisch beiseitegeschoben und NRW damit immer weiter vom deutschlandweiten Wachstum abgekoppelt.“

 

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