Piraten: Polizeiwillkür im Fußballstadion – Tränengaseinsatz wegen Banner unverhältnismäßig

Logo des FC. Schalke 04

Logo des FC. Schalke 04 (Photo credit: pittigliani2005)

Beim gestrigen Champions League-Qualifikationsspiel zwischen Schalke 04 und PAOK Saloniki kam es zu einem massiven Polizeieinsatz im Fanblock der Schalke-Fans. Hunderte Polizisten gingen in voller Kampfmontur und mit Helm, Schlagstock und Tränengasgeschossen auf die dort feiernden Fußballfans los. Grund war angeblich ein Banner eines mazedonischen Fußballvereins im Fanblock der Schalke-Fans, welches die griechischen Fans als Beleidigung auffassten. Die Piratenpartei Deutschland kritisiert den unverhältnismäßigen Übergriff der Polizei und fordert schnellstmöglich Aufklärung und Konsequenzen.

»Wegen eines Banners mit Tränengas und Schlagstöcken auf Fußballfans loszugehen, zeigt auf erschreckende Art und Weise, dass die Polizei offensichtlich jede Verhältnismäßigkeit verloren hat. Zudem hätte dieser überaus gewaltsame Einsatz in einem voll besetzten Block leicht zu einer Massenpanik führen können. Dass die Aktion weder mit der Vereinsführung von Schalke 04 abgestimmt war noch von dieser angefordert wurde, setzt dem Ganzen die Krone auf. Wir fordern eine offizielle Entschuldigung der Polizei gegenüber den Fans von Schalke 04, dienstrechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen und Entschädigungszahlungen an die verletzten Fans. Die üblicherweise in solchen Fällen gerne ausgesprochenen Stadionverbote für die Fans sind zu unterlassen«, erklärt Bernd Schlömer, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland.
Die Einsatzleitung der Polizei rechtfertigte ihr Vorgehen nun damit, Fußballfans hätten sich mit dem genannten Banner volksverhetzend geäußert.
»Bei dem kritisierten Banner handelt es sich um ein Banner des ›Komiti Skopje‹, den Ultras des Vereins Vardar Skopje, die wiederum mit Schalke 04 eine Fanfreundschaft verbindet. Jetzt damit zu argumentieren, hier würde Volksverhetzung betrieben, entbehrt jeder Grundlage und zeigt vor allem, dass es gar keinen Grund für den Einsatz gab. Banner im Zusammenhang mit Fanfreundschaften sind bei Fans seit Jahren üblich, und die Flagge eines UN-Mitgliedsstaates ist ganz sicher keine Volksverhetzung«, ergänzt Konstanze Dobberke, Mitglied der PG Fanrechte innerhalb der Piratenpartei Deutschland.
Die Piratenpartei Deutschland setzt sich in ihrem Wahlprogramm für eine Stärkung der Rechte von Fußballfans ein. Hierzu gehört insbesondere die Kennzeichnungspflicht von Polizeibeamten, damit Fans die Möglichkeit offen steht, entsprechende rechtliche Mittel einzulegen, und die jeweiligen Beamten in Gerichtsverfahren eindeutig identifizierbar sind.

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