Grüne Walsum: Offener Brief zur geplanten Deponie Wehofen-Nord

Im Amtsblatt Nr. 1 vom 15. Januar 2013 der Stadt Duisburg habe ich eine Bekanntmachung zum Planfeststellungsverfahren nach §35 (2) Kreislaufwirtschaftsgesetz für die Erweiterung der Deponie Wehofen – Nord um einen 3. Deponieabschnitt gelesen.

Demnach plant ThyssenKrupp Steel Europe die Erweiterung der Halde um jährlich 800000 Tonnen Industrieschlacke.

Als Grüner Umweltpolitiker möchte ich folgendes dazu sagen:

Ich finde es erschreckend und mittlerweile nicht mehr hinnehmbar, das unter anderem der Duisburger – Norden immer mehr zur Dreckecke verkommt.

Es besteht zwar seit 1935 die Deponie Wehofen-Nord, im Volksmund auch „Monte Schlacko“ genannt. Die Pläne von ThyssenKrupp Steel Europe, diese Halde um jährlich 800000 Tonnen Schlacke zu erweitern, lehne ich jedoch als Bürger dieser Stadt entschieden ab.

Hier ist die Rede von Abfällen der Deponieklasse I, die als nicht gefährliche Abfälle aufgeschüttet werden sollen. Ich Frage mich aber, wie gefährlich sind diese Stoffe wirklich ?

In einem Bericht des Landesumweltamtes Sachsen-Anhalt aus dem Jahr 2012 mit dem Titel

„Einschätzung der Gefährlichkeit der Abfälle an Hand der gefahrenrelevanten Eigenschaften (H-Kriterien) und Bewertung der Entsorgungswege“

(Quelle: http://www.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Elementbibliothek/Bibliothek_Politik_und_Verwaltung/Bibliothek_LAU/Wir_ueber_uns/Publikationen/Berichte_des_LAU/Dateien/Berichte_LAU_Heft_3_2012_Kurzbericht_Verbrennungsrueckstaende.pdf)

werden eben solche Schlacken, Abfallprodukte aus der industriellen Herstellung, auf mögliche Giftstoffe beschrieben.

Wie hoch ist der Schwermetallanteil in der von ThyssenKrupp Steel Europe als nicht gefährliche Abfälle bezeichneten Schlacke, welcher bei uns Menschen gesundheitsschädliche Folgen haben könnte ?

Thyssen ist bekanntlich ein Stahlproduzierendes Weltunternehmen. Die Herstellung von NE und FE Metallen haben auch ihre Schattenseiten, die sich meist am Ende des Herstellungsprozesses, also im Abfall, wieder finden.

Ich möchte gerne wissen, werden solche Schlacken auf dem „Monte Schlacko“ deponiert ?

Wie verhält sich die Konsistenz solcher Schlacken? Werden regelmäßige Untersuchungen gemacht? Wir haben in unmittelbarer Nachbarschaft der Halde wachsende Wohngebiete in den Städten Duisburg, Dinslaken und Oberhausen. Eine mögliche Feinstaubbelastung mit schwermetallverseuchten und giftigen Feinstäuben würden die Menschen nicht nur in unmittelbarer Nähe gefährden, zumal generell die Feinstaubbelastung im Duisburger Norden in den nächsten Monaten ansteigen wird, wenn das Kohlekraftwerk Walsum 10 an den Start geht. Eine hohe Nickelbelastung hier in Duisburg tut ihr übriges.

Ich warne auf jeden Fall vor einer Erweiterung der Deponie und werde auf jeden Fall einer dieser Einwender sein. Zudem werden Anfragen und Anträge in die entsprechenden Gremien gestellt.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Welters
Vorstandsmitglied von Bündnis 90 / Die Grünen –OV Walsum

One thought on “Grüne Walsum: Offener Brief zur geplanten Deponie Wehofen-Nord

  1. Mein Empfehlung wäre hier eine Anforderung von Informationen seitens der zuständigen Aufsichtsbehörde nach dem Umweltinformationsgesetz NRW. Dort müssten Informationen zu den Analysewerte zumindest von Stichproben der Schlacke zu finden sein. Wenn nicht müsste man fragen, warum die Aufsicht ihre Arbeit nicht macht.

    Zudem ist bei einer Deponie immer der Aufbau interessant, wie sie die Stoffe im Laufe der Zeit ändern.