Duisburg von unten – Cafe Sportivo

caffeeMein Gott, war das trostlos. Es regnete in Strömen an diesem Tag im September, als ich meinen schweren Trolley quer über den Brückenplatz im Duisburger Stadtteil Hochfeld hinter mir her zog. Via Iphone erklang das Duo Jesse Malin/Bruce Springsteen. Deren Song „Broken Radio“ war in dieser Umgebung der Trinker und Herumtreiber nahezu perfekt. Ich war auf dem Weg zum Hauptbahnhof, um ein weiteres Male diese Stadt verlassen zu können und musste dabei quasi die gesamte Friedensstraße passieren, als ich an der nächsten Ecke die Bar „Cafe Sportivo“ entdeckte. Geschätzte 100 Meter davor war mir klar, dass ich dort nicht Station machen würde. Viel war mir nicht bekannt über dieses „Cafe“. Lediglich, dass ausnahmslos Italiener dort verkehren, war mir bewusst. Dort angekommen bemerkte ich die offene Tür und eine Gestalt, die mir durchaus bekannt war. „Dieter“ lag mit dem Kopf auf der Theke und war wohl nicht gerade in der besten Verfassung. Ich kenne ihn schon seit Jahren. Beinahe immer, wenn ich den Kantpark durchquere, sehe ich ihn mit Flaschenbier am Hals gegenüber des Museumscafe sitzen. Fast immer allein. Manchmal hielt ich an, spendierte ihm ein Bier und hörte mir seine neuesten Trinkergeschichten an. Ich wusste, dass er von Hartz 4 lebte, keine Freunde duldete und Bier sein einziger Begleiter war. Dass er nun ausgerechnet hier im „Cafe Sportivo“ saß, verwunderte absolut. Ich hatte noch etwas Zeit bis zum nächsten ICE und betrat den Laden.

Dieter hob den Kopf, als ich ihn auf der Schulter klopfte. „Hey…was machst Du denn hier?“ lallte er mir mit einer erstklassigen Fahne entgegen und begann den Monolog. Vor ihm stand eine kleine Flasche Köpi und ich bestellte selbiges für satte 1,60€. „Weißte wat heute für ein Tag ist?“ fragte Dieter…..

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