Große Antiatomdemonstration in Duisburg

Am vergangenen Samstag demonstrierten nach Angaben von Polizei und Veranstalter mindestens 250 Menschen gegen Atomkraft und Atommüll in Duisburg.

Warum gerade Duisburg?

Weil es in Duisburg ein, offiziell als Konditionierungsanlage bezeichnetes, Atommüllzwischenlager gibt, welches derzeit 4800 Tonnen Atommüll lagern darf. Die Tonnenzahlen werden seit Anfang der Gesellschaft für Nuklearservice mbH (GNS) erhöht und die Verarbeitung von Abfall kontinuierlich ausgeweitet. Es handelt sich hierbei um schwach und mittelradioaktive Abfälle, welche aber trotzdem ein nicht unerhebliches Gefährdungspotential für die Menschen haben.

Mit einem Plakat machten die Demonstranten darauf aufmerksam, von woher der Atommüll nach Duisburg gekarrt wird. Auf der Demonstration war sogar die Rede vom Zwischenlager Straße und Schiene.

Der Atommüll wird teilweise nur umverpackt und teilweise wird von Stahl oder Beton aus Atomkraftwerken die kontaminierte Oberfläche abtragen und das nun, als „freigemessen“ bezeichnete Material weiterverarbeitet (Siempelkamp, Krefeld) oder auf Sondermülldeponien abgeladen.

Zeitgleich wurde in Braunschweig (2000 Demonstranten) gegen eine ebenfalls im Stadtgebiet ansässige Atommüllanlage demonstriert. Auch hier soll der Betrieb ausgeweitet werden.

Beide Anlagen werden wohl noch auf lange Jahre Arbeit haben. Aber selbst mit dem Rückbau aller AKW in Deutschland wird es nicht enden, denn noch immer gibt es keinen Endzeitpunkt für die Urencoanlage in Gronau, wo tausende Tonnen hochgiftiges Uranhexafluorid gelagert wird, genauso wenig wie für die Brennelementeherstellung in Lingen.

Auch in Frankreich gingen 500 Menschen gegen das AKW Cattenom auf die Straße. Es ist also nicht so, dass die Franzosen, die Atomkraft anders sehen würden. Auch in Frankreich wird derzeit die Verringerung des Atomstromanteils vorbereitet. Es gibt hier sogar eine Kooperation mit Deutschland.

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