Anfrage von Thomas Wolters bzgl. PFT im Trinkwasser

Am 10.07.2013 stellt Thomas Wolters eine Anfrage zur Belastung des Trinkwassers in Rheinhausen mit PFT.

Irgendwie musste ich dabei an eine Antwort auf eine Anfrage von mir im Vorjahre denken, wo T.W. mir unterstellt ich hätte keine Ahnung. Genau daran musst ich auch bei seinen Fragen in Bezug auf die Chemie denken.

Seit Tagen gibt es beunruhigende Medienberichte über krebserregende PFT (Perfluorierte
Tenside), die aus dem Bereich des Düsseldorfer Flughafens kommen und sich evtl. im
Grundwasser ausbreiten. Die bisherigen öffentlichen Auskünfte der Duisburger Stadtwerke
zum Thema sind nicht eindeutig, daher bitte ich um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Wird der Stadtbezirk Rheinhausen (inkl. Rumeln-Kaldenhausen) ausschließlich mit
Trinkwasser aus dem betroffenen Düsseldorfer Gebiet versorgt?

In Anbetracht, dass die Wasserhärte in Duisburg südlich der Ruhr, in Rumeln und Rheinhausen in einer Spalte mit der gleichen Wasserhärte aufgeführt wird, ist davon auszugehen. Des weiteren war diese Informationen auch einer lokalen Zeitung zu entnehmen.

2. Falls das in Rheinhausen angebotene Wasser aus verschiedenen Brunnen gemischt
wird: liegen alle beanspruchten Brunnen im betroffenen Düsseldorfer Gebiet?

In Anbetracht, dass laut diesem Artikel bereits vor der Anfrage die Mischung bekannt war und der Angabe, dass es sich um eine viertel Millionen der Duisburger handelt, was etwa halben Stadtbevölkerung entspricht und, dass dort über die Mischung berichtet wird liegt hier wohl ein Informationsdefizit des Anfragenden vor.

3. Ist das durch die Duisburger Stadtwerke angebotene Trinkwasser nach wie vor
uneingeschränkt zum Verzehr geeignet?

Um mal mit Radio Eriwan zu Antworten. Im Prinzip Ja, aber…
Die Stadtwerke werde hier Aussagen, dass angeblich kein Grund für Bedenken besteht, was allerdings so nicht stimmt. Sollten PFT wirklich Krebs erzeugen, so gibt es eine keine sichere Untergrenze, die von den Stadtwerken, als unbedenklich angeführten Werte, bedeuten lediglich, dass nur wenig an Krebs erkranken werden und es später keinen direkten Beweis geben wird, dass es am PFT gelegen hat. Aus wissenschaftlicher Sicht müssen alle vermeidbaren Giftstoffeinträge auch vermieden werden.

4. Befinden sich in dem durch die Duisburger Stadtwerke angebotenen Trinkwasser
krebserregende PFT (Perfluorierte Tenside)?

Auch hier hat der zuvor verlinkte Artikel Auskunft gegeben.

5. Falls Frage 4 mit „ja“ beantwortet wird, in welcher Menge?

Laut diesem Artikel, sind es 0,011 mg. Wobei der Artikel noch nicht, vor der Anfrage vorlag, hätte dies sicherlich auch schneller geklärt werden können.

6. Falls Frage 4 mit „ja“ beantwortet wird, seit wann ist dies bekannt?

Die Frage scheint bisher noch nicht beantwortet zu sein und die Stadtwerke sagen immer nur, dass sie die Belastung als erstes entdeckt haben. Allerdings scheint nach diesem Artikel das Problem bereits seit Jahren zu existieren.

7. Falls Frage 4 mit „ja“ beantwortet wird, welche Maßnahmen werden seitens der Stadt und/oder Stadtwerke geplant bzw. durchgeführt um die Gesundheit der Bevölkerung
zu schützen?

Keine, denn die Stadtwerke erklären das Wasser einfach für unbedenklich, dass es unterhalb von Grenzwerten bleibt.

8. Falls Frage 4 mit „ja“ beantwortet wird: können die Bürger das angebotene
Trinkwasser „sicherer“ (also sauberer, verträglicher und/oder ungiftiger) machen und
sich vor den möglichen Folgen durch PFT schützen, indem sie z.B. das Wasser vor
dem Verzehr abkochen?

Diese Frage ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Als Chemiker kann ich hier nur mit dem Kopf schütteln. Ein einfacher Blick in die Wikipedia beantwortet diese Frage mit einem klaren Nein. Denn unter den chemischen Eigenschaften der PFT steht dort etwas von einer hohen thermischen Stabilität. Das Zeugs reichert sich schließlich nicht ohne Grund an und wird kaum abgebaut, eben weil es besonders stabil ist.

9. Wie schätzt die Verwaltung die Gesundheitsgefährdung durch PFT im Rheinhauser
Trinkwasser ein?

Wahrscheinlich wird die Verwaltung, genau wie die Stadtwerke nur auf die völlig unzureichende Einhaltung der Grenzwerte verweisen.

10. Wäre es möglich, den Stadtbezirk Rheinhausen mit Trinkwasser aus anderen
Brunnen bzw. Gebieten zu versorgen?

Natürlich ist das möglich, bloß die Stadtwerke werden das nicht wollen, denn dann steigen ihre Kosten und die Gewinne aus der Erhöhung der Gebühren werden dadurch wieder aufgezehrt.

Begründet wurde die Preiserhöhung, in 2012 im Amt 27 übrigens, wie folgt:

…das Trinkwasser der Stadtwerke Duisburg bekommt regelmäßig Bestnoten. Kontinuierliche Kontrollen sorgen dafür, dass bei Ihnen nur Wasser in bester Qualität aus dem Hahn fließt. In den letzten acht Jahren konnten wir die Wasserpreise bei gleichbleibender Qualität stabil halten. Um die Erfüllung unserer Qualitätsansprüche auch weiterhin sicherzustellen, wird aufgrund gestiegener Betriebskosten eine Preiserhöhung für den Grundpreis Wasser zum 1. Juli 2012 notwendig.

Ich weiß nicht wofür das Wasser Bestnoten bekommt, aber bestimmt nicht für den Einsatz gegen Giftstoffe. Gleichbleibende Qualität heißt hier wohl, dass weiterhin Gift im Wasser ist.

Übrigens war Herr Wolters auch in 2011 anwesend, als es in der Bezirksvertretung um den Verkauf des Wasserwerkes in Rumeln-Kaldenhausen ging. Es wurde in einem Artikel sogar vor einem Verkauf gewarnt.

(Erstveröffentlichung hier)

2 thoughts on “Anfrage von Thomas Wolters bzgl. PFT im Trinkwasser

  1. Genau das ist Ihr Problem, Herr Scharfenort, Sie entnehmen Ihr gesamtes Wissen und Ihre persönliche Demonstrations- und Empörungskultur der Presse und dem Internet. Wenn dass für Sie als objektive Quelle/Info reicht, dann verstehe ich nicht, warum Sie seit Jahren komische Fragen zu allen möglichen Themen stellen, es steht doch alles immer schon im Internet und in den Zeitungen (von Experten wie Ihnen bewertet und kommentiert…) da muss man doch die Offiziellen garnicht mehr Fragen, oder? Warum tun Sie es dann dauernd?

    Und Ihrem Kommentar entnehme ich, dass das Thema PFT wohl lieber garnicht in der Bezirksvertretrung thematisiert werden sollte, weil schon alles in einem einzigen Zeitungsartikel stand oder man stattdessen ja auch Sie befragen könnte… Bei allem Respekt, ein einziger Zeitungsartikel und der selbsternannte „Experte“ U. Schafenort reichen mir nicht aus, um mir eine Meinung zu bilden…

    Im Gegensatz zu Ihnen bin ich nicht an Gerüchten, persönlichen Meinungen und Pseudo-Skandalen interessiert, sondern an der Wahrheit….

    Thomas Wolters

  2. Wer an der Wahrheit interessiert ist, informiert sich erst einmal, bevor er/sie/es Fragen stellt, denn die werden dann viel zielgerichteter.

    Und genau darauf wollte ich auch mit dem Artikel hinaus. Die Fragen wirken auf mich eher nach einem Schnellschuss, über den Zweck kann ich nur mutmaßen. Vielleicht wirklich noch damit es in der BV besprochen wird.

    Und im übrigens informiere ich mich nicht nur im Netz, hilfreich waren auch, dass ich Chemie studiert und mit Promotion abgeschlossen habe und derzeit mit dem Thema Altlastenbearbeitung beschäftigt bin.

    Ich erwarte von niemanden, dass er/sie/es alles weiß, denn das tut niemand.