Einheitliche und verlässliche Finanzierung ist das Ziel – Annette Watermann-Krass (SPD) im Gespräch mit Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Telgte

Foto: Heide Bardy, Annette Watermann-Krass, Jo Brömmel
Foto: Heide Bardy, Annette Watermann-Krass, Jo Brömmel

Seit 33 Jahren bietet das Frauenhaus Telgte von Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern Beratung, Unterstützung und Unterkunft. „Dieses wichtige Angebot ist nach wie vor nötig und muss angemessen finanziert werden“ stellte Annette Watermann-Krass direkt zu Anfang ihres Gesprächs mit den Mitarbeiterinnen des Frauenhauses, Heide Bardy und Jo Brömmel, fest.

Mit frauenpolitischen Themen beschäftigt sich die Abgeordnete bereits seit vielen Jahren. „Das Ziel ist, jeder betroffenen Frau und ihren Kindern kostenlose Zufluchtsorte zur Verfügung stellen zu können“ so die Abgeordnete weiter. Hierbei dürften der Wohnort, die Herkunft, Einkommen, Aufenthaltsstatus, sexuelle Orientierung oder Behinderung keine Rolle spielen. Watermann-Krass wies auch darauf hin, dass die Landesregierung mithilfe eines „Landesaktionsplans gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ dazu beitragen will, die bestehenden Angebote hin zu einer bedarfsgerechten Angebotsstruktur weiter zu entwickeln.

Heide Bardy machte deutlich, dass die unsichere Finanzierung des Hauses nach wie vor das größte Problem darstelle: „Trotz Landeszuweisungen und weiterer Finanzierung durch den Kreis Warendorf bedarf es neben der eigentlichen Arbeit eines hohen Einsatzes, jedes Jahr die Finanzierung auf die Beine zu stellen. Durch Spenden haben wir die Möglichkeit einiges auszugleichen, aber die dafür nötige Öffentlichkeitsarbeit kostet wiederum auch viel Zeit“. Lediglich ein Teil der erforderlichen Eigenfinanzierung werde durch den Kreis refinanziert. „Der Rest muss aus anderen Quellen kommen und immer wieder neu organisiert werden“, teilt Jo Brömmel mit. Es sei außerdem wichtig, dass allgemeine Kosten- und Tarifsteigerungen bei der Finanzierung der Plätze berücksichtigt würden. Hier habe es seit 2005 keine Anpassung mehr gegeben. Über die Förderung einer 4. Personalstelle in den Frauenhäusern, die die rot-grüne Landesregierung wieder eingeführt habe, sei man aber selbstverständlich froh. Auch die Netzwerkarbeit mit den unterschiedlichen Akteuren vor Ort in Politik, Verwaltung und Ehrenamt funktioniere sehr gut.

Annette Watermann-Krass sagte zu, in weiteren Gesprächen auf das Problem der steigenden Kosten aufmerksam zu machen und sich für eine verlässliche Finanzierung stark zu machen: „Ein bundeseinheitliches Gesetz zur einheitlichen und bedarfsgerechten Finanzierung wäre die beste Lösung. Bis dahin sollten wir aber vor Ort dafür sorgen, dass das qualitativ hochwertige Angebot der Frauenhäuser auf eine sichere Basis gestellt wird. Es ist an der Zeit, dass sich hier wieder etwas tut“.

 

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