SV Sandhausen: Torwarttrainer Bernd Jayme im Interview

973002_492630430810322_59246069_nDie Position des Torwarttrainers wird oftmals unterschätzt. Sie tragen die Verantwortung dafür, dass die „Nummer 1“ sowie deren Stellvertreter auf ein Top Niveau trainiert werden und von Woche zu Woche ihre Höchstleistungen abrufen können. Dazu gehören moderne Trainingsmethoden sowie die eigene Erfahrung, welche man als Torwart gesammelt hat.

Meistens üben ehemalige Profis die Position des Torwarttrainers aus. Selten schaffen Trainer, welche keine Erfahrung im Profibereich vorzeigen können den Sprung auf den begehrten Posten.

Mit Bernd Jayme stellen wir den Torwarttrainer des SV Sandhausen (2.Bundesliga) vor, welcher seit Beginn 2013 für die Torhüter im Lizenzbereich tätig ist. Der 37 jährige arbeitet dort mit den Profitorhütern Daniel Ischdonat, Michael Langer sowie Philipp Kühn. Hans-Jürgen Boysen holte den gebürtigen Darmstädter an den Hardtwald. Erfahrungen sammelte Jayme bereits bei vielen größeren Clubs als Torwarttrainer, wie z.B. für den SV Darmstadt 98, VfR Mannheim sowie Wormatia Worms. Dort sammelte er bereits in Vergleich seiner Kollegen in jungen Jahren Erfahrungen. Bernd Jayme bildete sich außerdem durch Praktika´s bei mehreren Bundesligisten weiter, so war er z.B. bei Bayer 04 Leverkusen, 1. FC Kaiserslautern, SpVgg Greuther Fürth sowie den Offenbacher Kickers, diese Erfahrungen und das damit verbundene „Networking“ brachten den 37 jährigen auf dem Niveau, wo er aktuell tätig ist und den Job des Torwarttrainers hauptberuflich ausüben kann. Vorher war der sympathische Darmstädter bei einer großen Sportartikelfirma im Vertrieb von Golfartikeln tätig.

972913_492630040810361_769600026_nXtranews-Nachrichten hat Jayme zum Exklusiv-Interview getroffen und äußert sich über seine persönliche Zukunft, Aufgaben sowie dem SV Sandhausen und sein Umfeld.

Bernd Jayme im Interview:

XN: Hallo Bernd, Du bist Torwarttrainer beim SV Sandhausen in der 2. Liga, wie bist Du an den Hardtwald gekommen?

Bernd Jayme: „Im Winter wurde ich von Herrn Boysen gefragt, ob ich Lust hätte beim SV Sandhausen die Tätigkeit des Torwarttrainers auszuüben, wir kannten und bereits aus gemeinsamen Zeiten bei Kickers Offenbach, so ist es letztendlich dann zu Stande gekommen.“

XN: Das ist auch Deine erste Saison in der 2. Liga, richtig?

Bernd Jayme: „Genau, das stimmt so.“

XN: Wie sahen Deine Aufgaben bei Adidas aus?

Bernd Jayme: „Ich war im Bereich Golf tätig, dort habe ich den Vertrieb organisiert.“

XN: Du hast mit Daniel Ischdonat, Michael Langer sowie Philipp Kühn drei verschiedene Charakteren im Team, wie kann sich ein außenstehender die Arbeit mit den dreien vorstellen, musst Du individuell auf die Jungs eingehen?

Bernd Jayme: „Absolut, ich sage mal beim Warm-Up arbeiten wir alle noch auf den gleichen Bereich. In den anderen Bereichen musst Du auf die Schwächen und Stärken der jeweiligen Torhütern eingehen, der eine hat mehr Bedarf mit dem Ball am Fuß zu arbeiten und Torwart B wiederum im konditionellen Bereich, da muss man schauen, dass man für den einzelnen bestimmte Abläufe organisiert. Ich denke aber, wir beim SV Sandhausen haben drei sehr gute Torhüter“

XN: Daniel Ischdonat, die Nummer eins bei Ihnen im Team war bereits selber hier als Torwarttrainer tätig, wurde praktisch wieder zum Torwart reaktiviert, setzt er auch seine eigenen Vorstellungen durch bzw. gibt es da Konfrontationen?

Bernd Jayme: „Eigentlich eher selten, wir sprechen uns schon ab, ich lasse den Jungs immer die Möglichkeit ihre Wünsche mir gegenüber zu kommunizieren, so dass ich diese in meiner Planung berücksichtigen kann. Zum Großteil gebe ich aber vor was gemacht wird. Und wir haben eine Menge Spaß an der gemeinsamen Arbeit.“

XN: Wie wichtig siehst Du die Position des Torhüters innerhalb der Mannschaft?

Bernd Jayme: „Sehr wichtig, ich behaupte mal, dass Torhüter während einer gesamten Spielzeit Minimum 12-14 Punkte holen sollte, gerade in dem Bereich, wo wir uns befinden. Wichtig ist, dass alle Torhüter im Kader sich stetig weiterentwickeln.“

XN: Man ist mit dem SV Sandhausen nun abgestiegen, wie bitter ist der Gang in Liga 3 für Dich?

Bernd Jayme: „Brutal bitter, jeder der ein Sportlerherz hat, weiß wie schwer Abstiege zu verkraften sind. Gerade, wenn man alles gegeben hat und tagtäglich 100% gegeben hat.“

XN: Jetzt mal abgesehen von allem, wie geht es jetzt nach dem Abstieg für Dich beim SV Sandhausen weiter?

Bernd Jayme: „Das steht noch nicht fest, die Gespräche bezüglich der Zukunft stehen an. Man muss sehen, wie es weiter geht, denn ich weiß es aktuell selber nicht. Das liegt natürlich auch am Verein, denn ich persönlich will hier gerne weiter machen in Sandhausen.“

XN: Wir stellen uns mal vor, der Verein signalisiert Dir, nach der Saison 2012/2013 ist Schluss für dich beim SV Sandhausen, wie würde es dann für Dich weitergehen, hättest Du Alternativen im Ärmel?

Bernd Jayme: „Ich habe 2-3 Vereine, wo ich bis Dato schon Gespräche geführt habe, wo sich eventuell etwas ergeben könnte, doch ich betone klar, dass der SV Sandhausen an erster Stelle steht und mein erster Ansprechpartner ist.“

XN: Was macht den SV Sandhausen so besonders?

Bernd Jayme: „Ich finde der Verein ist mit einem kleinen Familienbetrieb zu vergleichen, jeder ist für einander da.“

XN: Beschreibe Dich mal in drei Worten?

Bernd Jayme: „Absolut ehrgeizig, Leidenschaftlich sowie loyal“

XN: Deine Karriereleiter selber, wo siehst Du Dich in fünf Jahren?

Bernd Jayme: „Ich würde am liebsten in der ersten Liga arbeiten, jeder sollte Ziele haben, diese habe ich natürlich auch und werde hart an der Umsetzung arbeiten. Das was ich vorgebe lebe ich auch vor.“

XN: Im Fußball wird viel von dem Begriff „Networking“ gesprochen, wie wichtig sind Kontakte/Beziehungen?

Bernd Jayme: „Sehr wichtig, denn oft kommt mal leider nur durch Beziehung weiter, ich wäre dafür, dass es mehr nach Leistung geht, als darum, wem man vielleicht besser kennt als der Konkurrent.“

XN: Dein Ziel ist es Torwarttrainer zu bleiben, oder könntest Du Dir auch eine andere Position im Trainerteam vorstellen?

Bernd Jayme: „Im Prinzip ja, doch man sollte am besten das ausüben, wo die Fähigkeiten überdurchschnittlich sind bis sehr gut, da bin ich im Bereich Torwarttrainer sehr gut aufgehoben.“

Das Interview führte Dustin Paczulla

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