Kultur – a priori

Noch bevor der ehemalige Jugendamtsleiter sich einen Überblick über die Belange der Kultur verschafft hat, als neuer Dezernent für Jugend, Bildung und Kultur wissen kann, worum es in der Duisburger Kultur geht, ist die wichtigste Entscheidung schon getroffen! Die Absage an einen Strukturwandel!

Derwesten.de  entlockte dem ehrgeizigen Mann eine Freude über den geglückten Erhalt der Opernehe. Damit sind alle Türen verschlossen: Oper, Philharmoniker, Museen. Mehr ist finanziell nicht drin. Nicht einmal für die städtischen Festivals bliebe unter diesen Bedingungen etwas Nennenswertes übrig, obgleich sie es sind, die das kulturelle Image der Stadt prägen.

Das Schlimme: Es besteht nicht einmal die Möglichkeit, eine sachliche Auseinandersetzung einzugehen. Fachliche Kompetenzen fehlen, in allen Sparten. Nicht einmal über ästhetische Fragen ließe sich sprechen. Die Vorfreude der Traumzeitretter, die bei der Erstellung eines Entwicklungsplans für die Kultur auf Augenhöhe einbezogen werden möchten, klingt in diesem Zusammenhang naiv. Als Jugendexperte wird er die Engagierten nur sozialpädagogisch zu nehmen wissen …

In Duisburg ist Kultur keine sachlich zu erörternde, keine fachliche Frage. Nicht einmal im Kulturausschuss beraten Leute, die wissen, worüber sie entscheiden. Um so mehr ist das Engagement von Privaten, z.B. der Küppersmühle zu bewerten, die trotz der politischen Ignoranz in ihrem Umfeld einen Kunstanspruch erhebt, in das zeitgenössische Leben investiert, nicht blind in vergangene Jahrhunderte.

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